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Freddie Thorne: Der Kommunist und Gewerkschafter in Peaky Blinders


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Freddie Thorne, der Anführer der Kommunisten in Peaky Blinders, gespielt von Iddo Goldberg. – Bildquelle: Amazon*


Freddie Thorne war ein Kommunist und Gewerkschaftsführer zu Beginn des 20. Jahrhunderts, welcher versuchte in den Birminghamer BSA-Werken einen Aufstand anzuzetteln. In der Fernsehserie „Peaky Blinders: Gangs of Birmingham“ wird dessen Leben auszugsweise verfilmt. Dabei wird die Figur des Freddie Thorne vom britischen Schauspieler Iddo Goldberg gespielt und tritt zum ersten Mal in Staffel 1 Folge 1: „Geschenk des Teufels auf„.

Freddie Thornes Biographie und Vorgeschichte in Peaky Blinders

Freddie lebte, zusammen mit seiner Mutter Irene May Thorme, in Birmingham und wuchs im Stadtteil Small Heath auf. Seit Kindheitstagen ist er mit Thomas Shelby befreundet und seitdem er 12 Jahre alt war, ist Freddie in dessen Schwester Ada verliebt.

Während der Zeit des ersten Weltkrieges diente Freddie in Frankreich und nahm an der Schlacht von Somme teil. Dort war er zusammen mit Thomas Shelby und Danny Owen in einen Schacht eingeschlossen, welchen die Deutschen versuchten zu erobern. Als die deutschen Soldaten schließlich in den Schacht eindrangen, kam es zu einem Zweikampf auf engstem Raum. Dabei rettete er seinem Freund Thomas das Leben.

Nach dem Krieg schloss sich Freddie einer kommunistischen Bewegung an, welche versuchte, England in einen Sozialstaat – nach marxistischen Vorbild – zu wandeln. Deshalb versucht Freddie regelmäßig die Arbeiter in den beiden großen Fabriken in Birmingham aufzustacheln. Außerdem geht er eine Liebesbeziehung zu Ada Shelby ein, welche sie – vor deren Brüder – geheimhalten.

Staffel 1: Freddie Thorne und Ada Shelby auf der Flucht

In den BSA Werken von Birmingham wurden Waffen gestohlen. Deshalb schickt die englische Regierung einen Inspektor, namens Campbell, nach Birmingham. Dieser soll die Waffen wiederbeschaffen und glaubt, dass entweder die Kommunisten, die IRA-Terroristen oder die Straßengangs die Waffen haben könnten.

Freddie steht am Kopf der kommunistischen Bewegung in Birmingham und wird somit zu einem möglichen Ziel der neuformierten Polizei. Gleichzeitig geht Freddie eine Liebesbeziehung zu Ada Shelby ein und wird deshalb von deren Brüdern geächtet. Sein einstiger Freund und Kriegskamerad Tommy schmäht deshalb Freddie, weil er glaubt – dass er Ada in seine düstere Unterwelt hineinzieht.

Dabei ist Tommy ebenfalls Teil der Unterwelt, da er der Kopf einer Straßengang – namens Peaky Blinders – ist.

Als Ada schwanger wird, soll sie das Kind wegmachen lassen. Ihre Tante Polly und sie wollen deshalb einen Arzt in Cardiff aufsuchen, welcher den Eingriff vornehmen soll. Am Bahnhof von Birmingham werden sie von Freddie überrascht, welcher Ada zum Bleiben überredet und ihr einen Heiratsantrag macht. Diese stimmt zu und beide wollen das Kind behalten.

Währenddessen handelt Tommy Shelby einen Deal mit Inspektor Campbell aus. Demnach schaut dieser bei Tommys Geschäften weg und im Gegenzug gibt dieser, bei Gelegenheit, die gestohlenen Waffen zurück. Ein weiterer Bestandteil des Paktes besteht darin, dass Freddie aus der Stadt verschwinden muss. Dieser lässt sich aber weder von der Polizei noch von den Peaky Blinders einschüchtern und hält weiter seine Hetzreden.

Die Polizei erinnert Tommy an die Abmachung, welcher sie trafen. Sie drohen damit, dass sie Ada Shelby ebenfalls verhaften und als Volksverhetzerin anklagen werden. Nun suchen auch Tommy und seine Brüder nach Ada und Freddie.

Polly bietet dem Kommunisten 200 Pfund, damit er zusammen mit Ada aus der Stadt verschwindet. Freddie lehnt das Geld ab und gibt es später Tommy zurück. Nun bestechen Tommy und Polly einen Funktionär der kommunistischen Partei Russlands, welcher die 200 Pfund wieder Freddie zuspielt.

Dieses Mal nimmt Freddie das Geld an, weil er glaubt, dass es sich dabei um Revolutionsgeld handelt. Er gibt es dann weiter an einen Kameraden, welcher damit die Revolte in Birmingham antreiben soll. Dieser wird allerdings festgenommen und verhört. Denn die Shelbys stecken dem Inspektor Informationen über den Geldtransfer zu.

Polly erzählt nun Freddie, dass das Geld ursprünglich von ihr stammt. Dies tat sie, damit Freddie dieses Geld weitergibt und der Revolutionär verhaftet wird. Denn dieser wird die Adresse von Freddie verraten, wodurch dieser aus der Stadt fliehen muss. Die 200-Pfund-Finte war demnach nur eine Falle, um Freddie aus der Stadt zu vertreiben.

