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Dareios III. von Persien: Biographie des Perserkönigs (9 Fragen & Antworten)


Perserkönig Dareios III.  bei der Schlacht von Issos (Ausschnitt)

Perserkönig Dareios III. bei der Schlacht von Issos, Bildnachweis: Andreas Wolochow / Shutterstock.com


Dareios III. war letzter König des Altpersischen Reiches. Er wurde um 380 v.Chr. geboren und starb 330 v.Chr. bei Schahr-e Qumis, im heutigen Iran. Dareios wurde etwa 50 Jahre alt und war ein Gegenspieler von Alexander dem Großen. Letzterer eroberte zwischen 334 v.Chr. und 327 v.Chr. das gesamte Perserreich und löste Dareios als Perserkönig ab.

Wer war Dareios III.

Dareios entstammte aus einer Nebenlinie der Achämeniden-Dynastie. Sein Vater war Arsames und seine Mutter hieß Sisygambis. Höchstwahrscheinlich waren Dareios Eltern zugleich Geschwister.

Laut babylonischen Quellen wurde Dareios unter dem Namen Artaschata geboren und nahm den Königsnamen Dareios (deutsch: Darius) erst nach seiner Thronbesteigung an. Der Name Dareios geht auf Dareios II., dessen Urenkel er war und auf Dareios dem Großen (9. König Persiens) zurück.

Neben Dareios hatten Arsames und Sisygambis zwei weitere Kinder:

  • Oxyathres war der Bruder von Dareios. Nach dem Tod des Bruderkönigs wurde Oxyathres ein Verbündeter von Alexander und war dessen Befehlshaber in der persischen Leibwache.
  • Stateira war die Schwester von Dareios und später seine Schwestergemahlin. Sie starb 331. v.Chr. an einer Fehlgeburt.

Dareios war der letzte persische König des Achämenidenreiches, welches auch als Altpersisches Reich bezeichnet wird. Durch die Niederlage gegen Alexander blieb zwar das persische Reich bestehen, stand aber unter makedonischer Kontrolle und war somit Teil des Alexanderreiches.

Nach dem frühen Tod Alexanders (323 v.Chr.) wurde das Weltreich aufgeteilt und Persien unterstand dem makedonischen General Seleukos I. Nikator. Dieser gilt als Begründer der Seleukiden-Dynastie. Fortan wird Persien als Seleukidenreich bezeichnet.

Wie kam Dareios an die Macht

Als Königsmacher wird der Eunuch Bagoas genannt. Dieser war Hofminister im 4. Jahrhundert v.Chr. unter dem persischen König Artaxerxes III.

Laut historischen Quellen soll Bagoas aus Ägypten stammen und den Großkönig von Persien gehasst haben. Denn als die Perser das Alte Ägypten eroberten, soll Artaxerxes den heiligen Apis-Stier von Memphis töten lassen haben. Daraufhin plante Bagoas wohl Rache und vergiftete 338 v.Chr. den persischen König und dessen Nachkommen – bis auf Arses, den jüngsten Sohn von Artaxerxes III.

Arses sollte Bagoas als Marionettenkönig dienen. Als dieser sich dann zunehmend emanzipierte, wurde auch Arses von Bagoas vergiftet. Mit Arses wurden auch dessen Nachkommen ermordet. (336 v.Chr.)

Da nun ein neuer König als Marionette für Bagoas Pläne gebraucht wurde, musste jemand aus der Nebenlinie der Achämeniden-Dynastie den Thron besteigen. Demnach machte Bagoas den Urenkel von Dareios II. zum König. Der damalige Artaschata bestieg 336 v.Chr. den Thron des Achämenidenreiches und erhielt die Betitelung: Dareios III., Großkönig von Persien.

Der neue König begriff schnell, welche Machenschaften hinter seinem Rücken geschehen und weigerte sich ebenfalls die Gebote des Bagoas umzusetzen. Als Bagoas dann auch Dareios vergiften wollte, reichte dieser den Giftbecher zum Eunuch zurück, der diesen trinken musste. Daraufhin starb Bagoas an Vergiftung.

