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Spätzeit im Alten Ägypten: Dynastien, Ereignisse, Perserherrschaft


Als Spätzeit werden die letzten drei Jahrhunderte der altägyptischen Geschichte bezeichnet. Sie beginnt mit der 26. Dynastie (664 v. Chr.) und endet mit der 31. Dynastie durch die Eroberung Ägyptens durch Alexander dem Großen (332 v. Chr.).

Spätzeit des Alten Ägyptens: Abgrenzung und Bedeutung

Epoche Zeitspanne
Vorgeschichte vor 4000 v.Chr.
Prädynastische Epoche ca. 4000 v.Chr. bis 2950 v.Chr. oder bis 3032 v.Chr.
Frühdynastische Zeit
  • ca. 2950 v.Chr. bis 2575 v.Chr.
  • ca. 3032 v.Chr. bis 2707 v.Chr.
Altes Reich
  • ca. 2575 v.Chr. bis 2125 v.Chr.
  • ca. 2707 v.Chr. – 2216 v.Chr.
Erste Zwischenzeit
  • ca. 2125 v.Chr. bis 2010 v.Chr.
  • ca. 2216 v.Chr. bis 2137 v.Chr.
Mittleres Reich
  • ca. 2010 v.Chr. bis 1630 v.Chr.
  • ca. 2137 v.Chr. bis 1781 v.Chr.
Zweite Zwischenzeit
  • ca. 1630 v.Chr. bis 1539 v.Chr.
  • ca. 1648 v. Chr. bis 1550 v.Chr.
Neues Reich
  • ca. 1539 v.Chr. bis 1069 v.Chr.
  • ca. 1550 v.Chr. bis 1070 v.Chr.
Dritte Zwischenzeit
  • ca. 1069 v.Chr. bis 664 v.Chr.
  • ca. 1070 v.Chr. bis 664 v.Chr.
Spätzeit ca. 664 v.Chr. bis 332 v.Chr.
Griechisch römische Zeit 332 v.Chr. bis 395 n.Chr.

Die Spätzeit war gekennzeichnet durch schnelle Dynastie-Abfolgen und Fremdherrschaften. Der Grund dafür waren die um 1000 v. Chr. einsetzenden geopolitischen Veränderungen in der gesamten Region. Nach den sogenannten Dunklen Jahrhunderten entwickelte sich Griechenland ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. zur dominierenden Kultur im Mittelmeerraum. Auf das aggressiv expandierende assyrische Großreich folgten während der Spätzeit die Perser. Von Afrika her drohte durch die Kuschiten aus Nubien Gefahr.

Die 26. Dynastie, die sogenannte Saitenzeit (664-525 v. Chr.)

Name (Pharao) Regierungszeit
Necho I. 671 bis 664 v.Chr.
Psammetich I. 664 bis 610 v.Chr.
Necho II. 610 bis 595 v.Chr.
Psammetich II. 594 bis 589 v.Chr.
Apries 589 bis 570 v.Chr.
Ahmose II. Amasis 570 bis 526 v.Chr.
Psammetich III. 526 bis 525 v.Chr.

Am Ende der 25. Dynastie (Dritte Zwischenzeit) fielen die Assyrer in Ägypten ein. Im Jahr 667/666 v.Chr. fiel Theben, die Hauptstadt Oberägyptens, den Assyrern zu. Zuvor haben bereits die Kuschiten (Sudan) als schwarze Pharaonen die 25. Dynastie gebildet und circa 50 Jahre Ägypten mitregiert.

Necho I.

Necho I. (671-664 v. Chr.) wurde schon unter dem assyrischen König Asarhaddon als Statthalter und König von Sais und Memphis eingesetzt. Asarhaddons Nachfolger Assurbanipal bestätigte dies einige Jahre später. Necho I. führte aber kurz danach einen Aufstand gegen die assyrischen Machthaber in Ägypten an. Die Rebellion wurde niedergeschlagen und Necho I. wurde zusammen mit seinem Sohn Psammetich und mit anderen aufständischen Fürsten nach Ninive deportiert.

Necho I. und sein Sohn wurden von Assurbanipal begnadigt und rehabilitiert. Beide kamen als Vasallen der Assyrer zurück nach Ägypten, Necho I. als König von Sais und seinen Sohn Psammetich als Bürgermeister von Athribis. Die Assyrer hofften auf treue und loyale Verbündete. Necho I. starb 664 v. Chr. bei einer Schlacht gegen die Kuschiten in der Nähe von Memphis.

