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Was bedeutet Zinswende: Bedeutung für EZB, USA, Europa, Deutschland


Von einer Zinswende spricht man, wenn durch eine Zentralbank der Leitzins verändert wird. Dabei wird der Leitzins entweder angehoben oder gesenkt. Die Zinsänderung ist ein Instrument der Zentralbanken, damit ein Gleichgewicht zwischen der Preisstabilität und des Wirtschaftswachstums zustande kommen. Somit steuert eine Leitzinsänderung zugleich eine Änderung im Spar- und Kaufverhalten der privaten Haushalte sowie im Investitionsverhalten von Unternehmen an.

Bedeutung des Geldwertes für eine Wirtschaft

Jeder Wirtschaftsstudent lernt, dass Wirtschaft – eine Allokation von knappen Ressourcen ist. Dies bedeutet, dass die Wirtschaft einzig und allein dazu dient, bestimmte Güter, Waren oder Rohstoffe (Ressourcen), welche nicht unendlich vorhanden sind, sondern einer Knappheit unterliegen, zu verteilen. Allokation bedeutet Verteilung.

Das Konzept zur Verteilung findet über Geld statt. Denn Geld ist ein universell einsetzbares Tauschmittel, mit dem sich jede knappe Ressource bzw. Wirtschaftsgut wunderbar eintauschen lässt. Dabei lässt Geld sogar Kommastellen zu. Und diese universell einsetzbare Tauschfähigkeit ist die einzig wahre Bedeutung von Geld, weshalb es überhaupt einmal eingeführt wurde und heute noch verwendet wird.

Und wenn viel Geld vorhanden ist, lässt sich viel in Ressourcen bzw. Waren eintauschen. Wird das Geld knapper, kann weniger eingetauscht werden. Also halten wir fest:

  • Ist viel Geld da, wird viel gekauft.
  • Ist wenig Geld da, wird weniger gekauft.

Was jetzt für dich wie eine Alltagsweisheit klingt, gründet allerdings auch auf einer wirtschaftlichen Regel. Denn alle Waren in einer Volkswirtschaft müssen dem Angebot an Geld entsprechen, damit es zu einem Gleichgewicht kommt. Wird dieses Gleichgewicht gestört, kommt es zu einer Geldentwertung oder einer Geldaufwertung, was entweder zu einem Wirtschaftswachstum (Konjunktur) oder einer Schrumpfung (Rezession) führt.

Hier am Beispiel…
Angenommen in einem geschlossenen Wirtschaftskreislauf existieren nur 5 Geldeinheiten und 5 Wareneinheiten (z.B. Äpfel). Dann könnten diese 1 zu 1 getauscht werden. Jede Wareneinheit würde dann eine Geldeinheit kosten. Nimmt man nun eine Geldeinheit weg, müssen 4 Geldeinheiten den 5 Wareneinheiten (Äpfel) gegenübergestellt werden. Jede Wareneinheit würde demnach 0,8 Geldeinheiten (4/5) kosten. Die Äpfel würden dadurch im Wert sinken. Und da Geld lediglich das Tauschmittel zur Bewertung dieser Äpfel ist, würde der Geldwert im Gegenzug ansteigen.

Werden die Geldmengen erhöht, steigt der Preis je Ware. Denn die 5 Gütermengen müssen nun mit 6 Geldeinheiten bezahlt werden. Der Preis je Wareneinheit beträgt dann 1,2 Geldeinheiten(6/5). Die Äpfel haben nun einen höheren Wert. Das Geld als Umtauschmittel hat hingegen an Wert verloren.

Also, halten wir fest:

  • Mehr Geld in einer Wirtschaft bedeutet Geldentwertung bzw. Inflation
  • Weniger Geld in einer Wirtschaft bedeutet Geldaufwertung bzw. Deflation

Aber da geht noch mehr….
Denn die menschliche Wahrnehmung reagiert darauf. Und kosten die Äpfel anstelle 1 Euro nur 0,8 Euro, kaufen wir mehr. Dem Konsument ist es erst einmal völlig egal, dass der Warenwert gegenüber dem Geldwert gesunken ist. Er kauft diese Äpfel im Sonderangebot. Bei sinkender Geldmenge, sinken die Preise und der Konsum steigt direkt an. In der Bewertung dieser Situation nimmt man an, dass man mehr für sein Geld bekommt und deshalb mehr Geld zur Verfügung hat. Und ist viel Geld da, wird viel gekauft. Da es allerdings zu einer Entwertung der Konsumgüter kommt, sinkt das Wirtschaftswachstum.