Wie groß war das Reich von Dareios

Das Perserreich war in der Antike eine Supermacht, reichte vom Osten Griechenlands bis in den Nahen Osten, überzog dann Anatolien, Mesopotamien bis nach Afghanistan. In Nordafrika war der Perserkönig zugleich Pharao von Ägypten.

Perserreich

Ausdehnung des Perserreichs

Der gesamte Staat war strukturell gut organisiert und die einzelnen Provinzen hatten eine gewisse Selbstständigkeit mit einer Zentrale, welche zur Überwachung diente.

Der Perserstaat war ein multikulturelle und multiethnische Gemeinschaft und die verschiedenen Völker unterwarfen sich dem Großkönig, da dieser für Ordnung und Stabilität sorgte. Die gesamte Königsmacht beruhte darauf, dass Stabilität und Ordnung hergestellt und innere Sicherheit gewährleistet wurde. Schwand diese Sicherheit, sank zugleich die Unterstützung aus den Regionen und somit die Königsmacht.

Warum griff Alexander der Große das Reich von Dareios an

Die Perser verstanden sich als Weltreich. Länder außerhalb des Reiches wurden nicht erwähnt oder waren nicht erwähnenswert. Die Griechen grenzten im Westen an das Perserreich und begriffen die Expansionsbemühungen als Bedrohung. So gab es bereits unter Dareios I. gewaltsame Versuche, Griechenland ins Perserreich einzugliedern.

Aus den Perserkriegen (5. Jahrhundert v.Chr.) ging Griechenland allerdings als Sieger hervor und konnte somit eine Unterwerfung vorerst abwenden. Dennoch blieb die Bedrohung durch den Nachbarn erhalten. Um diese Bedrohung abzuwenden, stritten die griechischen Stadtstaaten untereinander. So sah sich Sparta als Schutzmacht (Hegemonialmacht) über alle Griechen, genauso wie Athen.

Athen und Sparta verbündeten sich in der Folge jeweils mit anderen griechischen Stadtstaaten. Beim Peloponnesische Krieg (431 – 409 v.Chr.) kämpften schließlich alle Bündnis-Griechen gegeneinander um die Vorherrschaft in Griechenland. Aus diesen Kriegen gingen alle griechischen Stadtstaaten geschwächt hervor.

In Zeiten dieser Schwächung kürte sich in Makedonien Philipp II. (359-336 v.Chr.) zum König und Alleinherrscher. Die Griechen, welche die Demokratie als Regierungsform auslebten, lehnten den Tyrannen ab. Und so kam es zu Kriegen zwischen Makedonien und den anderen Griechen.

Philipp II. schaffte es dennoch, die Griechen zu unterwerfen und Makedonien als Schutz- und Hegemonialmacht gegenüber Persien zu installieren.

Als Philipp im Jahr 336 v.Chr. starb, wurde der Thron an seinen Sohn Alexander vererbt. Da die Erbmonarchie für viele Griechen eine schlechte Regierungsform darstellte, wandten sich die Stadtstaaten erneut gegen Makedonien und akzeptierten Alexander nicht als ihren König. Dieser behauptete sich, indem er Revolten in Theben niederschlug (335 v.Chr.) und ganz Griechenland hinter sich brachte, um gegen die Bedrohung aus dem Perserreich vorzugehen.

Der Alexanderfeldzug nach Kleinasien (Persien) begann 334 v.Chr.

Wie konnte Alexander Dareios besiegen

Als Alexander 334 v.Chr. seinen Persienfeldzug begann, konnte er ein Heer von 35.000 Mann ausheben. Im Vergleich dazu hatte Dareios ganz andere Ressourcen und konnte doppelt oder dreifach so viele Soldaten aufstellen. Demnach nahm der Perserkönig die Bedrohung anfangs nicht ernst.