Psammetich I. floh nach Ninive und suchte den Schutz Assurbanipals. Die Assyrer schlugen den Angriff der Kuschiten auf den assyrisch beherrschten Norden endgültig zurück. Psammetich I. wurde als Statthalter und König in Sais eingesetzt. Er übernahm die Nachfolge seines Vaters Necho I. und wurde der Begründer der 26. Dynastie.

Psammetich I.

Psammetich I. (664-610 v. Chr.) gelang es, während seiner Regierungszeit das Land zu einigen und eine stabile Herrschaft aufzubauen. Hauptstadt und königliche Residenz war Sais. Zu Beginn seiner Regentschaft existierten noch viele assyrische Fürstentümer im Norden des Landes. Psammetich I. hob ein Heer aus, in dem neben Ägyptern auch eine große Zahl Söldner aus dem gesamten Mittelmeerraum dienten. Sie kamen vor allem aus Griechenland und Kleinasien.

Psammetich I. nutzte eine durch innere Unruhen verursachte Schwächung des assyrischen Reiches. Es kam zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit den in Ägypten ansässigen assyrischen Fürsten. Ohne Unterstützung des assyrischen Königs waren sie Psammetich I. unterlegen und konnten aus dem Land vertrieben werden. 653 v. Chr. war Ägypten wieder unabhängig. Einen Rückeroberungsversuch der Assyrer 627 v. Chr. konnten die Ägypter abwehren. Während der über fünfzig Jahre langen Regierungszeit Psammetichs I. erlebte das Land im wirtschaftlichen und in allen kulturellen Bereichen einen großen Aufschwung.

Die vorderasiatischen Großreiche um Ägypten

Assurbanipal (Assyrer-König) starb vermutlich 627 v. Chr. Seine vierzigjährige Herrschaft (668–627 v. Chr.) war eine Blütezeit für Assyrien. Am Ende seiner Herrschaft kam es aber zu Unruhen und Aufständen, nicht nur in den eroberten Gebieten. Seine Expansionspolitik hatte im eigenen Kernland Hungersnöte zur Folge. 616 v. Chr. zog ein babylonisches Heer gegen Assyrien. 614 v. Chr. fiel die Stadt Assur und zwei Jahre später Ninive.

Spätestens im Jahr 608 v. Chr. war das Assyrische Reich untergegangen, das Land verwüstet und geplündert und die assyrische Bevölkerung vernichtet. In Mesopotamien etablierte sich nun eine neue Macht: das Neubabylonische Reich. Keine 70 Jahre später, im Jahr 539 v. Chr. endete das Neubabylonische Reich nach der Eroberung und Unterwerfung seiner Hauptstadt Babylon durch die Achämeniden.

Das Achämenidenreich war das erste persische Großreich. Seine massive Expansionspolitik ließ das Perserreich innerhalb von zwei Jahrhunderten zu ungeahnter Größe anwachsen. Die eroberten Gebiete reichten vom Sudan über Griechenland, Türkei, Bulgarien bis nach Afghanistan und Pakistan. 333 v. Chr. wurde das Perserreich von Alexander dem Großen vernichtend geschlagen.

Necho II.

Necho II. (610-595 v. Chr.) war der Sohn und Thronfolger Psammetichs I. Ihm wird das Projekt „Umsegelung Afrikas“ zugeschrieben. Dem griechischen Historiker Herodot (484-425 v. Chr.) zufolge schickte Necho II. ein Schiff mit phönizischer Besatzung auf Entdeckungsreise. Sie segelten vom Roten Meer ausgehend um Afrika herum und durch die Straße von Gibraltar zurück nach Ägypten. Die Reise dauerte drei Jahre.

Ein weiteres Projekt war der Bau eines schiffbaren Kanals vom pelusischen Nilarm im Delta bis zum Roten Meer. Er könnte als eine Verbindung gedacht gewesen sein, um leichte Kriegsschiffe zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer hin und her bringen zu können. Die Bauarbeiten konnten nicht zu Ende gebracht werden. Necho II. kümmerte sich als erster Pharao um den Aufbau einer Seestreitmacht. Die ägyptische Handelsmarine wurde in der zweiten Hälfte der 18. Dynastie (1550-1292 v. Chr.) für den Transport von Truppen, aber auch von Kriegsbeute und Tributen reorganisiert und ausgebaut. Es gab keine speziellen Kriegsschiffe. Zum Einsatz kamen Handels- und Frachtschiffe.

