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Was bedeutet Affirmation: Bedeutung, Beispiele und Synonyme


Affirmationen sind Wortkombinationen oder kurze Sätze mit einer positiven Aussage, die auf das Unterbewusstsein und die Psyche wirken sollen. Sie sind eine Form der geistig-psychologischen Selbsthilfe und werden im Rahmen einiger modernen spirituellen Strömungen und in der Persönlichkeitsentwicklung angewandt.

Verschiedene Bedeutungsebenen von Affirmation

Das Wort Affirmation kommt vom lateinischen „affirmatio“ für „Versicherung“ oder „Beteuerung“. Gleichbedeutenden Worte sind „Bejahung“ und „Versicherung“. In der Sprachwissenschaft bezeichnet Affirmation die versichernde bis unumstößliche Behauptung oder Bejahung einer Aussage. Die affirmative Form einer Aussage oder eines Wortes ist das Gegenteil zur Negation (Verneinung).

In der Logik entspricht die Affirmation in etwa einer positiven Tatsache: München ist die Hauptstadt des Bundeslandes Bayern. Regen besteht aus Wassertropfen. Auch Werbeleute kennen den Begriff der Affirmation als besonders eingängige und eine bestimmte Zielgruppe ansprechende Schlüsselsätze.

Synonyme für Affirmationen

Neben bejahenden und positiven Aussagen und Tatsachen können Affirmationen im weitesten Sinne auch mit diesen Begriffen gleichgesetzt werden:

  • positiv formulierte Sätze
  • positive Leitsätze
  • Bejahung
  • Zustimmung
  • Bestärkung.

Affirmation in der Selbsterkenntnis und Selbsthilfe

Kurze eingängige Sätze werden heute vor allem in der Spiritualität, Persönlichkeitsentwicklung und psychologischen Selbsthilfe genutzt. Affirmationen werden mit diesen ergänzenden oder ähnlichen Techniken kombiniert bzw. sind ein Teil davon:

Einige moderne spirituelle Strömungen nutzen die Affirmationen ähnlich der indischen Sanskrit Mantras (göttliche Silben mit besonderer Bedeutung). Im Mentaltraining, aber auch in modernen psychologischen Wissenschaften gehen Experten davon aus, dass Menschen von unbewussten Glaubenssätzen beherrscht und teilweise auch schwer manipuliert werden. Diese inneren Überzeugungen werden in der Kindheit angenommen und wirken dann als festes, aber unbekanntes Programm auf der „Festplatte“.

Neuere Entdeckungen zu menschlichem Verhalten, Psychologie und Soziologie fließen jetzt mit Erkenntnissen von Psychiatern und Geistesforschern des vergangenen Jahrhunderts zusammen.

Schon Sigmund Freud und Carl Gustav Jung postulierten den starken Einfluss unbewusster Strukturen auf den menschlichen Geist und das Wachbewusstsein. Beide sind Vertreter der Tiefenpsychologie, einer psychologischen Strömung – welche starken Einfluss auf die heutige wissenschaftliche Psychologie ausübte. Freud unterschied ein Drei-Instanzen-Modell mit Bewusstsein, Vorbewusstsein und Unbewusstsein. Den unbewussten Wesensanteilen schrieben die Tiefenpsychologen eine außerordentliche Rolle zu und diagnostizierten, dass der Mensch nicht der Herr im eigenen Haus sei.

Jung, welcher ein Schüler Freuds war, entwickelte das Strukturmodell etwas weiter und nahm Veränderung an Freuds Theorie vor. Dazu setzte er Archetypen ein, welche jeweils eine Rolle im Unbewusstsein deutlich machten. Außerdem schuf er Theorien zu Komplexen, welcher seiner Meinung nach, eine Ursache für menschliches Fehlverhalten und psychischen Problemen war. Auf Grundlage dieser Vorstellung über die Beschaffenheit des psychischen Apparat wurden weitere Modelle entwickelt.

Dem Eisberg-Modell zufolge haben wir nur über 5 % unseres Bewusstseins die volle Macht, die anderen 95 % schlummern wie der Hauptteil eines Eisberges unter Wasser im menschlichen Unterbewusstsein.

Der Geist und Verstand lernen nur bis zu einem gewissen Alter Neues. Dann folgen ständige Wiederholungen und Abwandlungen der immer selben Themen und Verhaltensstrukturen.

Aufmerksame Menschen beobachten immer wieder kehrende Ereignisse oder persönliche Reaktionsmustern. Auf der Basis dieses Wissens haben sich zahlreiche neue Therapieformen und Selbsthilfeprogramme entwickelt, um negative versteckte Überzeugungen in positive zu wandeln:

  • Ein Kind wuchs in einem Umfeld mit einem harten und ungerechten Vater auf.

