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Zölibat

Der oder das Zölibat (lateinisch: caelibatus = Ehelosigkeit) ist die, aus religiösen Motiven, getroffene Wahl keine Ehe zu schließen. Dieses Versprechen müssen Geistliche (Diakone, Bischöfe, Priester) in der katholischen Kirche eingehen, um ein Amt bekleiden zu dürfen. Neben dem Verzicht auf Heirat müssen sich Geistliche zur völligen geschlechtlichen Enthaltsamkeit verpflichten.

In der katholischen Kirche ist die Einhaltung des Zölibat seit 1073 verpflichtend und wird mit der Weihe zum Priester, Kardinal usw. übernommen. Durch die Weihe entsteht das Ehehindernis und zugleich eine Trennung von Familienwerten, was als ein Geschenk an Gott betrachtet werden soll. Da aber die Ehe auch verpflichtende Aufgaben birgt, soll der Geistliche durch das Ehehindernis von diesen Zusatzverpflichtungen befreit werden, wodurch er sich vollständig in den Diensten Gottes und der ihm anvertrauten Menschen stellen kann.

Anders als in der katholischen Westkirche, müssen Geistliche der Ostkirche und der orthodoxen Kirche nur ein Zölibat ablegen, wenn sie zum Zeitpunkt ihrer Weihe noch unverheiratet sind. Danach dürfen sie allerdings nicht noch einmal heiraten. In der evangelischen Kirche wird das Pflichtzölibat abgelehnt. Bereits Martin Luther übte daran Klosterkritik und beschrieb, wie das Zölibat zur Klosterflucht führen würde.