Denn sobald die Waren, welche hergestellt werden, weniger wert sind – wird sich dies ebenfalls auswirken. Denn Produzenten beginnen nun, ihre Produktion abzubauen, wodurch weniger Waren produziert werden. Im Normalfall würde sich so die Produktionsmenge der gesunkenen Geldmenge anpassen und das Gleichgewicht würde natürlich entstehen. Doch eine gesunkene Geldmenge bei gleichzeitig gesunkener Produktionsmenge wäre eine Katastrophe, weshalb man staatlich eingreift – bevor dies geschieht.

Im Umkehrschluss führt eine erhöhte Geldmenge zu höheren Preisen. Auch hier könnten sich Produktionsmenge und Geldmenge auf natürliche bzw. organische Weise annähern und auf einem gemeinsamen Niveau einpegeln. Doch zu welchem gesellschaftlichen Preis? Jede Weltwirtschaftskrise begann so und die Annäherung würde zu lange andauern. Denn zuerst würde der überhöhte Preis zu Einsparungen führen, wodurch Produktionsstätten weiter abgebaut werden, bevor diese irgendwann wieder abgebaut werden.

Bevor es zu einer Annäherung kommt, würde wahrscheinlich eine Hyperinflation mit enormer Geldentwertung einsetzen. Und dann gibt es eine riesige Geldmenge, welche auf eine weiter sinkende Produktionsmenge trifft. Die Folge wäre eine sprunghafte Geldentwertung und schrumpfende Wirtschaft.

Und deshalb wird politisch eingegriffen. Dies geschieht entweder durch Bremsung der Wirtschaft, um die Preise nicht ausufern zu lassen oder durch eine Befeuerung der Wirtschaft, um das Wirtschaftswachstum zu fördern.

Denn eine wesentliche Aufgabe eines Staates besteht darin, alle Bürger bestmöglich zu versorgen. Und deshalb bedient dieser sich verschiedener Instrumente, um das Gleichgewicht zwischen Gütermenge und Geldmenge zu bewahren. Die Gütermenge einer Volkswirtschaft kann gesteuert werden, indem mehr hergestellt wird. Dies kann ein Staat bzw. eine Gesellschaft machen, indem es Förderprogramme schaltet oder Subventionen vergibt. Unternehmen werden sich dadurch vergrößern, mehr produzieren und die Warenmenge erhöhen, wodurch sich der Preis und das Wirtschaftswachstum ändern lässt.

Die Geldmenge lässt sich allerdings auch steuern und zwar über die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Und nun kommen wir zur Zinswende, dem Niedrigzinsen und deren Auswirkungen.

Welche Rolle spielt die EZB bei der Zinswende

Jeder Währungsraum hat eine Zentralbank. In Europa ist dies die Europäische Zentralbank (EZB) und in Amerika die Federal Reserve (FED). Lass uns die Aufgabe einer Zentralbank, wie der EZB, einmal näher anschauen.

Die EZB ist die Zentralbank für die Gemeinschaftswährung Euro. Jede Volkswirtschaft, innerhalb dieser Währungsgemeinschaft, hat allerdings noch eine eigene Bundesbank, welche als Zentralbank eines Staates fungiert. Die Zentralbank für Deutschland ist die Deutsche Bundesbank. Und die Deutsche Bundesbank ist genau wie alle anderen nationalen Zentralbanken im Euroraum der EZB untergeordnet.

Die EZB ist somit die Bank der Banken. Alle Banken haben ein Konto bei der EZB. Dort können sie sich Geld von der EZB leihen oder Geld, wie zum Beispiel Mindestreserven lagern. Wenn Banken sich untereinander Geld leihen, geschieht dies häufig über Konten der Zentralbank. Die in Frankfurt ansässigen EZB unterliegt keiner politischen Kontrolle und ist daher unabhängig.

Die Hauptaufgabe der EZB ist, die Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten. Konkret bedeutet dies, dass sich die EZB zur Aufgabe gesetzt hat, die Inflationsrate auf einem Niveau von zwei Prozent zu halten.

Zinswende der EZB soll Inflation verhindern

Die Inflationsrate ist die Rate, mit welcher die Preise im Euroraum steigen. Es wird somit alles teuer. Das Gegenteil ist die Deflation, also ein Verfall der Preise. Beide Richtungen im Extremen sind für die Wirtschaft eines Landes oder einer gesamten Region sehr schädlich.

