Skip to main content

So war das Jahr eines Bauern im Alten Ägypten organisiert


Der Nil gehört zu den größten Flüssen der Welt. Er fließt von den bergigen Hochebenen Afrikas kommend durch Ägypten und sorgt an seinen Ufern für fruchtbares Land. Im Sommer führt der Nil sehr viel Wasser mit sich. Im Alten Ägypten trat das Wasser regelmäßig über die Ufer und überschwemmte die Felder und Gärten.

Nach Abfluss des Hochwassers blieb Wasser in den Auffangbecken und Wassergräben zurück und ein mineralstoffreicher Schlamm bedeckte das Land. Der Fluss hatte entscheidenden Einfluss auf die Ernte und das Leben der Menschen. Die Getreideernte war davon abhängig, wie stark die Überschwemmung ausfiel. Führte der Nil viel Wasser mit sich, überschwemmte er ein großes Gebiet an seinen Ufern und bewässerte viel Land. Fiel das Hochwasser niedriger aus, bedeutete es eine geringere Ernte und unter Umständen nicht ausreichend Nahrungsmittel für die ägyptische Bevölkerung.

Die Drei Jahreszeiten im Alten Ägypten

Ägyptische Bauern teilten ihr Jahr in drei Jahreszeiten ein. Der Kalenderanfang war an der jährlich wiederkehrenden Nilüberschwemmung ausgerichtet und zeigt die Bedeutung der Nilschwemme.

  • Die 1. Jahreszeit von Juni bis September hieß Achet und begann mit der Zeit der Überschwemmung.
  • Die 2. Jahreszeit von Oktober bis Februar hieß Peret. Es begann die Aussaat.
  • Die 3. Jahreszeit von März bis Mai hieß Schemu, die trockene warme Zeit. Es war die Zeit der Ernte.

Wie war das Jahr eines Bauern im alten Ägypten organisiert

Während der Zeit der Überschwemmung konnten die Bauern nicht auf den Feldern arbeiten. Sie reparierten ihre Häuser und Werkzeuge und versorgten ihre Tiere. In dieser Zeit wurden sie auch zu schweren Bauarbeiten für den Pharao, den Herrscher des Landes, herangezogen. Sie unterstützen beispielsweise beim Bau der Pyramiden und der Tempel.

Die landwirtschaftliche Arbeit begann, wenn das Hochwasser zurückging und der zurückgebliebene fruchtbare Nilschlamm die Felder bedeckte. Es kamen die Landvermesser des Pharaos und teilten das Land neu ein. Die Bewässerungskanäle wurden gesäubert und der Boden mit Hacken und Schaufeln umgegraben und gelockert. Die Felder waren jetzt gut durchfeuchtet und durch den nährstoffreichen Schlamm mit Dünger versorgt. Die Aussaat konnte beginnen.

Der Kornverwalter gab das Saatgut aus den Kornkammern an die Bauern aus. Durch die zentrale Aufbewahrung in großen Kornkammern wurde das wertvolle Saatgut vor Ratten und Mäusen geschützt. War die Saat ausgesät, trieben die Bauern Vieh über die Felder. Die Tiere traten die Saat in den Boden. Angebaut wurden große Mengen an Weizen und Gerste für die Herstellung von Brot und Bier. Wichtig war auch Flachs. Aus den Stängeln der Pflanze wurde Leinenstoff hergestellt, aus den Samen der Flachspflanze Leinöl gewonnen. In den Gärten wuchsen verschiedene Obst- und Gemüsesorten wie Wein, Datteln, Melonen, Kürbisse, Zwiebeln, Linsen und Bohnen.

In der dritten Jahreszeit begann die Ernte. Zuerst wurden das Getreide geerntet, anschließend die Früchte und das Gemüse. Während der Getreideernte kontrollierten Steuereintreiber die Arbeit und schrieben die Mengen auf.
Das gesäuberte Korn wurde von den Aufsehern geprüft und anschließend in die Kornkammern gebracht. Die Bauern behielten nur einen kleinen Teil der Ernte für sich. Nach der Ernte wurden die Bewässerungsgräben ausgebessert, um sich auf die nächste Flut vorzubereiten.

Das Leben der Fellachen, wie die Bauern auch heute noch heißen, was hart. Sie hatten keine Schulbildung und die Felder gehörten ihnen nicht. Die Bauern bewirtschafteten das Land der Pharaonen. Trotzdem mussten sie hohe Steuern zahlen und hatten oft Probleme, ihre eigenen Familien zu ernähren. Auf den Feldern überwachten Aufseher die beschwerliche Arbeit der Landarbeiter. Waren die Aufseher mit der Arbeit nicht zufrieden, bestraften sie mit harten Stockschlägen.


Ähnliche Beiträge