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Naturreise: Der Weg ist das Ziel


Als Kind waren meine Eltern und ich immer Zelten.
Später als ich selbst Kinder hatte, musste es die Kreuzfahrt oder die Pauschalreise mit Flugzeug sein.
Erst später erkannte ich, dass Urlaub auch etwas mit Erholung, mit Zurückfinden und Ankommen zu tun hat.

In diesem Beitrag möchte ich dir ein paar Dinge zur Naturreise erzählen.
Du erfährst, weshalb es für mich, die wohl beste Art ist zu verreisen.
Außerdem nehme ich mit diesem Artikel an einer Blogparade von ferngeweht.de teil, bei der es um die Veränderung von Reisetätigkeiten geht.

Urlaub hat doch nichts mit Erholung zu tun, oder?

Reisen ist die große Leidenschaft vieler Menschen.
Ob ein Städtetrip, eine Woche Badeurlaub oder ein Wellnesswochenende: Urlaub machen ist in.
Ein Club am Meer, ein Wellnesshotel am Land, eine Tour durch eine Stadt – viele machen so Urlaub.

Aber mal ehrlich…
Was ist das Reizvolle an diesen Reisen?

  • Mit vielen anderen Touristen in einer Schlange vor einem berühmten Kaffeehaus stehen?
  • Im Cluburlaub dieselbe Hotelumgebung zu finden, wie überall anders auf der Welt?
  • Die Landschaft um die Hotelpools nur erahnen zu können?

Sicher…
Viele suchen das süße Nichtstun, Erholung und Entspannung.
Dafür braucht es aber nicht unbedingt fünf Pools, ein Animationsprogramm und Essen rund um die Uhr.

Die andere Möglichkeit, Urlaub zu machen, wäre eine Naturreise ohne viel Schnickschnack.
Auch hier findet man Erholung, Entspannung und kann das Nichtstun feiern.
Nur eben pur und ohne überflüssigen Ballast.

Naturreisen damals …

Früher waren Naturreisen Standard.
Bevor Reisen so günstig wurde wie es heute ist, reisten die wenigsten Menschen.
Denn Reisen war teuer und nur für Wohlhabende.

Es war damals natürlich auch noch nicht so bequem wie heute.
Flüge gab es bei weitem nicht so viele, sie waren ungleich teurer und somit ein Luxus, den sich wenige leisten konnten.

Noch dazu…
Ein Auto besaßen viele erst im Laufe der Nachkriegsjahrzehnte.
Es blieb die Bahn. Sie war die schnellste, modernste und bequemste Art zu reisen.

Auch die Reiseplanung war früher ganz anders.
Es gab keine Reiseveranstalter und keine Pauschalreisen.
Man musste sich die Tour, das Verkehrsmittel und die Unterkunft selbst organisieren.

Und sind wir mal ehrlich…
Ein üblicher Urlaub sah ganz anders aus als heute.
Meist fuhr man nicht weit weg, weil der Weg zu mühsam war.
Man suchte Entspannung in der Natur, beim Wandern, Spazierengehen oder Radfahren.

Quelle der Erholung waren die Luft, die Sonne und die Stille des Landes.
Viele verbrachten die Sommerferien auf einem Bauernhof, in der Nähe eines Sees oder in einer Hütte auf einem Berg.

Wer es sich leisten konnte, fuhr manchmal auch weiter weg.
Doch derjenige interessierte sich meistens für ferne Länder und deren Kultur.
Diese Neugier umfasste sowohl die verschiedene Landschaft als auch die Lebensweise der Menschen dort.
Reisen war für diese Menschen mit einem Bildungsziel verbunden, sie wollten Wissen erwerben.

… und Naturreisen heute

Heute sind die meisten Menschen als Pauschalurlauber unterwegs.
Sie buchen ihre Hotels weit im Voraus, kennen die Umgebung meistens schon gut und wissen genau, was sie erwartet.

Mit Überraschung hat das nichts mehr zu tun.
Sie können sich Bilder des Reiseziels im Voraus ansehen, in den Speisekarten schmökern oder ganze Filme über das Reiseziel ansehen.

Es geht also heute weniger um das Erleben von Neuem, sondern mehr um das Wohlfühlen.
Und wohl fühlt man sich in einer Umgebung, die man kennt.
Trotzdem fühlen sich viele bei einer solchen Reise nicht mehr wohl.

Heute sind Naturreisen das Gegenstück zu einer Pauschalreise oder einem Hoteltrip.
Egal wohin es geht, die Idee ist dieselbe: Eintauchen in die Natur und die Umgebung des Reiseziels, die Landschaft kennen lernen, den Menschen begegnen, den eigenen Rhythmus finden.
Und vor allem geht es darum, sich so erholen.

