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Was bedeutet Weltordnung: Definition und Bedeutung


Der Begriff Weltordnung kam erstmals nach den Weltkriegen auf. Das Chaos und die Gewaltexzesse zwischen den Völkern musste zu einer neuen friedlicheren Welt geordnet werden. Die Welt, insbesondere Europa, wurde geordnet – indem sich die Staaten der westlichen Welt oder der Sowjetunion anschlossen bzw. unterordneten. Aber es existiert auch eine Weltordnung im religiösen, spirituellen und wissenschaftlichen Kontext.

Was bedeutet Weltordnung: Definition und Bedeutung

Die Weltordnung ist ein Prinzip, um die Welt in ein Verfahren der Zuteilung, der Beherrschbarkeit und des Miteinanders zu unterstellen. Um dies zu erreichen, muss die Weltordnung in Kategorien unterteilt bzw. aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden:

  • die göttliche Weltordnung
  • die politische (auch wirtschaftliche, rechtliche und soziale) Ordnung der Welt.
  • wissenschaftliche Weltordnung

Eine Weltordnung besteht folglich aus einem oder mehreren Systemen, auf deren Basis oder aufgrund deren Wirkung die Welt funktioniert. Um sich dem Begriff noch weiter zu nähern, muss zuerst definiert werden, was eigentlich die Welt ist. Auch hier existieren verschiedene Perspektiven. Demnach ist die Welt:

Schaut man sich mögliche Definitionen des Wortes Ordnung an, wird weiter anschaulich, wie vielfältig und dynamisch der Begriff ausgelegt und angewendet werden kann:

  • Eine Ordnung ist der erreichte Zustand, nachdem Sachen geordnet worden sind.
  • Ordnung kann auch das Prinzip, nach dem Sachen geordnet werden, sein.
  • Die Ordnung bezeichnet auch die Handlung, bei der man Sachen ordnet.

Jeder dieser einzelnen Ordnungsverfahren umfasst unterschiedliche Aspekte der Weltordnung. Die Ordnung unserer Welt als Erde basiert auf physikalischen, chemischen, elementaren und vielen weiteren Systemen, von denen wir Menschen heute wahrscheinlich noch nicht alle kennen.

Fragen wie, warum unsere Welt existiert und so geordnet ist, wie sie uns erscheint, sind nicht vollständig geklärt. Wir wissen auch nicht, ob die Existenz unserer Welt zu einer höheren (göttlichen) Weltordnung oder Weltenordnung gehört. In früheren religiösen Vorstellungen gab es das. Das Weltensystem der Germanen bezog neben der sichtbaren irdischen Welt weitere neun Welten ins Gesamtgefüge ein.

Wer die Welt als die Gemeinschaft der Menschen auf Erden verstehen möchte, findet ebenfalls diverse Weltordnungen. Ebenso ist es auf politischer Ebene oder wenn es um die Ordnung des Zusammenlebens von Mensch, Tier und Natur geht.

Offizielle Bedeutung von „Weltordnung“

In der Politik, Philosophie und Gesellschaft wird der Begriff traditionell für die Ordnung und das Miteinander der Völkergemeinschaften verwendet.

Der Begriff kam erstmals nach den beiden Weltkriegen auf. Schon nach dem Ersten Weltkrieg suchten diverse Völker in den Verhandlungen von Versailles nach Lösungen des Konfliktes unter den Völkern und nach einer neuen friedlicheren Ordnung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Begriff hauptsächlich von den US-Amerikanern verwendet. Ziel war, eine friedlichere Welt zu erschaffen.

Heute wird der Begriff Weltordnung oft mit dem Bestreben einzelner Staaten und Mächte, die Welt zu unterjochen oder mit einer einheitlichen Regierung zu überziehen, gleichgesetzt. Dies könnte, anders als offiziell behauptet, aber nicht zum Wohle und zum Frieden der Völker geschehen, sondern um Unterdrückung und um absolute Macht auszuüben. Und deshalb hat der Begriff „Neue Weltordnung“ (engl. „New Worldorder“) eine sehr negative Bedeutung bekommen und wird mit Verschwörungstheorien (Zionisten, Illuminaten, geheime Logen usw.) in Verbindung gebracht.

