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Jean Martin Freud: Biographie des ältesten Sohnes Sigmund Freuds


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Jean Martin Freud war der älteste Sohn von Sigmund Freud und seiner Ehefrau Martha. Aufgewachsen in Wien, absolvierte Martin ein Studium in Rechtswissenschaften, war Soldat im 1. Weltkrieg und Geschäftsführer des „Internationalen Psychoanalytischen Verlages“.

Jean Martin Freud: Biografie und Zeittafel

Datum Ereignis
07.12.1889 Jean Martin Freud wird in Wien geboren
1908 Abschluss am Maximiliansgymnasium, Matura (Abitur) mit Auszeichnung
1908/09 Immatrikulation an der Juristischen Fakultät der Universität Wien
1910 Militärdienst, freiwilliges Jahr
1913 promovierte an der Universität in Wien
1913/14 Arbeit am Gericht in Salzburg
1914 – 1919 Im ersten Weltkrieg meldet er sich als Freiwilliger. Er dient zuerst in Russland und dann Italien. Bis 1919 ist er italienischer Kriegsgefangener.
07.12.1919 30. Geburtstag und zugleich Hochzeit mit Ernestine Ducker, Tochter eines Wiener Rechtsanwaltes
03.04.1921 Sohn Anton Walter Freud wird geboren
06.08.1924 Tochter Miriam Sophie Freud wird geboren
1924 – 1927 Arbeit als Prokurist bei Fides Treuhand-Bank
Ende 1931 Der „Internationaler Psychoanalytischer Verlag“ steht kurz vor dem Bankrott. Martin Freud wird Verlagsleiter und löst Adolf Josef Storfer ab.
1932 – 1935 Zahlreiche Affären. Gerüchten zufolge unterhielt Martin auch eine Affäre mit Marie Bonaparte, der Prinzessin von Griechenland und Dänemark. Diese war seit 1925 in Behandlung bei Sigmund Freud und unterstützte den „Internationalen Psychoanalytischen Verlag“ mit großzügigen Spenden.
1936 Die Gestapo beschlagnahmt Bücher des Verlages. Martin Freud rettet einige Bücher seines Vaters und anderer Autoren, indem er diese aus Deutschland herausschmuggeln lässt.
vor 1938 Trennung von Ernestine
1938 Flucht mit Sohn A. Walter nach London. Martins ehemalige Frau und Tochter Sophie fliehen ab 1940 zuerst nach Frankreich, dann nach Marokko und schließlich in die USA.
1958 Herausgabe des „Glory Reflected“
25.04. 1967 Martin Freud stirbt in Hove (Sussex)

Jean Martin Freud war das zweite Kind der Freuds und ältester Sohn der Familie. Er wurde am 07. Dezember 1889 in Wien geboren und starb am 25.04. 1967 in Hove (Südengland).

Das von ihm veröffentliche Familienbuch „Glory Reflected“, welches 1958 erschien, gibt Einblicke über den Familienalltag der Freuds. So wurde immer zur gleichen Zeit gegessen, Vater Sigmund bestand darauf, dass alles terminiert und zeitlich genau getaktet wurde. Martins Mutter Martha war die Organisatorin hinter dem Psychoanalytiker.

Seinen Namen verdankte er dem Pariser Neurologen Jean-Martin-Charcot, bei welchen Sigmund Freud in der Lehre (1885/86) war und der dessen Sichtweise auf psychische Erkrankungen für immer veränderte.

Trotz jüdischer Herkunft bestand Sigmund darauf, dass seine Söhne nicht beschnitten wurden. Dies war der zweite Bruch mit der Religion. Denn zuvor hatte er bereits verboten, dass religiöse Rituale abgehalten und jüdische Feiertage gefeiert werden.

Martin studierte Jura und kümmerte sich um die Geldangelegenheiten des psychoanalytischen Verlages in der Berggasse 7, unweit der Praxis bzw. des Elternhauses (Berggasse 9).

Jean Martin Freud, welcher lediglich Martin gerufen wurde – heirate zweimal.
Am 07.12.1919 heiratete er Ernestine Ducker. Ernestine war Logopädin (Sprecherziehung) und richtete Theaterabende aus. Zusammen hatten sie zwei Kinder, Anton Walter Freud und Sophie Freud. Allerdings war Martin seiner Ehefrau nicht immer treu und hatte einige Affären. Die Ehe mit Ernestine zerbrach und mit ihr die Familie.

Als Österreich von Deutschland annektiert wurde, flohen Martin und sein Sohn Anton nach Großbritannien. Sophie und ihre Mutter Ernestine flohen im September 1940 – auf Fahrrädern – aus Nazideutschland ins benachbarte Frankreich. Sophie Freud lernte dort ihren späteren Ehemann Martin Paul Löwenstein kennen. Zusammen flohen sie über Casablanca in die USA. Wie im gleichnamigen Film „Casablanca“ versuchten sie über Französisch-Marokko nach Amerika auszuwandern. Ernestine und Sophie erreichten im November 1942 die USA.

Sophie lebt heute noch in den USA, studierte selbst Psychologie und gehört zu entschiedenen Freud-Kritikern. Sie sieht in ihrem Großvater einen weit überschätzten Wissenschaftler und sieht ihn als falschen Propheten des 20. Jahrhunderts.

Währenddessen baute sich Martin Freud eine neue Existenz in England auf. So arbeitete er als Buchhalter, gründete ein Kosmetikartikel-Label – namens Martin A, eröffnete einen Tabakladen. Anlässlich des 100-jährigen Geburtstages seines Vaters wollte Martin das Erinnerungsbuch der Familie „Glory Reflected“ veröffentlichen. Dies stieß bei einigen Freud-Kindern auf Empörung.

Seine jüngere Schwester Anna Freud, welche das wissenschaftliche Erbe ihres Vaters pflegte – war entschieden gegen die Veröffentlichung. Denn im Erinnerungsbuch standen neben Urlaubsaktivitäten, Erinnerungen an Kindheitstagen auch Einzelheiten zu persönlichen Auseinandersetzungen. Martin tat es dennoch und das Buch erschien 1958.


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