Ist eine Naturreise auch etwas für dich?

So mal Hand auf’s Herz…

  • Wie sieht der Strand jenseits des Zauns aus?
  • Wie hört sich die Natur sich an, wenn kein Pool in der Nähe ist?
  • Welche Vögel nisten in den Bäumen?

Falls du dir diese Fragen schon einmal im Urlaub gestellt hast, könntest du eine Naturreise genießen.

Man taucht ein in die Schönheiten der Natur, die das Reiseland zu bieten hat.
Erlebt hautnah das Land und die Leute. Fährt abseits der touristischen Trampelpfade und erlebt so das echte Leben.

Wer sich im Urlaub um nichts kümmern möchte, der ist mit einem Hoteltrip gut beraten.
Sich keine Sorgen machen, sich nicht mal um das nächste Essen kümmern zu müssen, das sind die Vorteile von Hotels und Pauschalclubs.
Alles ist immer in Reichweite und schön bequem.

Bei einer Naturreise muss man zwar nicht auf Komfort verzichten, aber ein bisschen Gedanken machen sollte man sich schon.
So überprüft man bereits bei der Reiseplanung, welche Bedingungen passen.
Schnell, langsam, der Weg als Ziel?

Die Reise wird schon bei der Planung sehr viel persönlicher.
Diese Fragen sollte man sich stellen, bevor man sich eine Naturreise überlegt:

  • Wer fährt mit?
  • Welche Bedürfnisse haben die Mitreisenden?
  • Was ist mir wichtig?
  • Worauf kann ich verzichten?
  • Was will ich auf keinen Fall?
  • Was interessiert mich?
  • Bin ich gern in der Natur?
  • Bin ich offen für Überraschungen?

Vor- und Nachteile von Naturreisen

Ich sage dir etwas…
Auch beim Reisen gibt es nicht nur Pluspunkte.
Das ist wie überall im Leben.
Es gibt auch die negativen Seiten, und die sind je nach Reise unterschiedlich.
Für Naturreisen gelten folgende Nachteile:

  • Planung ist erforderlich
  • Überraschungen sind möglich
  • Bequemlichkeit steht nicht im Vordergrund
  • Programm ist nicht vorgegeben

Für die meisten Menschen sind dies Nachteile.
Aber für mich persönlich sind all das ebenfalls nur Vorteile.

Außerdem ergeben sich weitere Vorteile:

  • Du siehst die Schönheiten der Natur.
  • Du lernst unberührte Orte kennen.
  • Der Alltagstrubel ist weit weg.
  • Du wirst das echte Leben kennen lernen.
  • Freiheit, Freiheit, Freiheit
  • Verzicht als absoluten Luxus und als Qualität entdecken
  • Zurückgewinnung von Eigenständigkeit und Selbstverantwortung

Bei einer Naturreise steht das Erleben im Vordergrund.
Nicht das, was ich gesehen habe.
Eine Liste mit Sehenswürdigkeiten gibt es nicht zum Abhaken.
Auch keine Animationsprogramme zum Ausprobieren.

Es geht darum, in Ruhe die Natur zu erleben. Nicht um einzelne Tagesausflüge in einen Naturpark, sondern das Leben dort kennen zu lernen, die Pflanzen, die Tiere, die Menschen.
Das kann durchaus sehr spannend sein, aufregend und erlebnisreich.
Beim Klettern in Höhlen, beim Bergwandern auf Gipfel oder beim Vögelbeobachten an Flüssen und Seen wird es bestimmt nicht langweilig. Wenn man sich darauf einlassen will.

Naturreisen sind komfortabel, ohne langweilig zu sein

Wer sich nun einen anstrengenden Trip mit Wanderschuhen, regennassen Zelten oder verstochenen Arme vorstellt: So muss eine Naturreise nicht aussehen.
Es kommt bei einer solchen Reise natürlich sehr auf die Vorbereitung an.
Wer weiß, was er will, kann sich auch auf alles vorbereiten.

Der Lohn für die Planung und Vorbereitung: Unvergessliche Momente, atemberaubende Erlebnisse und eine Reise, die man nicht mehr so schnell vergisst.
Um möglichst bequem eine solche Naturreise zu machen, sind nur ein paar Kleinigkeiten zu beachten: Vorbereitung, Ausrüstung, Planung.

Vorab solltest du dir vorstellen, wie du gerne übernachten würdest: Im Zelt, im Wohnwagen, auf einer Hütte?
Auch ein Aufenthalt in einem Campingbus kann komfortabel sein.

Wichtig ist die richtige Vorbereitung und Einstellung.
Man kann auch ohne Badezimmer leben.
In einem See, einem Fluss oder einer warmen Quelle lässt es sich wunderbar sauber werden.

