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Reichseinigung und Teilungen im Alten Ägypten


reichseinigung und teilung

Die Darstellung im Ramesseum. Zu sehen sind die 3 Reichseiner: Menes, Mentuhotep II. und Ahmose I


Die Reichseinigung bzw. Reichseinheit im Alten Ägypten beschreibt den Umstand eines vereinigten Zentralstaates unter Kontrolle eines Pharaos. In der altägyptischen Geschichte wechselten Phasen der Reichseinheit mit Phasen des Zerfalls in lokale Königtümer. Auf drei Reichseinigungen folgten drei sogenannte Zwischenzeiten.

Die Reichseinigungen stellten so wichtige Einschnitte dar, dass schon die Ägypter den Reichseinern einen besonderen Platz in der Geschichte zuwiesen. Die Doppelkrone symbolisierte die Reichseinigung von Ober- und Unterägypten.

Drei Reichseinigungen

Unter Reichseinigung versteht man den Zusammenschluss lokaler Königtümer zu einem Ober- und Unterägypten umfassenden Reich, das zentral von einem einzigen Pharao regiert wurde. Auf eine solche Reichseinigung folgte eine Zeit der Stärke und Blüte.

Die erste Reichseinigung in prädynastischer Zeit führte zur Entstehung des ersten ägyptischen Zentralstaates. Nach dessen Auseinanderbrechen in der sogenannten Ersten Zwischenzeit kam es zu einer zweiten Reichseinigung durch Mentuhotep II., welche das Mittlere Reich einläutete.

Eine weitere Periode des Zerfalls in der Zweiten Zwischenzeit wurde durch Ahmose I. mit der dritten Reichseinigung beendet, auf der das Neue Reich aufbaute.

Insgesamt geht man also von drei Reichseinigungen aus, zwischen denen Phasen des Verlustes der zentralen Herrschaft über Ober- und Unterägypten und einer Trennung in lokale Königtümer liegen.

Chronologien zur Reichseinigung und Teilung

Ein Blick auf die Chronologie zeigt diesen Wechsel zwischen Phasen der Reichseinheit und Phasen der Trennung.

Interessant ist, dass bereits die alten Ägypter selbst die Reichseinigungen als wichtige Wegmarken ihrer Geschichte sahen. So sind auf der Königsliste am Tempel von Ramses II. in Abydos die Pharaonen hervorgehoben, die eine Reichseinigung herbeigeführt hatten: Menes, Mentuhotep II. und Ahmose I.

Die Bezeichnung der Reiche und Zwischenzeiten geht auf moderne Ägyptologen zurück, die auf diese die von Manetho (ägyptischer Priester des frühen 3. Jh. v. Chr.) beschriebenen 31 Dynastien verteilen. Diese Dynastien sind dabei weniger Herrscherfamilien im modernen Sinne, als eine Folge von Pharaonen, die am selben Herrschaftssitz regierten. Heute zählt man die makedonische und ptolemäische Dynastie als 32. und 33., die Phase der Staatsgründung in der Prädynastik als 0. Dynastie. So kommt man auf 34 Dynastien.

Bedeutung der Reichseinigung

Die große Bedeutung der Reichseinigungen bzw. der Reichseinheit für die Pharaonen kommt auch in der Bildsprache zum Ausdruck. Ober- und Unterägypten haben mit Lotos und Papyrus ein eigenes Symbol. Die Pflanzen werden als Versinnbildlichung der Einheit um die Luftröhre oder Arterie eines Tieres gewickelt. Diese Aufgabe übernehmen die Götter Horus und Seth. Der Kampf der mythischen Götterkönige Ägyptens und der Sieg des Horus spiegeln den Weg zur Vereinigung von Unter- und Oberägypten.

Alternativ halten zwei figürliche Darstellungen des Hapi, Gott der lebenswichtigen Nilüberschwemmungen, Lotos und Papyrus. Biene und Binse sind zwei weitere Symbole für Ober- und Unterägypten.

