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Warum sagt man drei Kreuze machen: Ursprung, Herkunft und Bedeutung


Drei Kreuze machen verwendet man nach schwierigen Situationen. Man ist erleichtert, diese hinter sich gebracht zu haben. Das Sprichwort entstammt dem katholischen Brauch der Kreuzgeste, die im Mittelalter zu jeder sich bietenden Gelegenheit verwendet wurde. Die Verwendung des ursprünglichen Kreuzrituals hat wiederum Einfluss darauf, wie die Redensart heutzutage gebraucht wird.

Was bedeutet drei Kreuze machen

Die Redewendung bedeutet, froh zu sein, etwas überstanden zu haben. Passende Situationen sind beispielsweise Prüfungsphasen in der Schule oder dem Studium. Auch besonders stressige Zeiten auf der Arbeit oder mit der Familie eignen sich, um das Sprichwort zu verwenden.
Wer die Redewendung benutzt, kann damit gleichzeitig aussagen, dass er nicht mit einem guten Ausgang rechnet. Er wünscht sich, dass sich alles fügt, hält das Gegenteil allerdings für realistischer oder zumindest ebenfalls denkbar.

Manchmal geht es bei der Verwendung von „drei Kreuze machen“ auch um Situationen, die man nicht beeinflussen kann. Das bedeutet, dass man auf sein bloßes Glück angewiesen ist. Die Erleichterung fällt daher umso deutlicher aus, wenn alles gut ausgeht.

Drei Kreuze hinter etwas machen

Diese Version des Sprichworts hat eine sehr ähnliche Bedeutung. In ihr schwingt lediglich der Abschluss einer Situation etwas stärker mit als bei „drei Kreuze machen“. Macht man hinter etwas drei Kreuze, hofft man, die Situation dadurch endgültig abgeschlossen zu haben. Sie soll sich nicht wiederholen. Synonym könnte man „etwas abhaken“ verwenden. „Drei Kreuze hinter etwas machen“ ist bei ernsten und unangenehmen Themen angebracht, etwa bei Scheidungen oder beim Heilungsprozess schwerer Verletzungen.

Ursprung des Sprichworts

Das Bekreuzigen der Katholiken

Der Ursprung des Sprichworts ist genau bekannt. Er findet sich im Christentum und enthält direkt zwei wichtige Symbole der Religion: die Zahl 3 und das Kreuz.

Bei Katholiken ist es brauch, Dankesgebete zu sprechen. Diese Gebete werden verwendet, wenn der Katholik eine schwierige Situation unbeschadet überstanden hat. Um Gott dafür zu danken, spricht er ein Dankesgebet und bekreuzigt sich dabei. Dafür berührt er mit der rechten Hand nacheinander seine Stirn, Brust, die linke und schließlich die rechte Schulter. Auf diese Weise zeichnet er ein Kreuz auf seinem Körper. Diese Bewegung wiederholt der Katholik während seines Dankesgebets mehrmals, wobei es keine vorgeschriebene Anzahl an Bekreuzigungen gibt. Da die Zahl 3 eine wichtige Rolle spielt, wird sie aber wohl auch in diesem Bereich häufig angewendet werden.

Die Zahl 3 im Sprichwort „drei Kreuze machen“ geht zurück auf den Brauch, drei Kreuze während der Messe zu zeichnen. Bevor die Evangelientexte gelesen werden, zeichnen Katholiken ebenfalls Kreuze auf ihren Körper. In diesem Fall entstehen diese nicht durch punktuelle Berührungen, sondern durch tatsächliche Zeichnung eines Kreuzes auf Stirn, Mund und Brust.

Hinzu kommt die allgemeine Bedeutsamkeit der Zahl 3 im Christentum: die Dreifaltigkeit, drei Stunden Finsternis am Tag der Kreuzigung, Jesus stand am dritten Tag nach seiner Kreuzigung wieder auf, drei göttliche Tugenden, drei Jünger Jesu gelten als deutlich wichtiger als die übrigen. Die Zahl ist im Christentum überall zu finden. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie sich auch in verschiedenen Sprichwörtern, die ihren Ursprung in der Religion haben, auftaucht.

Die Kreuzgeste als Schutz vor Dämonen

Das Bekreuzigen gewann im Mittelalter schnell und gewaltig an Bedeutung. Die Menschen zeichneten Kreuze auf ihre Haut, um sich dadurch vor Dämonen und bösen Geistern zu schützen. Dadurch erhielt auch das Kreuzzeichen an sich eine übersinnliche Macht. Man setzte es ein, wann immer mach sich schützen wollte.

Da in der Weltanschauung des christlichen Mittelalters dämonische Gefahren überall lauerten, wurde das Kreuzzeichen unersetzlich in allen Lebenslagen. Man segnete Haus und Vieh, wünschte Reisenden alles Gute, heilte Kranke, führte Exorzismen durch und bannte Dämonen damit. Die Kreuzgeste war allgegenwärtig.

Betet ein Gläubiger Katholik auf diese Weise für etwas, führt er später höchstwahrscheinlich auch ein Dankesgebet durch. Kommt der Reisende, dem er seinen Reisesegen erteilt hat, unversehrt nach Hause zurück, bekreuzigt er sich zum Dank ebenfalls. Die Geste wurde so inflationär eingesetzt, dass ein Wandel zu einem Sprichwort, das wir bis heute gebrauchen, kaum überrascht.


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