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Weltklimabericht: Was ist das, Was steht drin, Welche Konsequenzen ergeben sich


Der Weltklimabericht bzw. auch als Sachstandsbericht des IPCC bezeichnet, ist eine wissenschaftliche Darstellung über die Lage des Weltklimas und deren Veränderungen. Ziel ist es, einen Kenntnisstand über den Klimawandel zu generieren und Prognosen abzuleiten.

Was ist der Weltklimabericht: Definition und Bedeutung

Der anthropogene (d.h. menschengemachte) Klimawandel ist ein globales Thema, das im weltweit anerkannten Weltklimabericht behandelt wird. Im Abstand weniger Jahre erscheint ein solcher Klimareport, um die Auswirkungen des Wandels deutlich zu machen. In den letzten Jahren zeichnet ein zunehmend düsteres Bild ab: Überschwemmungen, Hitze und Dürreperioden – der Klimawandel ist längst auf der Welt angekommen.

Und der Weltklimabericht soll genau diese Folgen aufzeigen und die Regierungen international zum Handeln bewegen. Dabei stellt sich die Frage, für wen und von wem der Report konkret gedacht ist. Wer soll und kann gegen den Klimawandel in welcher Weise aktiv werden?

Wer erstellt den Weltklimabericht

Die IPCC ist ein Ausschuss oder Rat, also ein Gremium – welches nur einer Sache dient, diese untersucht und den Stand der Erkenntnis stets erneuert. Die Abkürzung IPCC steht für „Intergovernmental Panel on Climate Change“. Um ihren Auftrag zu erfüllen, verfasst die Institution regelmäßig Forschungsberichte, die den Fortgang der klimatischen Änderungen auf der Erde zusammenfassen. Den Weltklimabericht nutzen Regierungen auf der Welt als Grundlage für Entscheidungen, um entsprechende Maßnahmen gegen den Wandel anstoßen zu können.

Die Abhandlung stellt demnach einen Spiegel des wissenschaftlichen Forschungsstandes dar. Er ermöglicht Entscheidungen, die auf der akademischen Forschung basieren und nicht aus rein politischen Gründen getroffen werden. Ein wichtiger Aspekt liegt hierbei im vollständigen Fehlen von konkreten Empfehlungen zum Handeln im IPCC-Bericht.

Der Weltklimarat bzw. IPCC operiert dabei zwischenstaatliche und setzt sich hauptsächlich aus verschiedenen Regierungen bzw. dessen Vertretern und Beobachtern zusammen. Es sind über 120 Organisationen als Betrachter und insgesamt 195 Regierungen im Weltklimarat verbündet. Diese Organisation entstand bereits im Jahr 1988. Damals gründeten die WMO (Weltorganisation für Meteorologie) und das UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) den Ausschuss. Es handelt sich noch immer um eine Einrichtung der Vereinten Nationen (UN), die sich der wissenschaftlichen Begutachtung und Auswirkung des Klimawandels widmet.

Für wen ist der Weltklimabericht

Der Weltklimabericht zielt vorrangig darauf ab, die akademische Forschung zum Klimawandel zusammenzutragen und aus wissenschaftlicher Sicht zu bewerten. Auf diese Weise erhalten Regierungen die Möglichkeit, politische Entscheidungen zur Verringerung der Klimawandelfolgen zu treffen. Wichtig ist hierbei, dass der IPCC keine eigenen Empfehlungen zum Handeln ausspricht. Vielmehr handelt es sich um eine neutrale, fundierte Erforschung des Klimas und dessen Auswirkungen auf die Menschheit.

Die verschiedenen Sachstandsberichte, die fester Teil des Klimaberichts sind, gelten als ausgesprochen glaubwürdig. Sie berücksichtigen sozioökonomische Aspekte ebenso wie naturwissenschaftliche und technische Elemente. Die weitreichenden Ergebnisse des auf wissenschaftlicher Forschung basierenden Reports haben dazu geführt, dass der Weltklimarat den Friedensnobelpreis im Jahr 2007 erhielt.

Politische Bedeutung des Weltklimaberichts

Die verschiedenen Forschungsberichte haben dem IPCC viel Anerkennung weltweit eingebracht. Dadurch verwenden die einzelnen Regierungen die Sachverhalte, um entsprechend klimarelevante Entscheidungen für die Zukunft im jeweiligen Land treffen zu können. Abgesehen von der regierungspolitischen Zielgruppe, nutzen ebenfalls Universitäten die Ergebnisse, um beispielsweise die wissenschaftliche Forschung auszubauen oder neue Technologien im Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel zu entwickeln.