Die Inflation bzw. auch Geldentwertung genannt, geschieht immer dann, wenn zu viel Geld in einer Volkswirtschaft steckt. Nun muss man anerkennen, dass Geld eigentlich ein rein universell einsetzbares Tauschmittel ist. Mit Geld kann man ziemlich genau ein Wirtschafts- oder Konsumgut bewerten und dieses dann kaufen bzw. bezahlen. Dabei findet ein Transfer der Ware vom Verkäufer zum Käufer statt und ein Transfer von Geldbeträgen, um den Umtausch zu finanzieren.

Im Gleichgewicht befindet sich eine Wirtschaft, wenn soviel Geld in einer Volkswirtschaft vorhanden ist, dass damit alle produzierten Waren gekauft werden können. Sind zu wenig Waren und zu viel Geld vorhanden, kippt dieses Gleichgewicht. Denn die wenigen Waren müssen nun mit mehr Geld bezahlt werden. Es kommt also zur Inflation. Und die EZB versucht mit Zinsen, diese Inflation auf einem gesunden Niveau zu halten.

Diese Fokussierung von 2% Inflationsrate ist historisch aus dem Ziel der Deutschen Bundesbank begründet, an welcher sich die EZB seit ihrer Gründung stark orientiert. Denn die deutsche Bundesbank hatte schon immer als Ziel die Inflationsrate in Schach zu halten, da man eine Hyperinflation, wie es in Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg der Fall war, auf jeden Fall verhindern will.

Die Zielmarke von zwei Prozent Inflation ist eine sehr gesunde Marke, da eine Deflation genauso schädlich für die Wirtschaft ist, wie eine Hyperinflation. Denn auch hier würde die Wirtschaft bzw. das Verhältnis zwischen Waren und Geldeinheiten aus dem Gleichgewicht geraten.

Das primäre Ziel der EZB ist demnach für eine Preisstabilität zu sorgen, indem sie die Inflation in einem Rahmen von zwei Prozent hält. Darüber hinaus unterstützt sie die Europäische Union in ihren Zielsetzungen, solange dies nicht im Konflikt mit der Preisstabilität steht. Das über allem herrschende Ziel ist das Wirtschaftswachstum in den Ländern von Europa.

In den letzten Jahren hat die EZB immer mehr Aufgaben übernommen. So ist die Europäische Zentralbank zum Beispiel das einzige Institut, dass die Genehmigung an die nationalen Notenbanken geben darf, Geld zu drucken. Um die Hauptziele der Preisstabilität und das Wirtschaftswachstum zu verfolgen, stehen der EZB drei Instrumente zur Verfügung:

  • Zinspolitik
  • Mindestreserven
  • Offenmarktgeschäfte

Um eine Zinswende zu steuern, tritt hier das erste Instrument, die Zinspolitik, in Kraft.

Auswirkungen einer Zinswende in Deutschland und Europa

Mit der Zinspolitik kann die EZB die Geldmenge steuern. Und wie bereits beschrieben hat die Geldmenge einen direkten Einfluss auf die Inflation. Ist viel Geld im Umlauf, ist das Geld somit verhältnismäßig weniger wert und es kommt zur Inflation. Wenn weniger Geld im Umlauf ist, steigt der Wert des Geldes und die Inflationsrate sinkt.

Man kann sich dies auch durch die Erwartungshaltung der Bevölkerung erklären. Diese Erwartungshaltung fließt als Stellwert in eine Wirtschaftsprognose für die Zukunft immer mit ein. Ist in einer Volkswirtschaft viel Geld vorhanden, sind die Erwartungen der Menschen eher positiv was die Zukunft betrifft. Dadurch sparen sie weniger und geben mehr Geld aus. Wird mehr Geld ausgegeben, bedeutet dies – dass die Nachfrage nach bestimmten Produkten angestiegen ist. Da auch die Nachfrage den Preis regelt, wird der Preis ebenfalls nicht stabil bleiben, sondern steigen. Ganz schnell verliert man dann die Kontrolle und die Inflationsrate liegt über 2 %.

Aber die EZB hat das Mittel der Zinspolitik, um die Geldmenge zu verringern und somit die Inflationsrate zu senken. Um die Geldmenge zu steuern, steht der sogenannte Leitzins zur Verfügung. Der Leitzins wird durch die EZB festgelegt und spiegelt den Zinssatz wider, mit welchem sich Banken Geld von der EZB leihen oder zu welchem Zins. die Banken dort selbst Geld anlegen können.