Die Doppelkrone des Pharaos, der sog. Pschent, vereint anschaulich die rote Krone des Nordens (Unterägypten) mit der weißen Krone des Südens (Oberägypten). Auf der Stirnseite der Doppelkrone befindet sich eine Uräusschlange, Symbol der unterägyptischen Gottheit Wadjet, neben einem Geierkopf, Symbol der oberägyptischen Gottheit Nechbet. Beide Gottheiten sind in Form des Nebti-Namens/Herrinnennamens auch Teil der Königstitulatur.

In der Stufenpyramide Djosers aus der 3. Dynastie fanden sich Steinmodelle von Schreinen Unter- und Oberägyptens. Diese weisen den König explizit als „Herr der beiden Länder“ aus.

Erste Reichseinigung unter Menes

In prädynastischer Zeit schlossen sich erste Siedlungen zu Kleinkönigtümern zusammen. Die Macht konzentrierte sich schließlich in den Händen der Herrscher von Thinis, Naqada und Hierakonpolis. Wie genau es zur Ersten Reichseinigung kam, ist nicht eindeutig geklärt. Vieles spricht für ein überwiegend friedliches Zusammenwachsen im Laufe der Zeit.

Menes als Reichsgründer

Nach dem griechischen Historiker Herodot soll Min als erster König die Hauptstadt Memphis auf der Grenze zwischen Ober- und Unterägypten gegründet haben.

Auch Manetho nennt Menes als ersten menschlichen König Ägyptens nach der mythischen Herrschaft der Götterkönige. Monumente der 18. Dynastie nennen Men als Reichseiner.

Problematisch ist, dass kein König Menes historisch belegt ist. Möglicherweise handelte es sich um den Personennamen eines Königs, der nur mit Horusnamen (einer der fünf Thronnamen) überliefert ist. Für eine Identifikation mit Menes kommen v. a. Narmer und Aha in Frage.

Narmer als möglicher Reichseiniger

Der frühe König Narmer wird auf der Rückseite der sog. Narmer-Palette beim Erschlagen des Feindes, eines Volks des Nildeltas, gezeigt. Auf dem Kopf trägt er die Doppelkrone Ober- und Unterägyptens. Auf der Vorderseite wird die Siegesfeier in Verbindung mit dem Vereinigungsfest gebracht. Ungeachtet der ungeklärten Frage, wie weit die Eroberung reichte, wertet die Darstellung den Sieg also als Reichseinigung.

Das Vereinigungsfest allerdings ist bereits früher belegt, und als Reichseiner wird Narmer gefeiert. Die Palette belegt also lediglich, dass Narmer, den keine Quelle mit Menes in Verbindung bringt, eine (nicht notwendig die erste) Reichseinigung herbeigeführt hat.

Aha als weiterer Reichsgründer

Ein weiterer Kandidat für die Identifikation mit Menes ist König Aha. Auf einem Elfenbeintäfelchen ist Aha vor einer Struktur mit der Inschrift „Die Beiden Herrinnen Men“ zu sehen. Der Beiden Herrinnen Name (Nebti-Name) war Teil der Königstitulatur.

Darüber hinaus war es Aha, der Memphis zur Hauptstadt Ägyptens machte. Auch dies könnte ihn in die Nähe des legendären Gründers von Memphis, Menes, rücken.

Menes als mythischer Reichseiner

Eine weitere Theorie besagt, Menes sei ein mythisches Konstrukt. Insbesondere wenn es sich bei der sog. Ersten Reichseinigung nicht um einen einzelnen Akt, sondern um einen Prozess handelte, hätte die Zuschreibung an einen mythischen Gründungsvater der Vorstellung der Ägypter über diese frühe Zeit einen Fokus gegeben.

Für diese These sprechen nicht nur die Hinweise auf einen allmählichen, weitgehend friedlichen Zusammenschluss der lokalen Königreiche zu einem Reich. Es wurde darauf hingewiesen, dass das ägyptische Men-i mit „der und der, der einst kam“ übersetzt werden kann. Menes wäre also gar kein richtiger Name, sondern eine Beschreibung. Eine andere Überlegung weist darauf hin, dass Meni eine Umkehrung der Buchstabenfolge des Wortes Amun bzw. Amen ist, der als Vater jedes Pharaos galt.