Städte und Kommunen sowie Staaten auf dem ganzen Globus können von den sorgfältig bereitgestellten Informationen aus dem IPCC-Bericht profitieren. Denn Überschwemmungen, Hochwasser und Hitzewellen nehmen zu – das ist ein Fakt. Um mit den Folgen der klimatischen Änderungen zurechtzukommen, ist Anpassung gefragt. Der Weltklimabericht richtet sich deswegen vorrangig an jene Personengruppen, die bemächtigt sind, entsprechende Veränderungen anzustoßen. Aber auch Privatpersonen können von dem Wissen profitieren, um im eigenen Umfeld neue Entwicklungen anzuregen oder umzudenken.

Der Weltklimabericht ist sachlich nüchtern und soll keine bevorstehende Apokalypse skizzieren. Stattdessen basiert der Bericht auf Fakten, Modellrechnungen und Systemuntersuchungen. Solche Modellierungen beziehen möglichst viele Parameter ein. Diese Parameter können der derzeitige Meeresspiegel, die Zusammensetzung der Atmosphäre, Erderwärmung und andere Werte der Umwelt sein. Da man davon ausgeht, dass beispielsweise der Meeresspiegel bzw. dessen Höhe eine Auswirkung auf die Atmosphäre hat und umgekehrt, lassen sich beide Änderungen messen und Abhängigkeiten ermitteln.

Klima wird demnach als System verstanden. In diesem System führen Merkmalsausprägungen und Veränderungen des einen Parameters wohlmöglich zu Veränderungen eines anderen Parameters. Denn jedes System ist eine Ansammlung vom Elementen, welche in Wechselbeziehung zueinander stehen. Und bestimmte Elemente haben in so einem System eine Hebelwirkung, weshalb man diese als Faktoren bezeichnet – um damit deren multiplikativen Eigenschaften (Multiplikation) zu demonstrieren. Außerdem lassen sich Faktoren wichten, wodurch ein Szenario herausgearbeitet werden kann. (unten mehr)

Da man nun die Abhängigkeiten zwischen den Variablen kennt, kann man in den Modellrechnungen bestimmte Szenarien simulieren. Bei solchen Simulationen wird dann ein Parameter erhöht bzw. gesenkt und deren Folgen für alle anderen Parameter prognostiziert. So geht man beispielsweise davon aus, dass eine durchschnittliche Temperaturerhöhung von wenigen Grad zu einem Abschmelzen der Pole führt, wodurch der Meeresspiegel steigen wird, der Wasserhaushalt der gesamten Erde verschoben wird und es zu mehr Flutkatastrophen, Starkregenfällen und Extremwetterereignissen kommt.

Durch diese Veränderung schmelzen wohlmöglich Permafrostböden, welche bisher bestimmte Giftgase vor dem Austreten abgehalten haben. Gleichzeitig verändern sich der pH-Wert im Boden, im Meer und der Erdatmosphäre, wodurch sich diese Systeme neu einstellen. Die Photosynthese der Pflanzen und des Phytoplankton des Meeres wird sich ändern, wodurch weniger Kohlendioxid gebunden wird und gleichzeitig weniger Sauerstoff hergestellt wird. Die Zunahme der Treibhausgase führen dann zu einem schnelleren Klimawandel, aufgrund des exponentiellen Potentials in der Gleichung.

Diese Zahlen werden als neuer Kenntnisstand im Weltklimabericht präsentiert, an denen sich die Vertreter der einzelnen Länder orientieren können. Handlungsempfehlungen oder klare Anweisungen gibt der Weltklimarat nicht.

Wie oft erstellt der Ausschuss den Weltklimabericht

Der erste Report zum Klima entstand 1990. Seitdem sind fünf weitere IPCC-Berichte veröffentlicht worden. Die sechste Abhandlung ist seit 2017 in Arbeit. Die ersten Ergebnisse dazu liegen seit August 2021 vor. Im Durchschnitt erscheinen die Sachstandsberichte ungefähr jedes 6. Jahr. Bisher sind die folgenden Klimaberichte herausgebracht worden:

  • 2021/2022 – aktuellster Weltklimabericht
  • 2013/2014 – fünfte Ausarbeitung
  • 2007
  • 2001
  • 1995
  • 1990 – erster Bericht vom Weltklimarat

Zusätzlich zum Weltklimabericht (im englischsprachigen Raum ist dieser auch als Assessment Report geläufig) veröffentlicht der IPCC Sonderberichte zu verschiedenen Themen. Bspw. behandelten die bisherigen Sonderberichte Problematiken, wie die Minderung des Klimawandels oder erneuerbare Energiequellen. Forstwirtschaft und Landnutzung zählen ebenfalls zu den Themenstellungen der Sonderberichte. Sie kommen eher unregelmäßig heraus.