Was Dareios nicht bedachte war, dass im Grenzland zwischen Griechenland und Persien zahlreiche ehemalige Griechen wohnten. Alexander trat dort nicht als Eroberer, sondern als Befreier auf. Er versprach ihnen Eigenständigkeit, die griechische Kultur und die Demokratie als Regierungsform. Demnach musste er nicht viele Städte erobern, sondern die Tore wurden ihm geöffnet.

Nachdem Anatolien befreit bzw. erobert wurde, reiste Alexander in den Nahen Osten, brachte Gaza in seinen Besitz und nahm später Ägypten. Zuvor hatte er bei der Schlacht von Issos (333 v.Chr.) den Perserkönig direkt besiegen können. Nachdem Ägypten unter makedonischer Kontrolle stand, reiste Alexander ins persische Kernland zurück. Bei der Schlacht von Gaugamela (331 v.Chr.) konnte er Dareios ein zweites Mal schlagen, wodurch die Unterstützung für den Perserkönigs endgültig schwand.

Alexanderfeldzug mit Schlacht von Issos und Gaugamela durch Kampfsymbol dargestellt

Alexanderfeldzug mit Schlacht von Issos und Gaugamela durch Kampfsymbole dargestellt

Wieso verlor Dareios die Schlacht von Issos (333 v.Chr.)

Bei der Schlacht von Issos war Dareios als Oberbefehlshaber direkt beteiligt. Zwar konnte Dareios den linken Flügel seiner Kavallerie schützen, musste aber Zugewinne auf dem rechten Flügel einbüßen.

Die Schlacht war lange unentschieden, als sich Alexander entschied, direkt die Mitte anzugreifen. In der Mitte befand sich Dareios, welcher von seiner Elite-Armee geschützt wurde. Dieser Frontalangriff ist unüblich, da normalerweise die Flügel geschwächt werden. Aber durch dieses Wagnis hatte Alexander das Überraschungsmoment auf seiner Seite und bedrängte die Schutzelite Dareios so stark, dass der Perserkönig fliehen musste.

Wieso verlor Dareios die Schlacht von Gaugamela (331 v.Chr.)

Im Vorfeld der Schlacht hob Dareios ein riesiges Heer aus, welche aus mehr als 100.000 Soldaten bestand. Den Kriegsplatz wählte er ebenfalls sorgfältig und entschied sich für eine Ebene am Oberlauf von Euphrat und Tigris. Durch die Ebene sollte seine zahlenmäßige Übermacht klar zur Geltung kommen, da Alexander keine Geländevorteile nutzen konnte.

Doch Alexander verwendete die gleiche Taktik wie in Issos. Seine Reiter ritten parallel vor der Frontlinie der persischen Soldaten. Da diese mit einem Flügelangriff rechneten, verfolgten diese Alexander und so öffneten sich Löcher in der geschlossenen Frontlinie.

In diese Löcher drangen Alexanders Fußsoldaten ein. Die Reiter Alexanders machten dann eine Kehrtwende, um ebenfalls das geöffnete Zentrum zu attackieren. Im Zentrum der Schlacht konzentrierte sich Alexanders Armee wieder auf den König, bedrängten die Elitewache stark, so dass Dareios wieder fliehen musste.

Die Schlacht von Gaugamela wird als Entscheidungsschlacht des Perserfeldzugs gewertet. Denn durch den Rückzug schwand die Königsmacht Dareios endgültig.

Städte – wie Babylon, Susa und Persepolis (Hauptstadt Persiens) – musste Alexander gar nicht erobern. Denn die Provinzräte sahen bereits in ihm, den neuen König. Noch auf dem Schlachtfeld von Gaugamela soll sich Alexander zum König über Persien ausrufen lassen haben.

Wie starb Dareios III.

Nach dem Erfolg der Schlacht wollte Alexander keineswegs zulassen, dass Dareios wieder an Macht gewinnt. Für ihn war klar, dass er den König besiegen muss, um dauerhafte Ordnung und Stabilität in Persien zu sichern. Deshalb begann er damit, Dareios durch ganz Persien zu verfolgen.