Nimmt man alle Hinweise auf Menes und die Erste Reichseinigung zusammen, spricht vieles dafür, dass es eine solche gar nicht gab. Vielmehr wuchsen lokale Königtümer zu einem Reich zusammen. Um diesen Einschnitt zu markieren, wurde der Prozess des Zusammenwachsens zu einer mythischen Reichseinigung zusammengefasst und dem vermutlich ebenso mythischen Menes zugeschrieben.

Erste Reichsteilung im Alten Reich

Auf die Reichsgründung in der 0. Dynastie der Prädynastik folgten in frühdynastischer Zeit die ersten Pharaonen der 1. und 2. Dynastie. Mit dem Alten Reich kommt es unter der Herrschaft der 3. bis 6. Dynastien zu einer Blütezeit altägyptischer Kultur, in der viele charakteristische Merkmale grundgelegt wurden. Die eindrucksvollen Pyramiden von Gizeh etwa sind Bauwerke der 4. Dynastie.

Hungersnot und Dezentralisierung im Alten Reich

Gleichzeitig zeigen sich erste Verfallserscheinungen bereits ab der zweiten Hälfte des Alten Reiches So weist ein Rückgang in Quantität und Qualität der Grabbauten auf ökonomische Probleme hin. Dokumente aus der 5. Dynastie belegen, dass Stiftungen an Pyramidenstädte reduziert und Zuwendungen umverteilt wurden.

Die Ausgaben für die großen Bauprojekte der 4. Dynastie könnten der Ökonomie einen Schlag versetzt haben. Von größerem Einfluss aber war vermutlich eine Trockenperiode, die im späteren dritten Jahrtausend v. Chr. den ganzen Nahen Osten erfasste. Die Veränderung des Klimas brachte einen Rückgang der Nilüberschwemmungen mit sich. In der Folge kam es zu Nahrungsmittelknappheiten.

Um der drohenden Hungersnot zu begegnen, begann man in der 6. Dynastie mit einer Dezentralisierung der Verwaltung. Schon in der 5. Dynastie ist an den Grabanlagen in den Provinzen abzulesen, dass die Bedeutung der Gauleiter und lokalen Eliten stieg. Für die 6. Dynastie ist erstmals der Titel „großes Oberhaupt der Provinz“ belegt.

Ihren Höhepunkt erreichte die Krise offenbar um 2200 v. Chr. unter dem Pharao Pepi II.

Reichsteilung: Königtümer Herakleopolis und Theben

Auch die Könige der 7. und 8. Dynastie regierten noch von Memphis aus. Doch die eigentliche Macht lag in den Händen der Gauleiter Oberägyptens.

Als der letzte König in Memphis ca. 2130 v. Chr. starb, schwang sich der Gauleiter von Herakleopolis zum König auf und verleibte seinem Herrschaftsgebiet Memphis ein. Er und seine Nachfolger der 9. und 10. Dynastie herrschten nur über Oberägypten, wurden aber von Unterägypten und den Gauleitern Mittelägyptens gestützt.

Schon bald entstand Konkurrenz. Ab ca. 2081 etablierte sich in Theben die 11. Dynastie. Lange Zeit kämpften Herakleopolis und Theben um die Vormachtstellung, ohne dass eine Seite den Kampf für sich entscheiden konnte.

Zweite Reichseinigung unter Mentuhotep II.

Die entscheidende Wende brachte Mentuhotep II., indem er Nubien seit dem späten Alten Reich erstmals wieder unter ägyptische Kontrolle brachte. Mit den zusätzlichen Ressourcen gelang es ihm, Herakleopolis zu besiegen und das Reich ca. 1980 v. Chr. in der sog. Zweiten Reichseinigung wieder zu vereinen.

Amenhemet I.

Mentuhotep II. hatte Ägypten formal geeint. Die Herrschaft des Pharao konzentrierte sich, trotzt großangelegter Bauvorhaben, aber auf den Süden. Eine spätere, wenn auch propagandistische Schrift, berichtet von Vernachlässigung.