Seit Ramses II. (1279-1213 v. Chr.), ein König der 19. Dynastie, wurden die Schiffe zu einem Teil mit ausländischen Söldnern bemannt. Die Marine hatte nur eine unterstützende Rolle in den Kriegen. Erst Necho II. baute ein Flottengeschwader für die Seekriegsführung auf. Er bemannte die Schiffe zum großen Teil mit Griechen und Phöniziern, mangels eigener nautischer Kenntnisse. Seine Expansionsversuche in Richtung Euphrat endeten mit einer militärischen Niederlage gegen Nebukadnezar II., Herrscher des Neubabylonischen Reichs, 605 v. Chr. in der Schlacht von Karkemisch.

Psammetich II.

Psammetich II. (594-589 v. Chr.), Sohn Nechos II., regierte sechs Jahre, in denen er das Heer und die Flotte ausbaute und aufrüstete. Er sicherte die ägyptische Südgrenze, indem er gegen Nubien einen Präventivkrieg führte. Sein Heer bestand zum Großteil aus griechischen Söldnern mit einem eigenen Feldherrn. Die einheimischen Soldaten wurden von dem Feldherrn und späteren Pharao Amasis angeführt.

592 v. Chr. wurde die kuschitische Hauptstadt Napata erobert. Das Land wurde geplündert und verwüstet, sodass es zukünftig für Ägypten keine Gefahr mehr darstellen sollte. Psammetich II. ließ in diesem Zuge nicht nur alle Namenskartuschen der Könige der 25. Dynastie auslöschen, sondern auch die seines Vater Necho II. Er starb wenige Jahre später an einer Krankheit.

Apries

Apries (589-570 v. Chr.), Sohn Psammetichs II., war während seiner gesamten Regentschaft mit Grenzkämpfen im Norden des Landes beschäftigt, gegen die Phönizier aus der Levante, gegen das griechische Kyrene im heutigen Libyen und gegen das Neubabylonische Reich. Nach einer schweren Niederlage rebellierten die einheimischen Soldaten. Ein Grund war die griechische Vorherrschaft innerhalb des Militärs.

Die Rebellion wurde von dem Feldherrn Amasis niedergeschlagen. Später führte Amasis selbst einen Aufstand gegen Apries an. Der Pharao wurde gestürzt und Amasis bestieg den Thron. Drei Jahre später starb Apries bei dem Versuch der Rückeroberung seiner Macht.

Ahmose II. Amasis

Amasis (570-526 v. Chr.) stammte aus einfachen Verhältnissen. Er diente schon unter Psammetich II. und hatte an dessen Nubien-Feldzug teilgenommen. In den ersten Jahren seiner Herrschaft eroberte er Zypern und schloss ein Bündnis mit Kyrene, indem er eine kyrenische Prinzessin heiratete. Unter seiner Herrschaft nahm der griechische Einfluss in Ägypten zu.

Amasis öffnete das Land stärker als seine Vorgänger. Er erlaubte die Gründung griechischer Siedlungen, um 630 v. Chr. etwa die Stadt Naukratis. Außerdem ließ er für die Einwanderer aus Griechenland eine Freihandelszone einrichten. In ihr erfolgte ab 570 v. Chr. der gesamte Handel zwischen Ägypten und Griechenland. Der Handel blühte und Ägypten erlebte eine Zeit des Wachstums und Reichtums. Das Ende der Regentschaft von Amasis war aber von Kämpfen gegen das sich nun ausbreitende Perserreich geprägt.

Psammetich III.

Psammetich III. (526-525 v. Chr.), Sohn und Nachfolge von Amasis, wurde schon sechs Monate nach seiner Thronbesteigung von dem persischen König Kambyses II. bei Pelusium auf dem Sinai geschlagen. Vermutlich wurde der König von einem Söldnerführer verraten, der die ägyptischen Verteidigungsstellungen an den Feind preisgab. Kambyses II. eroberte Ägypten, wobei nur Memphis etwas länger Widerstand leisten konnte. Nach der Eroberung der Stadt ließ Kambyses II. 2000 wohlhabende Städter töten. Psammetich III. durfte sich selbst töten. Mit ihm endete die 26. Dynastie.