Einfache, selbst zubereitete Gerichte machen oft mehr Spaß als Buffett-Essen.
Und mit viel Zeit an der frischen Luft ist der Hunger umso größer und es schmeckt umso besser.

Entscheidend ist, wohin du fährst.
Im Norden wirst du eine andere Ausrüstung mitnehmen als ans Meer.
Wichtig ist auch, dich über das Wetter und das Klima deines Reiseziels zu informieren.
So kannst du deine Packliste der Reise anpassen und nimmst nicht sinnlos viel Gepäck mit.
Das ist ein weiteres Geheimnis von Naturreisen: Verzicht auf alles Unnötige.
Was wichtig ist, rückt in den Vordergrund.

Mit der Familie auf Naturreise: Camping und Zelten

Mit Kindern ist eine Naturreise ideal.
Sie sind die besten Begleiter in der Natur, sie leben den Moment und schauen mit ganz anderen, neugierigen und unverbrauchten Augen in die Welt.

So kannst du die Welt und die Natur neu entdecken.
Außerdem legen sie wenig Wert auf Luxus. Das Erlebnis ist für sie ungleich wichtiger – und die Welt auf eigene Faust entdecken, gehört sicher dazu. Du kannst deine Kinder – egal, wie alt sie sind – auch in die Vorbereitungen einbinden.

Sie können mitbestimmen, wohin sie fahren möchten, was sie sehen wollen.
Dinge selber tun und in die Hand nehmen können Kinder sehr gut – und sind mit Begeisterung dabei.

  • Ein Zelt aufbauen?
  • Einen Stellplatz am Campingplatz aussuchen?<7li>
  • Die Umgebung erkunden?

Schick deine Kinder los, sie werden mit leuchtenden Augen mitmachen.
Ob in die Berge, ans Meer oder einfach nur durch einen Naturpark: Zu sehen gibt es überall wunderbares.

Kinder sind auch meist nicht anspruchsvoll, was Essen, Hygiene oder sonstigen Komfort betrifft.
Sie finden es ungleich aufregender, in einem Zelt zu schlafen als in einem Hotelzimmer.
Auch ohne WLAN, TV oder Computer können bei einer Naturreise die spannendsten Dinge geschehen.
Gemeinsam die Natur erkunden, Tiere beobachten und unter den Sternen zu schlafen, sind oft exotischere Erlebnisse als ein Städtetrip.

Das Wichtigste ist, dass ihr als Familie zusammen wachsen könnt.
Denn sobald kein Fernsehen, keine Videospiele mehr stören – werdet ihr Zusammenfinden.
Beim Camping ohne Komfort und technische Ablenkung werdet ihr mehr voneinander haben, als in einem Hotelzimmer – versprochen.

Was ist bei einer Naturreise zu beachten? Ein paar Tipps

Damit eine Naturreise für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis wird, hier ein paar Tipps vorab:

  • Achtet euch: Die Bedürfnisse von allen Mitreisenden sollen berücksichtigt sein
  • Plane sorgfältig: Mit einer guten Planung kann auch etwas Unerwartetes passieren.
  • Bereite dich vor: Was erwartet dich am Ziel? Welches Wetter, welche Landschaft?
  • Informiere dich: Was ist das Besondere am Reiseziel? Welche Schätze bietet dort die Natur?
  • Packe umsichtig: Nur die wichtigen Dinge müssen mit. Sei sparsam beim Gepäck.
  • Sei offen: Nur wer mit offen Augen und mit offenem Herz reist, erlebt die bestmögliche Reise.
    Genieße die Natur.

Der wichtigste Tipp von allen:

Sieh die Welt so wie sie ist – und nicht so, wie du sie gern hättest.

Wieso auch du eine Naturreise machen solltest

Erst einmal…
Unabhängig und frei in der Natur zu sein kann maximale Erholung bedeuten.
Frische Luft, die Sonne oder auch den Regen spüren, keine gesellschaftlichen Zwänge erfüllen müssen: Bei einer Naturreise kannst du dich ganz auf dich konzentrieren.
Und so entspannst du dich am besten. Keine unnötige Ablenkung verwirrt deine Sinne. Du und deine Mitreisenden verbringen Zeit miteinander. Du kannst die Schönheiten der Natur hautnah erleben.

Herausforderungen und Abenteuer gibt es überall: Klettern in den Bergen, in eine Höhle tauchen, den besten Zeltplatz finden. Bei einer Naturreise sind die Möglichkeiten unbegrenzt. Und so wird deine Naturreise zu deinem ganz persönlichen Urlaub.
Glaub mir, du wirst nie wieder anders reisen wollen.


Über den Autor

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