Was steht im Weltklimabericht drin

Der Weltklimareport setzt sich zunächst aus vier einzelnen Sachstandsberichten zusammen. Drei Expertengruppen des Weltklimarates erstellen je eine Gesamtschau der gewonnenen Erkenntnisse. Diese basieren auf den oben beschriebenen Modellen. Als abschließendes Element rundet ein Synthesebericht den Weltklimabericht ab. Dieser letzte Bericht enthält im Übrigen jene ca. 30 Seiten umfassende Zusammenfassungen, die von Regierungsvertretern in der Vollversammlung zum Schluss anerkannt werden. Die Arbeitsgruppen widmen sich den nachstehend gelisteten Schwerpunkten, um die unterschiedlichen Forschungsergebnisse zusammenzutragen:

  • wissenschaftliche Grundlagen
  • Auswirkungen, Anpassung, Verwundbarkeit
  • Verminderung des klimatischen Wandels

Worauf basiert der Bericht vom Weltklimarat?

Der Report vom IPCC ist keine vom Rat selbstständig durchgeführte Forschungsarbeit. Für die wissenschaftliche Ergründung des menschengemachten Klimawandels werden vielmehr Wissenschaftler beauftragt. Sie entstammen vorrangig den Arbeitsgebieten Technologie, Klimatologie oder Sozialwissenschaften. Da der Weltklimabericht sich ebenfalls mit den Auswirkungen des Wandels auf die Menschen auseinandersetzt, sind diese verschiedenen Disziplinen wichtige Bausteine im Bericht.

Eine alternative Bezeichnung für den Weltklimabericht sind die Sachstandsberichte der drei Arbeitsgruppen. Die Forschungsleistung der einzelnen Arbeitsgruppen basiert auf den oben beschriebenen Beobachtungen, Systemanalysen, Simulationen und Modellrechnung.

Die Erstellung des IPCC-Berichts erfolgt mithilfe von wissenschaftlichen Forschungsmethoden. Die Peer-Review ist ein wesentlicher Teil des methodischen Vorgehens. Dabei durchlaufen die verschiedenen Sachstandsberichte drei Runden der Begutachtung. Hierbei haben die jeweiligen Autoren die Gelegenheit, Vorschläge und Kritik gleichermaßen zu berücksichtigen. Anmerkungen können dadurch in den drei Begutachtungsrunden im Bericht einfließen.

Zusätzlich kommen sog. Review Editors zum Einsatz. Es handelt sich dabei um unabhängige Editoren. Sie beurteilen die Ergebnisse und sorgen dafür, dass innerhalb der überarbeiteten Berichte alle notwendigen Sichtweisen beachtet wurden. Der gesamte Vorgang des Zusammentragens, Überarbeitens und Begutachtens unterliegt der Vertraulichkeit. Erst nach der Veröffentlichung des jeweiligen Sachstandsberichts werden sämtliche Dokumente zur Einsicht freigegeben.

Die Vollversammlung als Abschluss

Sobald die Sachstandsberichte inklusive der Kurzfassungen fertiggestellt sind, treffen sich Regierungsvertreter mit dem Wissenschaftsvorsitz in einem Plenum, d. h. einer Versammlung. Die ca. 30-seitigen Zusammenfassungen werden in den Zusammenkünften Zeile für Zeile und Satz für Satz durchgegangen und verabschiedet. Auf dieser Grundlage können die Regierungen die Forschungsergebnisse aus dem Weltklimabericht bestätigen und anerkennen.

Für die Annahme der wissenschaftlich begründeten Feststellungen im Report ist es im Übrigen wesentlich, dass die Aussagen ausschließlich auf den vorliegenden Berichten und Informationen basieren. Zugleich sollten sie ausgewogen und vollständig, aber ebenso verständlich sein. Den Abschluss der Vollversammlungen gestalten die Wissenschaftler. Sie bestätigen in diesem offiziellen Rahmen die Korrektheit der Formulierungen. Dadurch ist ein sorgfältiges und transparentes Vorgehen sichergestellt.

Konsequenzen und Kritik: Welche Auswirkungen hat der Weltklimabericht?