Die 27. Dynastie, die Erste Perserherrschaft (525-404 v. Chr.)

Persien eroberte 525 v.Chr. Ägypten. Die persischen Eroberer bilden die 27. Dynastie. Ab 497 wird der alte Sueskanal gebaut.

Name (König) Regierungszeit
Kambyses II. 525 bis 522 v.Chr.
Darius I. 521 bis 486 v.Chr.
Xerxes I. 486 bis 465 v.Chr.
Artaxerxes I. 465 biis 424 v.Chr.
Xerxes II. 424 v.Chr.
Sogdianos 424 v.Chr.
Darius II. 424 bis 404 v.Chr.
Artaxerxes II. 404 v.Chr.

Kambyses II.

Kambyses II. (geb. 558, gest. 522 v. Chr.) war der Begründer des Persischen Reiches. Mit der Eroberung Ägyptens 525 v. Chr. wurde er der erste König der 27. Dynastie. Auf dem Weg zurück nach Persien starb er an einer Beinverletzung.

Darius I.

Darius I. (521-486 v. Chr.), auch Darius der Große genannt, bestieg als Nachfolger von Kambyses II. der Thron. Er war der Sohn eines persischen Statthalters. Unter seiner Herrschaft erlebte Ägypten einen Aufschwung. Darius I. restaurierte Tempel und erbaute auch neue, wie etwa den Amun-Tempel von Hibis in der Oase Kharga. 497 v. Chr. ließ er den Bau des Kanal beenden, den Necho II. begonnen hatte.

Um Ägypten in das Perserreich integrieren zu können, wurde ein dem König loyaler Statthalter, ein sogenannter Satrape, eingesetzt. Der Satrape entstammte dem höchsten persischen Adel. Die Verwaltungssprache in Ägypten war von nun an Aramäisch, was Übersetzer notwendig machte. Die ägyptische Verwaltung mitsamt dem Rechtssystem blieb unterhalb der Staatsspitze bestehen.

Im Land wurden persische Truppen stationiert. Als Satrapie war Ägypten gezwungen, in den Kriegen gegen Griechenland auf der Seite der Perser zu kämpfen. 490 v. Chr. erlitt Darius I. gegen die Athener eine schwere Niederlage. Es war die Schlacht bei Marathon. Vier Jahre später kam es in Ägypten zu Aufständen gegen die Perserherrschaft. Für kurze Zeit bestieg Psammetich IV. den ägyptischen Thron und regierte als Pharao in Unterägypten. In dieser Zeit starb Darius I., vermutlich an einer Krankheit.

Xerxes I.

Xerxes I. (486-465 v. Chr.) folgte seinem Vater Darius I. auf den Thron. 484 v. Chr. eroberte er Ägypten zurück, indem er die Aufstände niederschlug. Als Satrapen setzte er seinen Bruder Achaimenes ein, der mit großer Härte über das Land herrschte. Xerxes I. wurde 465 v. Chr. ermordet, was in Ägypten sofort zu erneuten Aufständen und eine Rebellion gegen die Perser genutzt wurde. Anführer war Inaros II. von Heliopolis, ein Sohn von Psammetich IV.

Artaxerxes I.

Artaxerxes I. (465-424 v. Chr.), der jüngere Sohn des Xerxes I, wurde der Nachfolger als persischer Großkönig. Er zerschlug 454 v. Chr. den ägyptischen Aufstand und ließ die Anführer hinrichten. Danach kehrte unter Artaxerxes I. Ruhe ein. In dieser Zeit soll Herodot, der „Vater der Geschichtsschreibung“, Ägypten besucht haben. Der König starb eines natürlichen Todes.

Xerxes II.

Xerxes II. (424 v. Chr.), Sohn von Artaxerxes I, wurde 45 Tage nach seiner Thronbesteigung von seinem Halbbruder Sogdianos ermordet.

Sogdianos

Sogdianos (424 v. Chr.) bestieg den persischen Thron als Mörder des rechtmäßigen Thronfolgers. Er wurde aber nach sechs Monaten ebenfalls ermordet – von einem Halbbruder, der ihm als Darius II. auf den Thron folgte.

Darius II.