Dareios zog sich ins Hinterland von Persien zurück, während Alexander seine Großstädte einnahm. Unterstützer fand Dareios noch in den Adligen Nabarzanes und Bessos. Mit ihnen stellte er ein neues Heer auf und wollte Alexander in Ekbatana erneut stellen. Weiterhin erhoffte er sich Unterstützung von den Skythen und Kadusiern. Diese Unterstützung blieb allerdings aus, weshalb Alexander auch schnell bis Ekbatana vorrücken konnte.

Der Perserkönig floh weiter bis Rhagay, einer Stadt in der Nähe des heutigen Teherans. Mittlerweile rebellierte aber das Gefolge von Dareios und die adligen Unterstützer wandten sich gegen ihn. So nahmen Nabarzanes und Bessos den ehemaligen König gefangen und wollten ihn aushändigen. Wohlmöglich spekulierten sie auf eine Abfindung oder Ähnliches.

Im Juli 330 v.Chr. konnte Alexander etwa 350 km östlich von Rhagay eine Wagenkolonne erspähen. Bei der Ankunft der Makedonen flohen die Männer. Im Wagen lag der erstochene Dareios.

Fortan wollte Alexander die Königsmörder zur Rechenschaft ziehen und verfolgte Nabarzanes und Bessos. Letzterer rief sich zum Statthalter der Provinz Baktrien (heute Afghanistan) aus, wurde 329 v.Chr. von Alexander gefangengenommen und hingerichtet.

Der Adlige Nabarzanes wurde wohlmöglich 328 v.Chr., unter dem Namen Barzanes, gefangengenommen. Dieser wurde ebenfalls hingerichtet. Ob Barzanes und Nabarzanes identische Personen waren, ist nicht endgültig geklärt.

Wie wurde Dareios III. bestattet

Alexander ließ den Leichnam nach Persepolis überführen und ehrenvoll in den Königsgräbern bestatten. Das Königsgrab wurde allerdings bislang nicht entdeckt.

Der Bruder von Dareios (Oxyathres) wurde von Alexander freundlich aufgenommen und als Kommandant der persischen Leibwache integriert.

Die Mutter von Dareios (Sisygambis) soll, laut historischen Quellen, in Susa den Leichnam ihres Sohnes empfangen haben und glücklich über die ehrenvolle Bestattung in Persepolis gewesen sein. Laut diesen Quellen soll Sisygambis daraufhin eine mütterliche Zuneigung zu Alexander entwickelt haben und über seinen frühen Tod tief berührt gewesen sein. Nach Alexanders Tod soll sich Dareios Mutter freiwillig todgehungert haben.

Was geschah mit Dareios Tochter und Sohn

Dareios hatte mit seiner Schwestergemahlin Stateira zwei Kinder. Ihre Tochter hieß ebenfalls Stateira und soll die schönste Frau in Asien gewesen sein. Sie wurde bei der Massenhochzeit von Susa (324 v.Chr.) mit Alexander dem Großen vermählt, welcher gleichzeitig auch die persische Adlige Parysatis ehelichte.

Nach dem plötzlichen Tod Alexanders (323 v.Chr.) wurde Stateira von Roxane, Alexanders erster Frau, nach Babylon gelockt. Dort wurde sie ermordet, ihre Leiche in einen Brunnen geworfen, welcher dann zugeschüttet wurde.

Neben Tochter Stateira hatten Dareios und seine Frau noch einen Sohn, welcher als Ochos genannt wird. Von Prinz Ochos fehlt allerdings jegliche Überlieferung.

Literatur

  • GEO Epoche 99/2019 – Das alte Persien, ISBN: 3652008537*
  • Jan Hendrik Niemeyer (Herausgeber), H. L. K. H. Niemeyer (Autor), Alexanderzug: 13 Stationen Alexander des Großen von 334-326 v. Chr., ISBN: 3755754916*

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