Die globale Klimapolitik nutzt schließlich die Endergebnisse, die im IPCC-Bericht zusammengetragen wurden, für weitere Entwicklungen und Entscheidungen. Die weltweite Anerkennung bringt allerdings ebenso kritische Stimmen zum Weltklimarat mit sich. Leugner bzw. Skeptiker des Klimawandels versuchen regelmäßig, die Ergebnisse in Zweifel zu ziehen und die wissenschaftliche Forschung zu verunglimpfen.

Ein wesentlicher Angriffspunkt der Kritiker beläuft sich auf die Abschwächung von Informationen im Bericht. Hierbei haben wissenschaftliche Untersuchungen feststellen können, dass der Weltklimabericht die Auswirkungen und Ergebnisse tendenziell unterschätzend darstellt. Klimawandelskeptiker werfen hingegen dem IPCC Übertreibung vor. Sie nutzen Blogartikel und andere Meinungsbeiträge, um die fundierten Aussagen der Wissenschaftler zu kritisieren, abzuschwächen und dadurch politische Stimmen zu beeinflussen bzw. generellen Unglauben am Klimawandel zu säen.

Nun sollte man wissen, dass der Weltklimabericht eine Risikoanalyse ist. Denn dieser schätzt die Veränderungen des Klimawandels für zukünftige Generationen ein. Wie jede Risikoanalyse unterliegt das Risiko einer gewissen Eintrittswahrscheinlichkeit. So kann man – innerhalb der Modellrechnungen – festlegen, dass beispielsweise die Temperaturänderung zu:

  • 10 Prozent
  • zu 60 Prozent
  • oder zu 80 Prozent eintreten wird.

Die Temperaturänderung bzw. die Erderwärmung wird demnach unterschiedlich gewichtet und übt demnach auch einen unterschiedlich starken Einfluss auf die zukünftige Klimaentwicklung aus. Daraus ergeben sich im Temperaturmodell drei verschiedene Szenarien, welche man:

  • Best-Case-Szenario bei 10-pozentiger Eintrittswahrscheinlichkeit
  • Middle-Case-Szenario bei 60-prozentiger Eintrittswahrscheinlichkeit
  • oder das Worst-Case-Szenario bei 80-prozentiger Eintrittswahrscheinlichkeit bezeichnet.

Das 0-Prozent und 100-Prozent-Szenario gibt es nicht, da diese Szenarien – anhand der Wissenschaftlichkeit einer Untersuchung – immer unwissenschaftlich wären. Nun da man die Auswirkungen dieser drei Szenarien für einen Parameter kennt, ermittelt man die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten aller drei Szenarien. Die Risikoeinschätzungen bei vielen Risikoanalysen basieren auf der Gaußschen-Glockenkurve. Diese Kurve verläuft wie eine Turmglocke. An der Seite baut sie sich auf, dann steigt es zur Mitte an und fällt am anderen Rand wieder ab.

Das bedeutet, dass Randszenarien (Best und Worst Case) mit einer geringen Wahrscheinlichkeit eintreten und das Mittlere Szenario mit größeren Wahrscheinlichkeit eintreten wird. Alle drei Szenarien lassen sich somit mit einer Eintrittswahrscheinlichkeiten auf- bzw. entwerten, womit sich ein Durchschnittswert ergibt. So zum Beispiel:

  • 0,25 * Szenario 1 + 0,5 * Szenario 2 + 0,25 * Szenario 3

Dadurch ergibt sich ein Szenario, welches die Eintrittswahrscheinlichkeit der Erderwärmung relativ genau abbilden soll. Für alle anderen Risikofaktoren in der Modellrechnung (z.B. Kohlendioxidanstieg) werden ebenfalls Risikoanalysen gemacht und die wahrscheinlichsten Szenarien fließen somit ein.

Dem Weltklimarat somit vorzuwerfen, dass nur Worst-Case-Szenarien ins Modell einfließen, ist somit falsch, da dies unwissenschaftlich wäre. Und der Weltklimabericht hat nicht die Aufgabe, Regierungen zu lenken, sondern Wissenschaft zu betreiben. Alle involvierten Forscher sind somit dem Erkenntnisgewinn verpflichtet, deren Motivation darin besteht, Erkenntnis zu erlangen. Eine politische Meinungsmache oder Ähnliches ist niemals die Aufgabe oder die Motivation der Wissenschaft. Hier ist eine klare Trennung zwischen Meinung und Wissenschaft zu erkennen, da letztere immer auf Mathematik beruhen muss.