Darius II. (423-404 v. Chr.) war als persischer Großkönig im Dauerkonflikt mit den von seinen Vorgängern eroberten Herrschaftsbereichen. Seine Regentschaft war geprägt von Auseinandersetzungen mit Griechenland und von Aufständen in Ägypten, die von griechischen Söldnern unterstützt wurden. Ausgangsort der ägyptischen Rebellion gegen die Perser war Sais im Norden des Landes. Darius II. war der letzte persische König der 27. Dynastie in Ägypten. Nach seinem Tod 404 v. Chr. sagte sich Ägypten von dem Perserreich los und erlange eine Teilautonomie.

Artaxerxes II.

Artaxerxes II. (404-358 v. Chr.), Sohn und Nachfolger von Darius II., wurde in Oberägypten noch eine kurze Zeit als Herrscher anerkannt, was für Ägypten aber keine Bedeutung mehr hatte. Ägypten wurde unabhängig. Artaxerxes II. war in den ersten Jahren seiner Regentschaft mit einem Machtkampf gegen seinen Bruder beschäftigt, der von ihm besiegt und getötet wurde.

Artaxerxes II. gelang es, Persien wieder als Großmacht zu etablieren, aber mit dem Hauptaugenmerk auf Griechenland und Kleinasien. Seine Regentschaft dauerte 45 Jahre und war damit die längste des Perserreiches. Als einer der wenigen persischen Großkönige starb er eines natürlichen Todes.

Die 28. Dynastie (404-398 v. Chr.)

Amyrtaios (404-398 v. Chr.), auch Psammetich V. genannt, war der einzige Pharao der 28. Dynastie. Er war vermutlich ein Enkel von Amyrtaios von Sais, der während der Herrschaft Xerxes I. zusammen mit Inaros II., einem Enkel Psammetich III., die Rebellion gegen den Satrapen Achaimenes anführte.

Amyrtaios war ein gebürtiger Ägypter und führte seit 411 v. Chr. die Aufstände gegen Darius II. an. 405 v. Chr. gelang es ihm mithilfe kretischer Söldner die Perser aus Memphis zu vertreiben.

404 v. Chr., nach dem Tod von Darius II., erklärte sich Amyrtaios zum Pharao und Herrscher über ganz Ägypten. Er regierte zunächst nur in Unterägypten, wurde aber 400 v. Chr. auch in Oberägypten als Pharao anerkannt. 398 v. Chr. wurde er von Nepherites I., dem Begründer der 29. Dynastie, in einer Schlacht geschlagen und später in Memphis hingerichtet. Damit endete die 28. Dynastie.

Die 29. Dynastie (398-380 v. Chr.)

Name (Pharao) Regierungszeit
Nepherites I. 398 bis 393 v.Chr.
Hakor 393 v.Chr.
Psammuthes 393 v.Chr.
Hakor 391 bis 380 v.Chr. (wiedereingesetzt)
Nepherites II. 380 v.Chr.

Nepherites I.

Nepherites I. (398-393 v. Chr.) verlegte die Hauptstadt von Sais nach Mendes. Er regierte nur wenige Jahre, bevor er starb. Allerdings war seine Regentschaft durchaus erfolgreich. Außenpolitisch unterstützte er Sparta im Krieg gegen die Perser, in Form von Getreidelieferungen und Lieferungen von Ausrüstung für Kriegsschiffe.

Innenpolitisch trat der Pharao als Bauherr an verschiedenen Tempeln in Erscheinung. Nachfolger auf dem Thron wurde aber nicht sein Sohn Muthis, sondern ein Usurpator namens Psammuthes.

Psammuthes

Psammuthes (393 v. Chr.) konnte sich nur kurze Zeit an der Macht halten. Er wurde nach einem Jahr von Hakor gestürzt.

Hakor

Hakor (393-380 v. Chr.) war ein Enkel von Nepherites I. und wurde der bedeutendste König dieser Dynastie. Er schloss ein wichtiges Bündnis mit den Griechen gegen die Perser. Anders als Nepherites I., der sich zwar mit den Griechen solidarisierte, militärisch aber keinen Einfluss nahm, baute Hakor mithilfe der Griechen seine See- und Landstreitkräfte aus.

Das Perserreich expandierte erneut Richtung Ägypten. Hakor gelang es aber, die ägyptischen Grenzen zu sichern und die Perser zurückschlagen. Nach seinem Tod folgte ihm sein Sohn auf den Thron.