Die unbewussten Programme können so lauten:

  • Männer sind hart und ungerecht.
  • Ich bin es nicht wert, von Männern Liebe zu empfangen.
  • Ich bin schlecht/böse.
  • Ich habe Strafe verdient.

Tatsächlich kann ein solcher Mensch im echten Leben ständig mit harten und strafenden Männern in Kontakt kommen (Gesetz der Anziehung und Resonanz), erlebt schlechte Beziehungen und hat ein geringes Selbstwertgefühl. Affirmationen sind eine Möglichkeit, solche Manipulatoren umzuprogrammieren und andere Resonanzen aufzubauen:

  • Ich heiße jetzt freundliche und liebevolle Männer/Freunde/Partner in meinem Leben willkommen.
  • Ich lasse jetzt männliche Liebe zu.
  • Ich bin wertvoll und liebenswert.
  • Ich verdiene jederzeit das Schönste und Beste.

Das Ziel von Affirmationen

Die positiven Wortkombinationen sollen dazu in der Lage sein, die Schranke zum Unterbewusstsein zu können. Doch dabei gilt es einiges zu beachten. Die 95 % unbewusste Programme bekommen wir in der Kindheit durch Beobachtung, Nachahmung, kulturelles, soziales und familiäres Erbe sowie eigene Erfahrungen.

Im Grunde dient dieser Mechanismus unserem Schutz und soll unser Leben vereinfachen. Wir müssen nicht ständig alles neu lernen, sondern können auf den „Autopiloten“ vertrauen. Wurde der in der Kindheit falsch und manipulativ geprägt, ist es gar nicht so einfach, das zu ändern.

Unbewusste Strukturen zu erreichen und zu verändern, gilt selbst in der anerkannten Psychotherapie als Herausforderung. Affirmationen sollen ein einfacher Weg dazu sein, den jeder anwenden kann. Oft funktionieren gerade sie, weil sie einfach sind. Viele Menschen lernen alleine und in Ruhe zu Hause sowie ohne den Druck oder das medizinische Umfeld eines professionellen Therapeuten besser.

Ziel von Affirmationen ist:

  • Sich selbst zu motivieren.
  • Neue Überzeugungen und Glaubenssätze zu etablieren.
  • Bei der Zielfokussierung helfen.
  • Das Unterbewusstsein mit dem Alltagsbewusstsein synchronisieren.

Funktionieren Affirmationen?

Einige Menschen sind vom Erfolg von Affirmationen überzeugt und wenden sie mit großem Erfolg an. Allerdings lernt das Unterbewusstsein nur sehr langsam neue Strukturen. Deswegen müssen Affirmationen sehr oft wiederholt werden, bis sie Erfolge zeigen. Anwender sollten sich höchstens zehn Affirmationen heraussuchen oder selbst formulieren und mit diesen kontinuierlich arbeiten. Wer zu oft wechselt, erreicht weniger.

Außerdem darf die Anwendung der Affirmationen bei erreichten Etappen nicht abgebrochen werden. Die alten Programme können sonst schnell wieder die Überhand gewinnen.

Die beste Zeit, um Affirmationen ins Unterbewusstsein zu leiten, ist die Zeit zwischen dem Aufwachen und Aufstehen sowie vor dem Einschlafen. Dann ist das Gehirn in einem sehr aufnahmefähigen Zustand und lässt Neues fast ungefiltert ins Unterbewusstsein fließen.

Am besten werden die Affirmationen in allen Lebenslagen immer wieder aufgesagt, aufgezeichnet, gesungen usw. Affirmationen, die sich sehr von eingebrannten Überzeugungen unterscheiden, wirken in der Regel nicht: Ein seit Jahren auf der Straße lebender Bettler sagt, „Ich habe sehr viel Geld“. Es stimmt einfach nicht und womöglich hat er diesen Zustand auch noch nie erlebt. Hier liegen Ist- und Soll-Zustand zu weit auseinander.

Besser wären Affirmationen wie „Ich bekomme jeden Tag etwas mehr Geld“. Hier beginnt der Bettler mit einem nicht näher bezeichneten Ist-Zustand und legt die positive Aussage in den täglichen, ebenfalls nicht näher bezeichneten Zugewinn an Einnahmen. Wie und in welchem Umfang das passiert, bleibt offen. Glaubt man der Wirkweise von Affirmationen findet der Autopilot des Unterbewusstseins von alleine die Wege zu mehr Zugewinn, sobald es die Affirmation als neues Programm akzeptiert hat.

Afformationen, eine Weiterentwicklung der Affirmationen

Inzwischen hat sich eine weitere Art der positiven Selbstsuggestion etabliert: die Afformation. Diese Form der Neuausrichtung des Unterbewusstseins möchte zusätzlich das kreative Zentrum im Gehirn dazu nutzen, die Bahnen zwischen Wachbewusstsein und Unterbewusstsein schneller herzustellen. Das funktioniert über Fragetechniken, die die Gefühlsebene und Emotionen miteinbeziehen:

  • Wie fühlt sich Reichtum an?
  • Wie habe ich es geschafft, Reichtum in mein Leben kommen zu lassen?
  • Warum erlaube ich es mir jetzt, jeden Tag ein bisschen reicher zu werden?

