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Was bedeutet authentisch: Definition und Bedeutung


was bedeutet authentisch

Das Adjektiv authentisch wird dazu benutzt, um menschliches Verhalten, Erleben und Handeln in Einklang zu bringen. Authentizität bedeutet Echtheit. Ein authentisches Leben zu führen, bedeutet demnach, ein Leben in Echtheit zu erleben. Das bedeutet, dass es keine Lügen, Selbstlügen, irgendein Verstellen oder sozialen Rollenverpflichtungen gibt. Niemand versteckt sich hinter seinen Gewissensbissen, Schuldzuweisungen und ähnlichen Konzepten. Um dies zu erreichen, muss man Echtheit nicht nur vorspielen, sondern auch tatsächlich ausleben.

Wieso sollte man authentisch leben

Wenn du dich dabei ertappst, dass du zu oft Ja sagst, obwohl du eigentlich Nein sagen solltest, bist du nicht in deinem authentischen Selbst treu. Da wir heute mehr denn je über die Verbindung zwischen Körper und Geist wissen und darüber, wie sich unsere Stimmungen und Gefühle auf unsere körperliche Gesundheit auswirken (und umgekehrt), hat das Interesse daran zugenommen, wie ein authentisches Leben den Geist, Körper und Seele verbessern kann. Ziel ist ein glücklicheres Leben.

Was bedeutet es, authentisch zu sein?

Das Konzept des authentischen Selbst mag für manche Menschen wie New-Age-Quatsch klingen, aber es gibt immer mehr Belege dafür, dass Stress, Fettleibigkeit, Herzkrankheiten und vieles mehr sich auf unser psychisches Wohlbefinden auswirken – und umgekehrt. Auch unsere Stimmungen können sich auf unsere Gesundheit auswirken, z. B. können Depressionen und Angstzustände uns daran hindern, ein möglichst erfülltes Leben zu führen.

Um das Konzept des authentischen Selbst zu verstehen, sollten wir uns zunächst ansehen, was das Wort authentisch eigentlich bedeutet. Synonyme dafür sind:

  • Nicht falsch oder kopiert,
  • echt,
  • real
  • belegbar, verifizierbar
  • berechtigt,
  • akzeptiert oder geglaubt zu werden

Lügen und Rollenspiele verhindern ein authentisches Leben

Eine authentische Person ist also jemand, der echt ist, nicht unecht, und alle seine Worte und Handlungen bestätigen, wer er ist. Man kann auch sagen, dass das Gesprochene – also dass was die Person erzählt, mit den Handlungen dieser Person übereinstimmt.

Ist doch eigentlich immer so, oder?
Nein. Wenn jemand seinem Kind erzählt, dass es nicht lügen soll. Und dann erfindet dieser Erziehungsberechtigte selbst kleine Lügengeschichten, Notlügen für die Arbeit, für den Chef, für die Kunden oder für sich selbst – dann ist dies nicht authentisch. Jetzt könnte man meinen, dass dies nicht auffällt und jeder so macht. Aber es fällt dir selbst auf. Und ob du willst oder nicht, es wird irgendwie dein Gewissen belasten. Und nun hängst du in der Falle.

Denn diese kleine Notlüge, welche man dir im Job vielleicht abverlangt, hat immer einen Preis. Sie schleicht sich in die Psyche ein und verursacht irgendetwas. Mitunter bemerkst du es selbst erst einmal nicht. Doch nehmen die Lügen zu, wird das Aufrechthalten schwieriger. Irgendwann akzeptierst du dich selbst nicht mehr.

Und Akzeptanz von seinen Mitmenschen einzufordern, funktioniert nur, wenn du dich selbst akzeptierst. Diese kleine Notlüge, welche du der Welt präsentierst, könnte allerdings dazu führen, dass die Akzeptanz für dich selbst abnimmt. Und wer die Welt belügt, belügt sich oftmals auch selbst. Dann baut man eine Fassade von einer schicken Wohnung, teuren Spielzeug oder anderen Nebensächlichkeiten auf und präsentiert diesen Schnickschnack der Welt, in der Hoffnung – bewundert zu werden.

Bewunderung und Akzeptanz im Außen suchen, verhindern ein authentisches Leben

Diese Bewunderung braucht man nur, wenn man sich selbst nicht akzeptiert hat. Jemand, von dem Akzeptanz aus dem Inneren kommt, benötigt keine Anerkennung im Außen. Für eine authentische Person wäre der Aufwand viel zu groß, seine Mitmenschen zu beeindrucken, um etwas zu bekommen – was sie sowieso schon hat.