Nepherites II.

Nepherites II. (380 v. Chr.), Sohn und Nachfolger von Hakor, konnte sich als Pharao nur vier Monate an der Macht halten, bevor er von Nektanebos I. gestürzt wurde. Nepherites II. war der letzte König der 29. Dynastie.

Die 30. Dynastie (380-341 v. Chr.)

Name (Pharao) Regierungszeit
Nektanebos I. 380 bis 362 v.Chr.
Tachos 362 bis 359 v.Chr.
Nektanebos II. 359 bis 341 v.Chr.

Nektanebos I.

Nektanebos I. (380-362 v. Chr.) war der Begründer der 30. Dynastie. Es war die letzte Dynastie einheimischer Pharaonen. Der neue König entstammte einer Militärfamilie aus Sebennytos im Nildelta. Aus diesem Grund verlegte er die Hauptstadt von Mendes nach Sebennytos. Vermutlich war Nektanebos I. mit dem König Nepherites I. der 29. Dynastie verwandt.

Außenpolitisch stand Nektanebos I. von Beginn an unter Druck. Er rüstete das Heer auf, um die aggressiv nach Ägypten vordringenden Perser abwehren zu können. Innenpolitisch war er mit Bau- und Restaurierungsmaßnahmen von Tempeln im ganzen Land aktiv. Er zeigte sich den Priesterschaften gegenüber großzügig und sicherte auf diese Weise ihre Loyalität. Nektanebos I. ernannte 365 v. Chr. seinen Sohn Tachos, bekannt auch als Teos, zum Mitregenten.

Tachos

Tachos (362-359 v. Chr.) war nach dem Tod seines Vater Alleinherrscher. Doch bald nach seiner Inthronisation wurde er von seinem Bruder Tjaihepimu gestürzt, vermutlich mit der Unterstützung der Priesterschaft. Tachos befand sich zu diesem Zeitpunkt mit den verbündeten Griechen auf einem Feldzug gegen Artaxerxes II. Bei ihm war auch sein Neffe Nektanebos II. Tjaihepimu blieb als Statthalter in Ägypten.

Diesen Umstand machte dieser sich zunutze und usurpierte den Thron für seinen Sohn Nektanebos II. Daraufhin wandten sich die Griechen von Tachos ab und unterstützten Nektanebos II. Der entmachtete Tachos floh, vermutlich zu seinem Erzfeind nach Persien.

Nachthorheb Nektanebos II.

Nektanebos II. (359-341 v. Chr.) war der letzte aus Ägypten stammende Pharao. Die ersten Jahre seiner Regentschaft blieben relativ ruhig, was ihm ermöglichte, im ganzen Land eine ausgedehnte Bautätigkeit zu entwickeln. 351 v. Chr. griff Artaxerxes III. Ägypten an. Der Angriff der Perser konnte aber von den griechischen Feldherren, die das ägyptische Heer anführten, abgewehrt werden. Im Gegenzug unterstützte Nektanebos II. die griechische Rebellionen gegen die Perser auf Zypern und in Phönizien.

Dennoch besiegte Artaxerxes III. die Rebellen und konzentrierte sich in der Folge auf die Eroberung Ägyptens. 343 v. Chr. kam es zum folgenschweren Angriff der Perser auf Ägypten. Die Stadt Bubastis wurde eingenommen, woraufhin sich andere Städte im Nildelta den Persern kampflos ergaben. 341 v. Chr. gab auch Pharao Nektanebos II. den Kampf um Ägypten auf und floh nach Nubien. Er ging bei seiner Flucht nach Napata verschollen.

Die 31. Dynastie, die Zweite Perserherrschaft (341-332 v. Chr.)

Name (König) Regierungszeit
Artaxerxes III. 341 bis 338 v.Chr.
Arses 338 bis 336 v.Chr.
Darius III. 336 bis 330 v.Chr.
Bessos 330 v.Chr.

Artaxerxes III.

Artaxerxes III. (341-338 v. Chr.) war als persischer Großkönig und Eroberer Ägyptens der Begründer der 31. Dynastie. Er wurde aber zusammen mit seinen Söhnen von dem Eunuchen Bagoas vergiftet. Als einziger Sohn wurde Arses verschont.