Der Leitzins beeinflusst somit indirekt das allgemeine Zinsniveau. Ist der Leitzins niedrig, können sich Banken günstig Geld von der EZB leihen und dieses auch zu günstigen Zinsen an Unternehmen oder Privatpersonen weiterverleihen. Die Geldmenge wird somit erhöht. Unternehmen können dann Investitionen tätigen und beispielsweise neue Geräte kaufen. Die Investitionsquote steigt dadurch.

Durch die günstige Kreditvergabe an Privatpersonen steigt der Konsum, da sich so zum Beispiel ein neues Auto angeschafft oder ein neues Haus gekauft werden kann. Der dadurch steigende Konsum und die Investition der Unternehmen feuern im besten Fall die Wirtschaft an. Kommt es in diesem Wirtschaftsszenario dann zu einer Inflation, erhöht die EZB die Leitzinsen, um die Wirtschaft wieder etwas zu beruhigen.

Die Hauptaufgabe einer Zentralbank ist dementsprechend immer für ein Gleichgewicht zwischen dem Wirtschaftswachstum und der Preisstabilität zu halten. Diese Auswirkungen der Zinspolitik betreffen erst einmal nur Europa bzw. den Euroraum, zu dem auch Deutschland gehört. Aber die Veränderung des Leitzinses hat auch Auswirkungen auf den Import und Export. Somit betrifft dies auch die USA und China als zwei große Wirtschaftsräume außerhalb Europas. (unten mehr)

Auswirkungen einer Anhebung des Leitzinses auf den Binnenmarkt

Durch eine Anhebung des Leitzinses, gibt die EZB einen hohen Zins an Banken aus. Diese wiederum geben diesen Zins an ihre Bankkunden weiter. Dadurch kaufen Unternehmen oder auch Privatpersonen weniger auf Pump, da die Zinsen für einen Kredit entsprechend steigen. Die Sparquote erhöht sich stattdessen, da die Menschen den hohen Zins für sich nutzen wollen. Die Bürger legen ihr Geld auf Sparkonten an, wodurch die regionalen Banken, dieses Geld bei der EZB anlegen können und ebenfalls vom hohen Zins profitieren. Gelder werden somit der Realwirtschaft entzogen, um diese auf dem Banksektor anzuhäufen.

Ist weniger Geld im Umlauf, sinken die Preise. Aber auch die Nachfrage sinkt, da die Menschen lieber ihr Geld sparen. Niemand kauft ein neues Auto, da die Zinsen für einen Bankkredit zu hoch sind. Die Wirtschaft profitiert demnach nicht von hohen Zinsen. Stattdessen kommt es zu einer Schrumpfung der Wirtschaft.

Auswirkungen bei Senkung des Leitzinses auf den Binnenmarkt

In Zeiten einer Niedrigzinspolitik können sich Banken, für niedrige Zinsen, Geld von der EZB leihen. Diese niedrige Zinsen geben sie an ihre Bankkunden weiter, wodurch Kredite billiger werden. Geld gelangt in die Wirtschaft. Aber es werden nicht nur Kredite billiger: Auch für Sparprodukte gibt es wenig bis keine Zinsen. Menschen kaufen nun mehr ein. Die Entscheidung zum Hauskauf wird nun leichtfertiger getroffen oder das neue Auto wird mit einem Niedrigzinskredit finanziert.

Die erhöhte Nachfrage lässt die Preise steigen. Die Inflation bzw. Geldentwertung setzt ein. Um das Geld vor einer Inflation zu schützen, investieren Anleger daher in Rohstoffe, wie zum Beispiel in Gold oder in Aktien. Gleichzeitig erhöht sich die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Menschen nehmen Kredite auf, um Häuser zu bauen oder Autos zu kaufen. Unternehmen nehmen Kredite auf und investieren das Geld in neue Produktionszweige, Filialen und Standorte. Es entstehen neue Arbeitsplätze.

Die Wirtschaft wächst. Gleichzeitig wächst die Inflationsrate. Du erkennst das Problem, oder?
Das Wachstum darf nicht uferlos werden, da ansonsten die hohen Preise – eine nachteilige Auswirkung auf die Nachfrage haben. Die Menschen würden bei zu hohen Preisen, einfach sparen. Dadurch würden sich mittelfristig die Unternehmen aus den Märkten zurückziehen, was zu Arbeitslosigkeit und so weiter führt. Schließlich würde eine immer noch zu große Geldmenge auf eine sinkende Warenmenge treffen. Dies würde die Hyperinflation einleiten können.