Existiert keine Akzeptanz im Inneren, wünscht man sich die Akzeptanz der Mitmenschen. Bekommt man diese Anerkennung von außen, geht das Spiel so richtig los. Denn nun beginnt ein Programm, welches auf diese Erfahrung aufbaut. Man lernt, dass die Welt einen Bewunderung schenkt, wenn man nur bestimmte Erfolge aufzuweisen hat. Dass diese Bewunderung nur gespielt ist, bekommt man selbst gar nicht mit.

Oder doch?
Wenn dir jetzt jemand erzählt, dass er im letzten Jahr in Afrika war, dort dies und jenes erlebt hat – bewunderst du ihn dann? Wahrscheinlich nicht. Denn es ist doch völlig egal ist, wie erfolgreich mein Gegenüber ist. Bei einem geliebten Mitmenschen haben wir natürlich Sorge darüber, dass dessen Geld nicht ausreicht. Aber sobald wir wissen, dass dessen finanzieller Spielraum ausreichend ist, wird das Darüberhinaus egal.

Wieso sollte uns dies auch wirklich interessieren, ob irgendjemand im Monat 2000 Euro oder 4000 Euro sparen kann. Das ist doch eine völlige Nebensächlichkeit. Denn es wird sich nicht auf deinen oder seinen Zustand auswirken. Dennoch findet so ein Informationsaustausch statt und erzeugt mitunter auch Gefühle von Erhebung beim Einen und Unterwerfung bzw. Mangel beim anderen.

Vielleicht kommt sogar Neid auf. Allerdings kann dies nur bei Menschen aufkommen, welche sich selbst nicht akzeptieren. Denn Neid ist immer ein Symptom für einen Mangel, welcher bei Menschen – die in ihrem Inneren komplett erfüllt sind, nicht aufkommen kann.

Kennst du die Phase, frisch verliebt zu sein?
Du bist innerlich erfüllt und hast Schmetterlinge im Bauch. Falls nun jemand einen neuen Sportwagen vorfährt, wirst du dann neidisch werden? Eher nicht. Denn dein Hochgefühl der Liebe erfüllt dich voll und ganz, so dass kein Mangel einen Raum findet, um anzudocken.

Doch Menschen mit inneren Mangelerscheinungen empfinden Neid oder versuchen selbst Neid beim Gegenüber zu schüren. Dies dient lediglich dazu, um sich selbst emporzuheben. Status, Macht und Geld sind beliebte Konzepte dafür – allerdings nur in Systemen (z.B. Familien, Freundeskreisen), welche nach diesen Prinzipien operieren.

Statusstreben

Menschen, welche authentisch leben, sich selbst akzeptieren und ihr Glück bereits gefunden haben, werden auf Status, Macht und Geld nicht sonderlich anspringen. Denn die Gewissheit, diese drei Dinge zu haben oder nicht zu brauchen, besitzen sie bereits. Ein weiterer Anstieg an Geld, Macht oder Status hätte einen Preis, welcher viel zu hoch ist.

Wie jetzt?
Stell dir mal die Frage, wieso sollte man einen bestimmten Status haben wollen:

  • um beliebt zu sein
  • um bewundert zu werden
  • um über andere bestimmen zu können

Menschen, die nach Status streben, haben keinen inneren Status bzw. ist dieser so gering, dass sie nicht wirklich über sich selbst bestimmen können, sich selbst nicht lieben oder sich nicht selbst bewundern. Deshalb wollen sie über andere bestimmen oder wollen, dass andere sie bewundern. Doch:

  • Wer selbstbestimmt lebt und dies spürt, für den wäre der Aufwand, über andere zu bestimmen, viel zu hoch.
  • Wer andere kontrollieren möchte, muss für diese Kontrolle ebenfalls einen Aufwand betreiben, wodurch Selbstkontrolle eingebüßt wird.

Letztendlich führt dies dazu, dass man für seinen Status und seine Kontrolle immer wieder kämpfen muss, sich beweisen muss oder glaubt, dass man diesen verliert, wenn man bestimmte Dinge tut oder unterlässt. In der Psychologie nennt man dies Agitiertheit. Jemand, der glaubt andere kontrollieren oder bevormunden zu müssen, wird keine Ruhe finden und niemals über sich selbst bestimmen können. Dennoch glauben Menschen, welche über andere bestimmen und sich mit Mühe einen Status aufbauen und diesen verteidigen, dass sie die Kontrolle haben. Traurig, oder?