Arses

Arses (338-336 v. Chr.), auch Artaxerxes IV. genannt, war der letzte noch lebende Thronfolger von Artaxerxes III. Mithilfe von Bagoas konnte er nun den Thron besteigen. Gleichzeitig errang Philipp II. von Makedonien in Griechenland die Vorherrschaft und forderte das Perserreich heraus. Er bereitete eine Invasion Persiens vor.

Innenpolitisch stand Arses unter dem Einfluss von Bagoas. Arses Plan war es, Bagoas zu ermorden. Er wurde dann aber selbst von Bagoas vergiftet, ebenso wie alle seine Kinder. Danach kam zum Kampf um die Nachfolge als Großkönig zwischen Bagoas und Darius, den Darius für sich entschied. Bagoas wurde vergiftet.

Darius III.

Darius III. (336-330 v. Chr.) war der letzte persische König. Er wurde 333 v. Chr. in der Schlacht bei Issos von Alexander III., dem Sohn Philipps II. von Makedonien, geschlagen. Das Perserheer wurde völlig vernichtet.

Bei dieser Schlacht kam auch Sabakes, der Satrap von Ägypten, ums Leben. Als Satrap unterstützte er den Großkönig und führte deswegen die persischen Besatzungstruppen aus Ägypten bei sich. Nach der Niederlage der Perser konnte Ägypten kampflos von Alexander eingenommen werden. Darius III. wurde 330 v. Chr. auf der Flucht vor den griechischen Truppen in Baktrien, im heutigen Afghanistan, von Bessos ermordet.

Bessos

Bessos (330-329 v. Chr.), auch Artaxerxes V. genannt, war ein Verwandter des Großkönigs Darius III. und als Satrap in Baktrien eingesetzt. Bessos erklärte sich nach dem Tod Darius III. zum König. Alexander verfolge den Mörder von Darius III. bis in den Hindukusch.

Bessos wurde von seinen eigenen Generälen gefangengenommen und an Alexander ausgeliefert. Dieser schickte Ptolemaios, einen Kampfgefährten, um Bessos in Empfang zu nehmen. Ptolemaios war später König von Ägypten. Bessos wurde von Alexander an einen Bruder von Darius III. übergeben und von diesem gefoltert und hingerichtet.

Zusammenfassung

  • Die Spätzeit beginnt mit der 26. Dynastie um 664 v. Chr. Der Begründer dieser Dynastie ist Psammetich I.
  • Die Spätzeit endet mit der 31. Dynastie mit der Eroberung Ägyptens durch Alexander dem Großen 332 v. Chr.
  • Machtkämpfe und dadurch bedingt schnelle Dynastie-Abfolgen sind die Kennzeichen der Spätzeit.
  • Außenpolitisch lag das Hauptaugenmerk auf der Sicherung der Grenzen vor Angriffen aus dem Osten durch die Assyrer und Perser und aus dem Süden durch die Kuschiten aus Nubien.
  • Probleme bereiteten den einheimischen Ägyptern die Fremdherrschaften und die Einflussnahme von Ausländern in der Verwaltung, im Militär und im Handel. Die Spitzenpositionen im Land wurden immer häufiger von Griechen besetzt und die Truppen bestanden zu einem großen Teil aus ausländischen Söldnern.
  • Während der Spätzeit verschiebt sich der Fokus von der Innen- auf die Außenpolitik. Die gesamte damals bekannte Welt war in Bewegung. Nur sehr wenige Pharaonen in der 3000-jährigen Geschichte verfolgten einen Expansionskurs. Ägypten blieb während dieser riesigen Zeitspanne fast immer innerhalb seiner angestammten Grenzen.
  • Die Aggressivität mit der die Assyrer und später die Perser ihre Herrschaftsbereiche ausweiteten, stellte die Ägypter vor Herausforderungen, denen sie am Ende nicht mehr gewachsen waren.

Literatur

  • Jürgen von Beckerath: Handbuch der altägyptischen Königsnamen, ISBN 3805325916
  • Thomas Schneider: Lexikon der Pharaonen. Albatros, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96053-3
  • Karl Jansen-Winkeln: Inschriften der Spätzeit: Die 22.-24. Dynastie, ISBN 3447055820
  • Eva Cancik-Kirschbaum: Die Assyrer. Geschichte, Gesellschaft, Kultur. C.H.Beck Wissen, München 2003, ISBN 3406508286

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