Aber der störrische Kommunistenführer weigert sich weiterhin zu fliehen. Stattdessen hält er weiter seine Hetzreden und ruft zur Bestreikung der großen Maschinenwerke in Birmingham auf. Als Ada ihr Kind bekommt, bittet Polly darum – dass Freddie bei der Geburt dabei sein dürfte. Tommy stimmt zu und Freddie kriecht aus seinem Versteck.

Nach der Geburt wird er verhaftet und alle Familienmitglieder glauben, dass Tommy ihn verraten hätte. Dies tat er aber nicht und lässt seinen alten Freund durch Danny Whizz-Bang befreien. Dann schließt sich Freddie Thorne ebenfalls den Peaky Blinders an, um Birmingham vor Billy Kimber zu schützen.

Staffel 2: Freddie Thornes Beerdigung

Staffel 2 beginnt mit Freddies Beerdigung. Er starb an der Grippe, welche in der Serie oft als Seuche bezeichnet wird. Sein Freund Thommy Shelby hält die Grabrede. Damit löst Tommy ein Versprechen ein, welches er Freddie in Frankreich gab. Freddies Frau Ada scheint nicht sonderlich berührt vom Tod ihres Mannes zu sein, weshalb Tommy direkt nach der Trauerrede Ada auf das Familienunternehmen anspricht.

Ada ist angewidert von Tommy und seinen Geschäften, weshalb sie ihn zurückweist. Dennoch macht Tommy deutlich, dass Ada nicht länger in London leben kann, da seine Expansionspolitik gefährlich für sie sein könnte. Ada will dennoch mit ihrem Sohn Karl in London wohnen bleiben, was sich wenig später als Fehlentscheidung herausstellen wird.

Historischen Hintergründe zu Freddie Thornes Tod

Freddie starb vermutlich an der Spanischen Grippe. Diesem Grippe Virus, aus der Influenza Familie, fielen besonders Menschen in den mittleren Jahrgängen zum Opfer. Anders als bei bisherigen Grippeviren, bei denen hauptsächlich Kleinkinder und alte Menschen sterben bzw. schwer erkranken, waren bei der spanischen Variante 20 bis 40-jährige Menschen betroffen.

In der Zeit zwischen 1918 und 1920 gab es drei Grippewellen. Damals lebten circa 1,8 Milliarden Menschen auf der Erde. In diesen zwei Jahren starben vermutlich zwischen 20 und 50 Millionen Menschen am Virus. Dies entsprach circa 11 bis 28 % der Gesamtbevölkerung, weshalb es die schwerste Pandemie der Menschheitsgeschichte war.

Da war die Pest, welche zwischen 1347 und 1353 in Europa wucherte, etwas milder. Ihr fielen schätzungsweise zwischen 20 und 50 Millionen Menschen zum Opfer.

Nach den Spanischen Grippewellen kam es zum Auftreten von Subvarianten des ursprünglichen Grippevirus und zu weiteren Pandemien, welche aufgrund von Impfstoffen (seit 1942) deutlich milder ausfielen:

  • Asiatische Grippe von 1957/58 mit circa 3 Millionen Toten
  • Hongkong Grippe von 1968-70 mit circa 1 Millionen Toten
  • Russische Grippe von 1977/78 mit 500.000 Toten
  • Schweinegrippe von 2009 mit circa 575.000 Toten

Da diese Pandemien alle auf den ursprünglichen spanischen Virus zurückzuführen sind, wurde die Spanische Grippe im Jahr 2006 als „Mutter aller Pandemien“ bezeichnet.

Lange Zeit nahm man an, dass der Virus aus Spanien stammt. Daher der Name. Wissenschaftler gehen heute allerdings davon aus, dass die Pandemie in den USA begann und dann im Zuge des ersten Weltkriegs nach Europa getragen wurde.

In den USA wurde die Krankheit als 3-Tage-Fieber, aufgrund ihrer Symptome, bezeichnet. In Deutschland bezeichnete man sie ursprünglich als Flandern-Fieber, da man glaubte, dass der Virus aus den Schützengräben Flanderns (Belgien) stammt.

Die Bezeichnung Spanische Grippe erhielt das Virus erst, nachdem es dort auftauchte. Spanien nahm nicht am ersten Weltkrieg teil, weshalb man offen über das Virus sprechen konnte. Sämtliche andere europäische Staaten waren inmitten des ersten Weltkrieges und Berichte über das Sterben in der Heimat oder im Schützengraben hätten die Soldaten demotiviert. Deshalb wurde eine Berichterstattung in sämtlichen europäischen Staaten und den USA unterbunden.

Erst als der spanische König Alfons XIII. erkrankte, sprach die Welt darüber. Die Nachrichtenagenturen der Länder spielten das Virus allerdings als regionale Erscheinung in einem nicht kriegsbeteiligten Land herunter, so dass die Soldaten keine zusätzlichen Ängste im Krieg ausstehen mussten, nicht desertierten und einfach weiterkämpften.

Die Spanier, welcher von diesem Virus bisher selbst noch nicht hörten, glaubten ebenfalls – dass diese Variante dort ihren Ursprung nahm. Somit wehrten sie sich nicht gegen die Berichterstattung. Ab 1918 gebrauchte man den Namen Spanische Grippe, um die tatsächliche Verbreitung zu vertuschen.

Am Grippevirus sterben weltweit jedes Jahr circa 650.000 Menschen. Die Zahl wäre wahrscheinlich deutlich höher, wenn es keine Impfung geben würde. Denn die Impfung verhindert die Verbreitung und sorgt somit vor einer hohen Sterblichkeit. Da der Impfstoff gegen das Grippevirus erst 1942 entwickelt werden konnte, ist der Tod von Freddie Thorne im Jahr 1922 nicht ungewöhnlich für diese Zeit.


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