Unter diesen Voraussetzungen gelang es ca. 1945 v. Chr. dem Wesir Mentuhoteps IV., die Macht zu übernehmen. Als Amenemhet I. verlegte er den Herrschaftssitz nach Itj-Taui (El-Lischt) und begründete die 12. Dynastie. Damit war die formale Reichseinigung, die Mentuhotep I. herbeigeführt hatte, auch praktisch vollzogen.

Auch Amenemhet I. und noch sein Sohn Sesostris I. hatten anfangs um die Stabilität ihrer Herrschaft zu kämpfen. In diesem Fall schien die Gefahr aus dem Kreis der Königsfamilie zu kommen. Die später so bezeichnete (fiktive) „Geschichte von Sinuhe“, eines Höflings, der vor den Wirren im Palast nach Asien geflohen war, berichtet von Intrigen gegen den Herrscher. Die sog. „Unterrichtung des Königs Amenemhet I.“, die in Anspruch nimmt, sein verlorenes Testament zu sein, scheint dies zu bestätigen. Nach diesen Zeugnissen kam es zu einem Attentat auf Amenemhet I., dem dieser möglicherweise zum Opfer fiel.

Reichsteilung am Ende der 12. Dynastie

Wir wissen nicht genau, wie sich die Ereignisse um die Thronfolge des Sesostris I. abgespielt haben. Jedenfalls gelang es den Königen der 12. Dynastie, diese Phase zu überwinden. Was folgte, war eine Herrschaft von acht Königen, die durchschnittlich jeder mehr als 22 Jahre in ungebrochener Thronfolge vom Vater auf den Sohn regierten. Dem setzte erst der frühe Tod Amenemhets IV. ein Ende, dem seine Schwester Sobekneferu auf den Thron folgte. Sie ging in die Geschichte ein als eine der wenigen Frauen, die Altägypten als Pharao regierten.

Innenpolitisch schuf man Anreize für die lokalen Eliten, sich in den Dienst des Königshauses zu stellen. Verwaltet wurde das Reich von je einem Wesir für Ober- und Unterägypten. Außenpolitisch setzte man auf Festungsanlagen, um die Nubier auf der einen und die Westasiaten auf der anderen Seite aus dem Land zu halten. Gleichzeitig blühte der Handel v.a. mit den asiatischen Stämmen jenseits der Mauer.

Das Mittlere Reich ging in die ägyptische Erinnerung ein als eine Zeit des Friedens und Wohlstandes. Doch auch diesem war letztendlich der Zerfall in verschiedene Machtzentren bestimmt.

Dritte Reichseinigung unter Ahmose I.

Die 13. Dynastie folgte der 12. so problemlos, dass sie von vielen Forschern noch zum Mittleren Reich gerechnet wird, zumal sie ihren Herrschaftssitz zunächst in Itj-Taui beließ. Eine schnelle Folge von 55 Königen spricht aber für einen stetigen Verlust an Macht und Kontrolle.

Beginnender Zerfall am Ende der 12. Dynastie

Innenpolitisch führten Thronstreitigkeiten am Ende der 12. Dynastie zu einem Erstarken der Bürokratie. Nachlassende Disziplin an den Grenzfesten zwang zum Abzug der Truppen. An deren Stelle übernahm bald der aufsteigende nubische Staat Kusch die Festungen an der gemeinsamen Grenze.

Im Norden war es schon im Verlauf der 12. Dynastie zu einer vermehrten Ansiedlung von semitisch-kanaanäischen Händlern, aber auch Handwerkern, Bauern und Kriegsgefangenen gekommen.

Abspaltung der 14. Dynastie vom Reich

Die Schwäche der 13. Dynastie und die steigende Zahl von Asiaten im Norden des Landes führte zum Aufstieg einer vermutlich westasiatischen 14. Dynastie im westlichen Delta. Ein Text vom Ende dieser Zeit, bekannt unter dem Titel „Mahnworte des Ipuwer“, berichtet von Demoralisierung, Rebellion, Chaos und der Allgegenwarten der Fremden.