Nun rennt man jedem Erfolg hinterher, belügt sich dabei immer weiter selbst und muss feststellen, dass die eigene Akzeptanz nur noch aufrecht erhalten werden kann, wenn die Außenwelt den Erfolg oder Status wahrnimmt. Mit jedem Erfolg, welcher in der Außenwelt stattfindet, wird immer wieder das selbe Akzeptenzprogramm gestartet, wodurch diese immer weiter verschärft wird. Denn in der Gedankenwelt existiert eine Verbindung zwischen äußerlichen Erfolg, Status und Bewunderung. Und umso öfter man dieses Programm bedient, desto fester wird die Verbindung. Dies wird zum eigenen Glaubenssatz und zum inneren Gefängnis.

Machtstreben

Nach Macht strebt nur derjenige, welchem Macht fehlt. Eine Person, welche bei sich selbst ist, wird dies niemals tun. Denn um Macht zu erlangen, diese zu behalten, ist immer ein Aufwand nötig. Und jemand, welcher über sich selbst Macht hat, wäre doch ziemlich blöd, diesen Aufwand noch zusätzlich zu betreiben. Was man hat, muss man nicht zusätzlich bekommen und vor allem nicht für diesen Preis.

Streben nach Geld

Geld ist ein universell einsetzbares Tauschmittel. Mehr nicht. Man kauft damit ein oder spart es für später. Allerdings verbinden Menschen, ohne innere Akzeptanz, mit Geld auch Status und Macht. In deren Vorstellung könnte man mit Geld über andere Menschen bestimmen und dadurch wird Geld zu einer Strategie, um von anderen Menschen die besagte Akzeptanz und Bewunderung zu erlangen. Ziemlich traurig, oder?

Dennoch war dies in den 70-er Jahren noch völlig normal. Die Männer sind arbeiten gegangen und die Frauen blieben zu Hause. Da der Mann das Geld nach Hause brachte, haben sich die Frauen untergeordnet. Für die Frauen wurde gesorgt und der Goldene Käfig führte bei einigen Ehefrauen zu einem Leben weit weg von Authentizität.

Aber zwischen Geld und Status bestand eine Verbindung. Und der Glaubenssatz, dass Geld und Status das selbe sind, existiert heute noch. Jedoch funktioniert dies nur bei Menschen, welche auf Geld angewiesen sind oder deren Erziehung am Geld ausgerichtet wurde. Auch heute noch wird einigen Kindern beigebracht, dass sie zu gehorchen haben, solange sie die Beine unter den Tisch der Eltern stellen. Das bedeutet, dass die Eltern bestimmen dürfen, solange die Kinder als Abhängige geführt werden. Diese Einstellung, die Kinder in der Abhängigkeit zu halten, sorgt natürlich dafür, dass man durch Geld weiterhin einen Status aufbauen und über die Kinder bestimmen kann.

Sobald die Kinder erwachsen sind, selbst Geld verdienen und vielleicht ein besseres Gehalt als Mutter und Vater verdienen, wollen sie den Status über die Familie neu ordnen. Man kann es ihnen auch nicht verdenken, denn schließlich wurden sie dazu erzogen.

Authentizität führt zu Akzeptanz

Wer sich nicht selbst belügt, niemanden mit Geld, Macht oder Status etwas vormachen will – wird letztendlich authentisch sein. Egal, wie verkorkst diese Person ist, sie wird sich dafür selbst respektieren können und wird von Außen akzeptiert werden. Die Menschen werden an dich glauben, weil alle Fakten und Erfahrungen im Umgang mit dir bestätigen, wer du bist und dass du es wert bist, dass man sich mit dir beschäftigt. Man wird nicht nur wertvoll für sich selbst, sondern auch für seine Mitmenschen.

Du wirst als integre Person wahrgenommen, d. h. als ehrlich, mit Moral und Skrupeln, als ein ganzer Mensch, der sich von einer starken Ethik leiten lässt, und nicht als jemand, der sich von einem Moment zum anderen verändert.

Dieses Maß an Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit ist sowohl für das Geschäftsleben als auch für dein Privatleben wichtig. Wenn du als aufrichtig und zuverlässig wahrgenommen wirst, wird man an dich glauben, und es werden sich dir alle möglichen Möglichkeiten eröffnen.