Aber da Wirtschaftswachstum und Inflationsrate zwei Prozentzahlen sind, lassen diese sich ganz gut vergleichen. Entfernen sich beide zu stark voneinander, wird entsprechend eingriffen und die Zinswende durch EZB beschlossen. Entweder werden dann die Zinsen erhöht, um die Inflationsrate abzubauen oder die Zinsen werden gesenkt, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Das Problem in Europa ist nur, dass unterschiedliche Volkswirtschaften betroffen sind. Und so profitieren manche Länder von Niedrigzinsen und andere Länder werden dadurch benachteiligt.

Auswirkungen einer Zinswende auf die USA, China und andere Wirtschaftsräume

Außenwirtschaftlich bezeichnet man Fremdwährungen als Devisen. Für die USA und China ist der Euro demnach eine Devise. Diese Devisen müssen gegen die eigene Währung getauscht werden, um Handel mit dem europäischen Binnenmarkt zu betreiben.

Ist im Euroraum viel Geld vorhanden, sind die Preise zwar im Binnenmarkt hoch, doch der Euro ist schwach gegenüber dem Dollar. Hier gilt das gleiche Regel:

  • 5 Geldeinheiten Euro zu 5 Geldeinheiten Dollar: Umtausch 1 zu 1
  • 6 Geldeinheiten Euro zu 5 Geldeinheiten Dollar: Umtausch 6 zu 5 bzw. 1,2

Der Dollar hat demnach gegenüber dem Euro einen höheren Wert, was sich auf Import und Export auswirkt. Ein niedriger Kurs des Euros gegenüber Fremdwährungen kann somit zum Wirtschaftswachstum über den Export führen.

Am Beispiel…
Angenommen für einen Dollar bekommt man beispielsweise 1,5 Euro. Ein deutsches Auto, was bei einer Gleichstellung beider Devisen (1 Euro = 1 Dollar) circa 20.000 Euro bzw. Dollar kosten würde, kann bei einem schwachen Euro für 13.333 Dollar (20.000/1,5) gekauft und in die USA importiert werden. In Touristenhochburgen sieht man das gleiche Phänomen. Die eigene Währung wird gegenüber der ausländischen Währung derart abgewertet, dass es für Urlauber dort sehr billig ist, einzukaufen.

Die Niedrigzinspolitik der EZB, bei der sie große Geldmengen, in die Wirtschaft leitet – wertet somit auch die eigene Währung ab und hilft vor allem exportstarken Nationen. Denn neben der hohen Preise im Inland wird man so Exportweltmeister, stellt seine Wirtschaft darauf ein und schafft Arbeitsplätze, welche lediglich auf Export ausgerichtet sind.

Weitere Auswirkungen auf den Finanzmarkt

Bei einer Zinswende hin zu höheren Zinsen kann eine unmittelbare Folge sein, dass Anleger ihr Geld aus dem Aktien- oder Rohstoffmarkt rausziehen und in herkömmliche Sparprodukte umlagern. Eine direkte Folge wäre ein Abverkauf von Aktien, wodurch die entsprechenden Unternehmen an Wert verlieren.

Zusammenfassung:

  • Wirtschaft dient den Menschen. Denn durch die Wirtschaft soll die Versorgung mit Lebensmitteln, Rohstoffen, Waren oder anderen Konsumgütern garantiert werden.
  • Um diese Versorgung zu regeln, gibt es Geld als universell einsetzbares Tauschmittel.
  • Die Geldmenge in einer Volkswirtschaft entspricht der Produktions- bzw. Versorgungsmenge an Waren und Dienstleistungen, für die sie als Tauschmittel eingesetzt wird. Dann besteht zwischen beiden Größen ein Gleichgewicht.
  • Wird die Geldmenge erhöht und die Produktionsmenge bleibt gleich, steigen die Preise.
  • Höhere Geldmenge bedeutet demnach Inflation, aber auch Wirtschaftswachstum
  • Durch die Zinspolitik der EZB soll eine Strategie gefunden werden, welche Preisstabilität und Wirtschaftswachstum gleichzeitig garantieren soll.
  • Eine Zinswende vom Hoch- zum Niedrigzins oder umgekehrt, führt dazu, dass entweder der Inflation entgegen gewirkt wird oder dass das Wirtschaftswachstum angekurbelt wird.

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