Politische Aspekte der Weltordnung

Trotz der negativen Stimmung haben wir nach den Weltkriegen eine neue Weltordnung bekommen. Teilbereiche und Aspekte dieser Weltordnungssysteme sind:

  • Das Völkerrecht, das international verbindliche Rechtsvorschriften für das Zusammenleben verschiedener Staaten regelt. Initiiert wurde es bereits im 19. Jahrhundert. Notwendig wurden solche Ordnungssysteme durch den wirtschaftlichen Verkehr, Personenreisen, abgeschlossene Staats- und Rechtssysteme. Die Länder mussten festlegen, nach welcher Grundordnung sie miteinander umgehen möchten (Menschenrechte, Reiserechte usw.)
  • Die Vereinten Nationen (UNO) wurden als direkte Folge des Zweiten Weltkrieges am 26. Juni 1945 von 50 Gründungsmitglieder auf der Konferenz von San Francisco gegründet.
  • Die Organisation des Nordatlantikvertrags (engl. North Atlantic Treaty Organization bzw. NATO) ist ein 1949 ins Leben gerufenes Verteidigungsbündnis.
  • Der Welthandelsrat (WTO) wurde am 15. April 1994 in Marrakesch, Marokko, gegründet und kümmert sich um internationale Handelsbeziehungen.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kümmert sich weltweit um Fragen der menschlichen Gesundheit und der Rechte und Richtlinien in der Medizin und Pharmakologie.

Daneben gibt es weitere weltweit oder regional ordnende Systeme, die zur menschlich sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Weltordnung zählen. Dazu gehören unter anderem, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, die internationale Gemeinschaft (Rechtsprechung), der Internationale Währungsfonds (IWF für Geldangelegenheiten) und die 1945 gegründete Weltbank mit Sitz in Washington D.C.

Göttliche Sichtweise der Weltordnung

In der Religion, Philosophie und Spiritualität beschäftigen sich Forscher, Denker, Neugierige und Gläubige ebenfalls mit den Fragen einer Weltordnung. Dabei geht es um Aspekte wie:

Die Gründe für die Existenz der Menschen und wie Menschen (und die Umwelt) sich im Sinne eines höheren, göttlichen Wirkens bestenfalls verhalten sollen?

Als Folge dieser Fragestellungen, die Menschen beschäftigen, seit sie denken können, sind Weltreligionen, diverse philosophische sowie spirituelle Strömungen, entstanden. Jede dieser Religionen sieht die Welt und deren angebliche göttliche Ordnung etwas anders. Es gibt aber auch gemeinsame Quellen, wie eben der Glaube an einen Schöpfer oder Gottwesen an sich.

Im Osten gibt es mit dem Buddhismus und Hinduismus Religionen, die von der Existenz vieler Götter (Polytheismus) ausgehen. Der Westen ist heute von Ein-Gott-Religionen (Monotheismus) geprägt.

Viele dieser Religionen geben Hinweise oder sogar verpflichtende Verhaltensregeln (u.a. 10 Gebote), wie sich die Menschen gemäß dieser göttlichen Weltordnung verhalten müssen, um möglichst friedlich und gottesgerecht zu leben. Allerdings überschneiden sich die Weltsichten auch und die Anhänger bestimmter Religionen bekämpften sich in der Vergangenheit und auch heute noch.

Den Religionen steht der Glaube der Atheisten oder anderer Bekenntnisse gegenüber, deren Anhänger teilweise annehmen – die echte Weltenordnung seien Chaos und Systeme wie die Macht des Stärkeren, des Geldes, des Teufels usw.

Wissenschaftliche Weltordnung

Die dritte Strömung, die versucht, der Ordnung und den Geheimnissen dieser Welt auf die Spur zu kommen, ist die Naturwissenschaft. Hier versuchen Forscher seit etwa 300 Jahren die Weltordnung über mathematische, physikalische und chemische Größen zu definieren. Der Antrieb hinter diesen Arbeiten sind die Neugierde, um das Verständnis dieser Welt sowie ganz praktische Ansätze.

Über das Verständnis von physikalischen und weiteren Größen dieser Welt konnten Menschen sich technisch und kulturell extrem weiterentwickeln. Vor allem die Physik kennt das Bestreben, die Weltordnung anhand einer einheitlichen mathematischen Formel zu beschreiben und zu lösen.
Die Forscher haben bisher herausgefunden, dass fast allen Erscheinungen gewisse Ordnungen und fest strukturierte Größen zugrunde liegen.