Die Etablierung der Hyksos-Dynastie und ihr Siegeszug

Laut Manetho konnte sich dank dieser Zersplitterung im östlichen Delta eine neue Gruppe semitischer Einwanderer festsetzen, die unter dem griechischen Namen Hyksos in die Geschichte eingingen. Das Wort gibt das ägyptische Heka Khasut wieder, was Herrscher fremder Länder meint. Der erste Hyksos-König Salitis ließ sich laut Manetho in Memphis krönen, wählte aber Auaris als Herrschaftssitz.

Sie schufen hier eine ägyptisch-asiatische Mischkultur und waren die stärkste Kraft im Land. Die Hyksos dominierten Handel und Außenpolitik mit der westasiatischen Heimat und den Minoern auf Kreta. Zudem schlossen sie ein Bündnis mit dem Königtum Kusch.

Von Auaris aus ersetzte diese sog. Hyksos-Dynastie oder auch 15. Dynastie schon bald die 13. und 14. Dynastie. Der Untergang der 13. Dynastie führte für kurze Zeit zum Aufstieg einer 16. Dynastie, deren Herrscher entweder selbst Asiaten waren oder den Hyksos tributpflichtige Ägypter. Das deshalb auch Kleine Hyksos-Dynastie genannte Geschlecht musste jedoch ebenfalls dem Vordringen der 15. Dynastie weichen.

Widerstand der 17. Dynastie in Theben

Allein in Theben konnte sich mit der 17. Dynastie eine ägyptische Herrschaft etablieren, die sich gegen den Vormarsch der Hyksos behaupten konnte. Zunächst noch den Fremdherrschern tributpflichtig, erstarkte ihre Macht dank der Ferne zum Kerngebiet der 15. Dynastie. Mit der Macht wuchs auch der Widerstand gegen die Hyksos.

Mit Seqenenre scheint sich dieser in den 1540er Jahren erstmals in Kriegshandlungen niedergeschlagen zu haben. Der Pharao selbst starb nach Ausweis von Verletzungen seiner Mumie im Kampf.

An seine Stelle trat Kamose, der ein thebanisches Heer bis vor Auaris führte. Nachdem er einen Boten der Hyksos an den kuschitischen König mit der Aufforderung zu militärischem Beistand abgefangen hatte, waren die Hyksos in ihrer Hauptstadt gefangen. Doch die Ägypter hatten sich nie als geschickt in der Einnahme von Städten erwiesen, und Kamose trat nach der gelungenen Demütigung des Fremdherrschers den Rückzug nach Theben an. Er feierte seinen Triumph auf zwei Stelen im Tempel des Amun in Karnak, wo er nach seiner Rückkehr vom Feldzug den Göttern für seine Erfolge dankte. Sein plötzlicher Tod verzögerte den Befreiungskampf um viele Jahre.

Befreiung Ägyptens von der Fremdherrschaft

Sein Bruder Ahmose, der ihm auf den Thron folgte, war zu diesem Zeitpunkt noch ein Kind. Die Regierungsgeschäfte führte zunächst Tetischeri, vermutlich Mutter des Seqenenre, dann Ahhotep I., Witwe des Seqenenre und Mutter von Ahmose I. Sie wurde als „Vereinerin Ägyptens, die die Hyksos vertrieb“ bekannt. Auf einer Stele in Kairo wird sie als „neba ta“, „Herrin des Landes“ bezeichnet. Vermutlich hatte sie in einer Art Pattsituation zwischen der 17. Dynastie in Theben und den angeschlagenen Hyksos in Auaris auch über Oberägypten regiert.

Eine erneute Belagerung von Auaris und tatsächliche Vertreibung der Hyksos gelang aber erst Ahmose I., vermutlich im zweiten Jahrzehnt seiner Regierung. Da auch er die Stadt nicht erobern konnte, handelte er mit den Hyksos deren Abzug aus Ägypten aus. In der Tat lassen sich keine Belge für eine gewaltsame Vertreibung finden. Ägypten war befreit von der Herrschaft der Fremden und erneut geeint unter einem ägyptischen Pharao. Mit der Dritten Reichseinigung durch Ahmose I. beginnt die Herrschaft der 18. Dynastie und das Neue Reich.