Es wird kein Ist-Zustand suggeriert, sondern ein Weg abgefragt. Die Fragen werden nicht aktiv beantwortet. Der Geist und Verstand gehen unter Einbezug des kreativen Teils des Gehirns selbst auf die Suche nach den Antworten und aktivieren dabei das Unterbewusstsein.

Beispiele für Affirmationen

Jeder kann sich selbst seine Affirmationen formulieren und zusammenstellen. Dabei müssen nur diese Punkte beachtet werden:

  • positive aufbauende Botschaft (keine Negationen wie „ich möchte nicht mehr, dass …“)
  • einfache Wörter mit klarer Aussage
  • persönlicher Bezug
  • möglichst nahe am Ist-Zustand
  • mit Potenzial zur Entwicklung und Entfaltung.

Daneben bieten persönliche Seiten im Internet, Fachseiten, YouTube und dutzende Bücher fertige Affirmationen für alle Lebenslagen und Themenbereiche an.

Affirmationen für Liebe

  • Liebe ist ganz einfach.
  • Ich liebe das Leben und das Leben liebt mich.
  • Ab jetzt kommt immer mehr Liebe in mein Leben.
  • Mit jedem Atemzug lasse ich etwas mehr Liebe in mein Leben.

Affirmationen für Glück und Zufriedenheit

  • Ich lasse zu, dass sich Glück und Zufriedenheit in meinem Leben manifestieren.
  • Ich habe es verdient, jetzt glücklich zu sein.
  • Glück und Zufriedenheit sind jederzeit vorhanden.
  • Glück sucht mich und hat mich gefunden.

Affirmationen für Gesundheit

  • Mein Körper funktioniert perfekt und fühlt sich jederzeit wohl.
  • Mein Körper ist von gesunder Energie erfüllt.
  • Ich atme Gesundheit in jede meiner Körperzellen.
  • Meine Gesundheit wird jeden Tag etwas mehr.

Affirmationen für Geld

  • Ich bin jetzt bereit, viel Geld in meinem Leben zu akzeptieren.
  • Ich verdiene jeden Tag etwas mehr Geld.
  • Ich ziehe Geld und Reichtum magisch an.
  • Die Welt ist reich und ich bin ein Teil des Reichtums.

Affirmationen für Kinder

Schon die Jüngsten können oder sollten Affirmationen für sich nutzen, um negative Überzeugungen über sich erst gar nicht aufkommen zu lassen. Nicht immer sind nur die Eltern die Quelle für Negativ-Programme. Einige kommen auch aus der Schulzeit, stammen aus dem kollektiven Unbewussten, werden von den Kindern bei weiter entfernten Angehörigen oder in den Medien aufgeschnappt.

Die Kinderpsyche nimmt Affirmationen in der Regel noch einfacher auf und Kinder prägen sich die Sätze schnell ein. Statt Gebete sagen viele Kinder heute Affirmationen auf, die sie von ihren Eltern bekommen. Ziel ist eine sichere Persönlichkeit, Selbstbewusstsein und eine gesunde Selbstliebe bei Kindern zu fördern.

Gute Affirmationen für Kinder sind:

  • Ich fühle mich jederzeit geliebt.
  • Ich kann alles erreichen, was ich möchte.
  • Ich bin in Ordnung so, wie ich bin.
  • Ich bin schön und fühle mich wohl in meiner Haut.
  • Meine Träume und Wünsche nähren mich. Sie werden wahr.

Zusammenfassung

  • Affirmationen sind positive Sätze, die im Unterbewusstsein gespeicherte Negationen und manipulative Selbsthaltungen umprogrammieren sollen.
  • Die Botschaften sind kurz, einfach, leicht zu merken und können mühelos aufgesagt werden.
  • Der Erfolg der Affirmationen hängt von der Kontinuität in der Anwendung, der Einfachheit und dem persönlich-realistischen Bezug zur Botschaft ab (keine Übertreibungen oder ferne Utopien).
  • Affirmationen kann jeder selbst formulieren oder auf umfangreiche Sammlungen online und in Büchern zurückgreifen.
  • Afformationen sind eine Weiterentwicklung der Affirmationen, die über Fragestellungen funktionieren.
  • Manchmal werden Affirmationen für alberne Esoterik gehalten, dabei gehören sie viel mehr in Bereiche der modernen Spiritualität, Persönlichkeitsentwicklung und Selbsthilfe.
  • In gewisser Weise ähneln sie einem modernen Gebet.

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