Allerdings haben auch die Naturwissenschaftler bisher längst nicht alles gefunden, was unsere Welt bildet, ordnet und so sein lässt, wie sie nun mal ist.

Konzepte der heutigen Weltordnung

In der Geschichte der Menschheit haben viele Ereignisse zu Ordnungen und Neuordnungen geführt. Ordnungen, die bis heute in der westlichen Welt Bestand und Wirkung haben, sind Dinge wie:

  • der christliche Glaube
  • Mitgefühl und Frieden unter den Völkern
  • fruchtbare Handelsbeziehungen
  • Menschenrechte
  • politische Bündnisse und
  • der Versuch Menschen, Religionen und Kulturen zu vereinen statt zu trennen.

Das ständige Wachstum der Bevölkerung, technische Neuerungen und kulturelle Weiterentwicklungen führen ebenfalls ständig zu Neuordnungen dieser Welt. Immer wieder machen weltweite Krisen neue Ordnungen notwendig.

Auseinandersetzungen über Werte, Ordnungen und Weltvorstellungen hat es schon immer gegeben. Aus solchen Konflikten entwickelten sich in der Vergangenheit immer wieder neue Systeme und Ordnungen:

  • Die Weltkriege führten zu einer friedlicheren Neuausrichtung und zu vielen neuen Bündnissen.
  • Weiterhin führten die Lehren des Holocaust und beider Weltkriege zu einem neuen Selbstverständnis für Menschenrechte, Diskriminierung, Asyl und Völkerverständigung.
  • Das Römische Reich vereinte zuerst Nationen und Völker unter einem Dach, dann zerbrach es und brachte beispielsweise die bis heute bestehende römisch-katholische und orthodoxe Kirche hervor.
  • Durch den Untergang der Sowjetunion organisierten sich etliche Staaten im ehemaligen Ostblock neu, machten Schritte in Richtung Öffnung und westlich-liberaler Lebensgestaltung.

Die tatsächliche Weltordnung aus Staaten, Völkern, Kulturen, Sprachen, wirtschaftlichen Beziehungen, Finanzwirtschaft usw. ist in ständiger Bewegung und wird es wahrscheinlich auch weiter bleiben. Ob und wann es eine einheitliche Weltordnung mit einem Staat, einer Regierung oder Organisationsform geben wird, ist eine große Frage.

Gefährdungen für die Weltordnung und die Vergangenheit

Geht man davon aus, dass Grundelemente wie ein friedlicher, zielorientierter, gemeinschaftlicher sowie fruchtbarer Umgang unter Menschen den eigentlichen Naturgesetzen entspricht, so sind die Elemente und die daraus resultierende Konflikte grundsätzlich eine Gefährdung:

  • Engheit, Knappheit
  • Rechthaberei und absolute Glaubensüberzeugungen
  • aggressive Dominanz statt gewinnbringender Kooperation
  • politische Machtinteressen, die nicht dem allgemeinen Wohl dienen
  • Grenzüberschreitungen (politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich, sozial, persönlich) aus egoistischen Gründen.
  • Dominanz und Monopolstellung

Aus diesen Überzeugungen, Befindlichkeiten und falschen Wertvorstellungen entstanden immer wieder Kriege um Territorien, aus Glaubensgründen (Christenverfolgung, die acht Glaubenskriege, Katholiken gegen Protestanten, islamische gegen christliche Welt usw.), um Ressourcen, das reine Rechthaben oder um Macht beziehungsweise die Interessen (Hitler, Stalin usw.) einzelner auszuleben.

Verschwörungstheorien zur Weltordnung

Seit dem späten 20. Jahrhundert kommen immer wieder Theorien auf, die Welt würde insgeheim von einigen wenigen Machthabern regiert werden. Diese fast völlig im Verborgenen operierenden Menschen seien Angehörige alter Geheimlogen, Weisheitsschulen oder schlicht unermesslich reich.

Einige Verschwörungstheorien gehen davon aus, dass diese Machthaber:

  • insgeheim die Geldwirtschaft kontrollieren.
  • Kriege anzetteln und an ihnen verdienen.
  • Geheimwissen (über Außerirdische, Magie, Reinkarnation, geheime physikalische Gesetzmäßigkeiten, Alchemie) vor den normalen Menschen verborgen wird, um sie in Dummheit und Armut zu belassen.
  • die Medien kontrollieren, um Menschen absichtlich zu täuschen und zu manipulieren.
  • für ihre Machtinteressen auch Morde begehen.
  • die führenden Politiker dieser Erde nur Marionetten dieser Geheim-Elite sind.
  • eine einheitliche Weltordnung etablieren möchten, in der der einzelne Mensch versklavt wird (Gehirnwäsche, Einsetzen von Chips).