Dritte Reichsteilung

Das Neue Reich bringt die letzte große Blüte ägyptischer Geschichte. In diese Zeit gehören so große Namen wie Königin Hatschepsut, Thutmosis III., der Ketzerkönig Echnaton, Tutanchamun, die Ramessiden, allen voran Ramses II., und Königin Tausret.

Auf eine anfängliche Zeit der Expansion folgten lange Auseinandersetzungen mit Syrern, Hetithern, Lybiern, den Seevölkern und einer v. a. in Theben erstarkenden Amun-Priesterschaft.

Dritte Zwischenzeit

Die Dritte Zwischenzeit ist geprägt von der übergroßen Macht dieser Priester und Fremdeinfluss. Letzterer namentlich in Form einer lybischen Dynastie, der Herrschaft der Nubier über Teile Ägyptens und zuletzt das gesamte Reich sowie dem Kampf gegen die Assyrer, die immer wieder die Hauptstadt Memphis und schließlich Theben einnehmen konnten.

Spätzeit und griechisch-römische Zeit: labile Einheit und fremde Herrschaft

Gegen Nubier und Assyrer sowie mittelägyptische Kontrahenten setzte sich der Assyrer Psammetich I., ehemals assyrischer Statthalter in Ägypten, in Sais durch. Kulturell und wirtschaftlich einte er das Land zu einer letzten ägyptischen Blüte unter der 26. Dynastie. Innenpolitische Schwäche und äußere Bedrohung machten Ägypten in der 27. Dynastie zur persischen Provinz.

Eine im nordwestlichen Delta beginnende Revolte befreite schließlich das gesamte Reich für die Herrschaft der 28. bis 30. Dynastie. Die navigierten erfolgreich zwischen Griechen und Persern, waren jedoch innerlich zerrissen. Dies bereitete einer 31. persischen Dynastie den Weg. Persern und Ägyptern gleichermaßen bereitete schließlich Alexander der Große ein Ende. Es folgten eine makedonische und eine ptolemäische Dynastie, bevor Ägypten als Provinz dem römischen Reich einverleibt wurde.

Die Phasen der kurzen Einheit dieser Zeit waren von fremden Herrschern und größter Instabilität geprägt. Von echter Reichseinigung, geschweige denn einer folgenden Zeit der Stärke und Blüte, kann nicht die Rede sein. Somit gilt Ahmose I. als letzter Pharao, der eine Reichseinigung herbeigeführt hat.

Zusammenfassung

  • Unter Reichseinigung versteht man den Zusammenschluss lokaler Königtümer zu einem zentral regierten Reich unter einem Pharao.
  • Zeiten der Trennung waren v. a. von der Konkurrenz Unter- und Oberägyptens geprägt.
  • Es gab drei Reichseinigungen, auf die jeweils Phasen des Zerfalls folgten, die sog. Erste, Zweite und Dritte Zwischenzeit.
  • Die Erste Reichseinigung war vermutlich eher ein Prozess, zusammengefasst zu einer staatsgründenden mythischen Einigung durch den ebenso mythischen König Menes.
  • Das Alte Reich zerfiel in der Ersten Zwischenzeit, die vom Kampf zwischen Herakleopolis in Oberägypten und Theben in Unterägypten geprägt war.
  • Die Zweite Reichseinigung erfolgte durch den thebanischen König Mentuhotep II. mit dem Sieg über Herakleopolis und läutete das Mittlere Reich ein.
  • Die Dritte Zwischenzeit sah Ägypten unter der Vorherrschaft der asiatischen Hyksos-Dynastie.
  • Diese beendete Ahmose I. mit der Dritten Reichseinigung, auf der das Neue Reich aufbaute.
  • Nach einem erneuten Zerfall in der Dritten Zwischenzeit geriet Ägypten zunehmend unter fremde Herrschaft, bis es schließlich als Provinz dem römischen Reich einverleibt wurde.

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