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Was bedeutet Amen: Definition, Wortherkunft, Ursprung und Bedeutung


was bedeutet amen

Heute kennen wir das Wort „Amen“ umgangssprachlich in Sätzen wie: „Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche“, oder „zu allem Ja und Amen sagen“. Im religiösen Kontext klingt es als Abschluss einer Liturgie oder eines Gebetes. „So sei es“, wird es dabei im Deutschen in der Regel knapp übersetzt. Hans-Dieter Neef sieht das Wort „Amen“ als eine Art Markenzeichen des Christentums. Doch ist es in allen drei theistischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam, bekannt und in den Liturgien und Gebeten lebendig.

Der Sprachwissenschaftler Ferdinand Urbanek datiert den Ursprung des Wortes bereits ins Ägyptische des Altertums, dort aber mehr als ein Stimmklang, es wurde mehr oder weniger „gehaucht“ und dürfte wie „omn“ geklungen haben. Man beschloss damit öffentliche Bekanntmachungen oder es wurde einer wichtigen Aussage vorangestellt und diente als Bekräftigung.

Die jüdische Wortbedeutung im Alten Testament

Seit etwa 600 v. Chr. ist das Wort „Amen“ auch in den Schriften Israels bezeugt. Das hebräische „Ur-Wort“ ist ein Verbaladjektiv, das heißt, es stammt von einem Verb ab und wird wie ein Adjektiv sprachlich benutzt. Die Wurzel zu diesem Verb lautet ‚mn, was so viel bedeutet: „wie fest sein, zuverlässig sein“ (Wissenschaftliches Bibellexikon). Auch hier ist also sinngemäß die Bestätigung, dass etwas wahr ist, Gültigkeit hat, eine Bekräftigung, enthalten. Auch das jüdische Wort „’Emuna – Glaube“ hat dieselbe Wurzel, ebenso jüdische Wörter wie „Treue“ und „Zuverlässigkeit“.

Im Alten Testament taucht das Wort „Amen“ etwas 30-mal auf und alle diese Stellen stehen in einem direkten theologischen Zusammenhang (Wissenschaftliches Bibellexikon). „Amen“ ist im weiteren Sinne Teil der Kommunikation zwischen Gott und Mensch. Da Gottes Walten im jüdischen Glauben keine Zustimmung von den Menschen braucht, kann man „Amen“ eher als Bestätigung des Einzelnen ansehen, Gottes Wort vernommen, verstanden und anerkannt zu haben. 12-mal steht es so in Zusammenhang mit einem Fluchzeremoniell. Es werden damit Flüche bestätigt, die gegen Taten und Täter ausgesprochen werden, weil diese gegenüber Gott gesündigt haben. Demgegenüber bekräftigt das „Amen“ an anderen Stellen des AT eine heilvolle Ankündigung. Und drittens finden wir es in den Psalmbüchern, so zum Beispiel in Psalm als Lobpreis: „Gelobt sei JHWH, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk spreche: Amen! Halleluja!“ (Ps 106,48).

Da das Althebräische keine Präsensform des Verbes „sein“ kennt, weder im Indikativ (z. B. es ist), noch im Konjunktiv (z. B. es sei), kann man Amen im jüdischen Kontext nicht mit „so sei es“ übersetzen, sondern vielleicht eher mit „es möge so werden“ oder einfach ausgedrückt: „Hoffentlich wird es so.“ Auch heute noch antwortet die jüdische Gemeinde dem Chasan, dem Vorbeter, auf dessen Gebete mit „Amen“ oder es werden im häuslichen Ritus Tisch- und andere Gebete damit beschlossen.

Die Bedeutung im Christentum

Im neuen Testament gipfelt der Ausdruck „Amen“ in der Offenbarung des Johannes in dem Ausspruch: „Dieses sagt der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes“ (Off 3,14), womit Jesus Christus selbst als die Wahrheit, die Erfüllung aller Verheißungen auftritt. So wie es im 2. Korintherbrief (1,20) heißt:“ Denn so viele der Verheißungen Gottes sind, in ihm ist das Ja und in ihm das Amen …“. Jesus Christus eröffnet in der Schrift aber auch zahlreiche seiner Gleichnisse und Lobpreisungen mit „Amen, Amen – ich sage euch …“. Das kann man nun als Ausdruck von Autorität deuten, oder aber im jüdischen Sinne als Wunsch im sinne von: Möget Ihr mich verstehen. “

Insgesamt kommt das Wort mehr als 150-mal vor. „Amen“ ist in den christlichen Liturgien wohl das am häufigsten gesprochene Wort und damit ein steter Ausdruck der Bekräftigung des Glaubensbekenntnisses an den neuen Bund mit der Dreifaltigkeit. Mit dem Wörtchen „Amen“ antwortet die christliche Gemeinde auf die Gebete mit ihrem„ Amen“ und unterstützt die wechselseitige Kommunikation zwischen dem Vorsteher des Gottesdienstes und der versammelten Gemeinde. Als das wichtigste „Amen“ kann vielleicht das in der Eucharistie- oder Abendmahlsfeier angesehen werden. Denn da bekennt der Christ/die Christin den Glauben an die Gegenwart des lebendigen Gottes.

Ein Wort mit großer verbindender Kraft

Auch der Islam hat das hebräische Wort „Amen“ übernommen in der arabischen Form von „Amin“. Dort bedeutet es am Abschluss des Gebetes eine bitte: Möge Allah das Gebet annehmen. Das kleine Wort „Amen“ hat somit eine gewaltige verbindende Bedeutung: Es umrahmt alle drei theistischen Religionen. Es besiegelt eine Kommunikation der Gläubigen mit ihrem Gott.


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