Wieso existieren Verschwörungstheorien zur Weltordnung?
Der Mensch neigt dazu, einen Zusammenhang zwischen zwei Ereignissen sehen zu wollen. Auch hier soll eine Ordnung etabliert werden, welche Erkenntnis möglich macht. Der Mensch strebt somit nach Ordnung, da diese Ordnung auch Kontrolle verspricht. Und deshalb können Fakten nicht einfach nur vorhanden sein, sondern müssen hinterfragt werden, um Ordnung herzustellen.

Da allerdings dem Durchschnittsbürger der Zugang zu empirischen Forschungsmethoden fehlt, können keine Datenmengen erhoben werden – welche die Abhängigkeit eines Ereignisses (z.B. Auftreten eines neues Virus, der Wahl eines US-Präsidenten) von Umweltvariablen (z.B. Reproduktionszahlen mutierter Viren, Lebenszufriedenheit in den USA) nachweisen. Dennoch drängt der menschliche Verstand danach, eine Hintergrundgeschichte zum Auftreten eines Ereignisses zu entwerfen, um das Gefühl von Kontrolle aufrecht zu halten.

Schließlich wird der Versuch unternommen, Naturereignisse, historische oder politische Ereignisse – ohne Datenlage zu erklären. Dadurch ergibt sich niemals der Informationsstand, welche notwendig wäre, um wissenschaftliche Erkenntnis zu erlangen. Dennoch können nichtwissenschaftliche Thesen, welche auf Spekulation und Meinung basieren, formuliert werden. Dies lässt der menschliche Geist zu und schafft dadurch ein Gefühl der Kontrolle über die Situation. Ob diese „Theorien“ richtig oder falsch sind, ist letztlich ein Glücksspiel des Erzählers. Sofern keine gegenteiligen Forschungsergebnisse existieren, liegen die Ergebnisse sogar im Raum des Möglichen. Allerdings entsprechen diese Theorien niemals dem Erkenntnisstand wissenschaftlicher Forschung, weshalb die Mehrheit der Menschheit diese Theorien anzweifelt.

Das Wort Verschwörungstheorie wird mittlerweile durch Verschwörungsfantasie ersetzt. Denn eine wissenschaftliche Theorie muss durch Datenmengen entweder gestützt, entkräftet oder verworfen werden. Dies funktioniert aber nicht mit Verschwörungstheorien, da keine Datenmengen existieren und niemand diese erhebt.

Zusammenfassung

  • Offiziell wird der Begriff Weltordnung in politischem, wirtschaftlichen und religiösen Bereich gebraucht.
  • Die Weltordnung bezeichnet Systeme und Strukturen sowie Mächte und Kräfte durch und über welche unsere Welt geordnet ist und funktioniert.
  • Auch die Wissenschaft versucht herauszufinden, wie die Welt geordnet ist. Dazu dienen Forschungsbereiche wie Physik, Chemie oder Biologie. Die Mathematik liefert hierzu die Modellrechnungen, um Theorien überprüfbar zu machen.
  • Der Begriff der Weltordnung etablierte sich nach dem Zweiten Weltkrieg.
  • Unter „Neue Weltordnung“ versteht man einerseits den politischen Versuch, die Länder und Systeme dieser Welt zu vereinheitlichen und zusammenzuführen. Die andere Bedeutung taucht in Zusammenhang mit Verschwörungstheorien und dem Einfluss einzelner, geheimer Machthaber auf.
  • In der Vergangenheit gab es immer wieder weltordnende Ereignisse, die mit Glauben, sozialen sowie kulturellen Entwicklungen, Kriegen und dem Aufbau oder Zerfall von Reichen zu tun hatten.
  • Ob es eine einheitliche Weltordnung gibt und geben kann, ist derzeit nicht klar definiert. Die Wissenschaft kann einheitliche Größen finden, dennoch kann sie nicht alle Fragen zur Existenz und Ordnung der Welt beantworten.
  • Ob die Welt jemals politisch vereint sein wird oder sein muss, ist auch fraglich.

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