Zweifel am Weltklimabericht – die Macht der Kritiker

Trotz gewichteter Szenarioanalysen, unabhängiger Forschungsgruppen und wissenschaftlicher Methodik kommen immer wieder Zweifel am Weltklimabericht auf. Diese Zweifel sind auf kleinere Fehler in einzelnen Darstellungen zurückzuführen. Hierbei wurden kritische Stimmen bspw. auf Mängel im vierten Sachstandsbericht aufmerksam.

In dem IPCC-Bericht war ein geringfügiger Teil der Ausarbeitung nicht richtig oder nicht mit genügend Sorgfalt ausgearbeitet. Diese Fehler säten Bedenken an der Glaubwürdigkeit, wobei die grundlegenden Ergebnisse aber dennoch ihre Gültigkeit behielten. Die Fehlerhaftigkeit der Abhandlungen und die offenen Zweifel der Klimagegner führten letztlich dazu, dass der Wunsch nach Verbesserung in wissenschaftlichen Kreisen lauter wurde.

Dabei muss natürlich eingeräumt werden, dass Forschungsmethoden ebenfalls einer wissenschaftlichen Begutachtung unterliegen und immer wieder angepasst, verändert und nach neuesten Erkenntnissen weiterentwickelt werden. Und Wissenschaft lebt vom Zweifel. Denn die oben bereits erwähnten 0-Prozent und 100-Prozent sind unwissenschaftlich, weil sie eben keine Zweifel zulassen. Auch hier wird der Unterschied zwischen Wissenschaft und Meinung deutlich. Denn Meinungen sind immer für den Moment oder der Situation etwas Unumstößliches und lassen kein Raum für Zweifler.

Wissenschaft ist dies niemals, sondern nähert sich immer einer höheren Erkenntnis an, wird diese mitunter niemals erreichen, da eben die 0-Prozent und 100-Prozentige Wahrscheinlichkeit nicht betrachtet werden. Im Volksmund sagt man: Die Ausnahme bestätigt die Regel. Jede Regel muss, nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten, eine Ausnahme haben, um als Regel wahrgenommen zu werden und zu gelten.

Motivation eines Wissenschaftlers ist es immer, mehr Erkenntnis zu erlangen und nicht eine Meinung als allumfassend richtig anzunehmen oder durchzusetzen. Wissenschaftler müssen deshalb immer Zweifel haben, um so noch mehr Erkenntnis zu erlangen, neue Forschungswege zu erschließen usw. Deshalb verwenden Wissenschaftler nur Ausdrücke, wie Annahme oder Hypothese, welche Spielraum zulassen. Meinungsmacher verwenden stattdessen Worte, wie richtig oder falsch – wodurch der Erkenntnisraum geschlossen wird.

Konsequenzen: Was passiert nach dem Weltklimabericht

Das übergeordnete Ziel des Berichts besteht darin, die Länder zu informieren, damit diese gezielte Maßnahmen im Kampf gegen den klimatischen Wandel ergreifen können. Hierbei steht das Verlangsamen des Klimawandels im Vordergrund. Dabei richtet sich die Ausarbeitung sowohl an politische Entscheidungsträger als auch an jene im privaten Sektor.

Der Einfluss des IPCC auf die Weltklimapolitik ist trotz aller Theorie dennoch sehr real und enorm. Der Bericht begründete bspw. das daraufhin verabschiedete Pariser Klimaschutzabkommen. Der Klimabericht trägt daher als eine Form der neutralen Aufklärung erheblich zur internationalen sowie nationalen Klimapolitik bei.

Zusammenfassung

  • Der Weltklimarat (IPCC) veröffentlicht im Abstand weniger Jahre regelmäßig Sachstandsberichte, die als Weltklimabericht bekannt sind.
  • Dabei handelt es sich um zusammengetragene und überprüfte, wissenschaftliche Erkenntnisse zum menschengemachten Klimawandel.
  • Auch wenn sie keine konkreten Empfehlungen beinhalten, sind diese Ergebnisse dennoch für die internationale Klimapolitik wichtig. Der IPCC-Bericht richtet sich deshalb vorrangig an Regierungen und die jeweiligen Politiker.
  • Klimaskeptiker versuchen immer wieder, die Arbeit der unabhängigen Wissenschaftler zu verunglimpfen und Zweifel zu schüren. Allerdings basieren die Aussagen der Skeptiker lediglich auf Meinungen und nicht auf wissenschaftlicher Forschungsarbeit.
  • Aber der IPCC ist dennoch oder gerade deshalb stets bemüht, seine Klimaberichte umfassend, transparent, sorgfältig und verständlich darzustellen.

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