Wieso?
Du kennst vielleicht jemanden, der etwas ausstrahlt. Nicht weil er Bürgermeister ist, einen Sportwagen fährt oder jedes Jahr eine Weltreise unternimmt. Nein von dieser Person geht etwas anderes aus. Sie ist frei. Wer frei von Schuldgefühlen, Gewissensbissen, Rollenspielchen oder anderen Dingen ist, kann machen – was er will. Und so wird diese Person auch wahrgenommen.

Authentizität führt zu Freiheit und Selbstliebe

Die Freiheit, dass man – der sein darf, der man sein will – führt unweigerlich zu seinem besten Selbst. Man muss sich mit Niemanden darüber abstimmen, ob das Okay ist, ob das Verhalten angemessen ist oder nicht. Man ist frei und muss nicht nach etwas suchen, nur um andere Menschen zufriedenzustellen oder diese beindrucken zu können. Man ist sich selbst genug. Und durch dieses „Sich-Selbst-genug-sein“ wird man noch freier, von der Akzeptanz anderer Menschen.

Dies wiederum führt dazu, dass man andere Menschen nicht braucht, sondern nur noch in seiner Nähe haben will. Auch dies bemerken deine Mitmenschen und werden sich noch mehr zu dir hingezogen fühlen. Dinge, wie Eifersucht, Mangelerscheinungen, Neid oder Ähnliches können nicht stattfinden, da diese Dinge nichts mit dir zu tun haben und du dich davon befreit hat.

Wer sich selbst reicht, braucht weder übermäßiges Geld, noch Macht, noch Status oder andere Menschen. Diese Gewissheit erweckt größere innere Freiheit, wodurch du dir deiner Selbst bewusst wird. Es entsteht, im wahrsten Sinne des Wortes, ein übergeordnetes Selbstbewusstsein. Da man frei ist, übernimmt man für sich und seine Gefühlswelt die komplette Verantwortung. Die Agitiertheit verschwindet. Dadurch entsteht ein höheres Maß an Respekt für sich selbst. Gleichzeitig existiert die Gewissheit, dass nichts im Außen die Verbindung zu einem selbst stören könnte, außer man beginnt wieder damit, sich selbst oder anderen etwas vorzumachen.

Dieses Vertrauen in sich selbst und seine innere Kraft wird als Selbstvertrauen bezeichnet. Damit ist gemeint, dass man sich und auch seinem Leben komplett vertraut. Egal was passieren wird, mein Leben wird dies regeln. Dies führt zu noch größerer Freiheit und Selbstliebe.

Zusammenfassung

  • Authentisch zu sein, bedeutet übersetzt, dass man echt ist. Das Gesprochene und die Handlungen stimmen mit der eigenen Weltanschauung überein.
  • Nicht authentische Menschen bedienen sich der Notlüge, machen sich selbst etwas vor oder versuchen in ihrem Umfeld auf irgendeine Art zu glänzen.
  • Authentische Menschen müssen sich nicht hervorheben, da sie bereits den höchsten Status genießen. Und ihr Selbstvertrauen sorgt dafür, dass der Glaube besteht, dass dies immer so sein wird.
  • Wer authentisch ist, ist zugleich frei, kann über sein Handeln, seine Gedanken und seine Erlebniswelt frei bestimmen.
  • Ein authentisches Verhalten wird erreicht, indem man aufhört mit Lügen. Und zwar völlig kompromisslos.
  • Dadurch befreit man sich von seinem schlechten Gewissen und erlangt vor sich selbst Respekt.
  • Durch diesen Selbstrespekt entsteht eine innere Akzeptanz und Gewissheit, dass man gut genug ist.
  • Wenn man gut genug ist, muss man andere Menschen nicht beeindrucken.
  • Da man gut genug ist, hält man es mit sich selbst aus und erlangt die Gewissheit, dass man für sein inneres Glück komplett ausreichend ist.
  • Wenn man sich selbst reicht, braucht man andere Menschen um sich herum nicht. Und anstelle des Nutzens tritt das Wollen. Man ist mit anderen Menschen zusammen, weil man es will und nicht weil sie nützlich sind.
  • Durch diese Nutzen-Wollen-Verschiebung muss man auch auf andere Menschen nicht mehr nützlich wirken. Man muss also nicht permanent seinen eigenen Nutzen und seine Vorzüge herausstellen. Stattdessen kann man selbst davon ausgehen, dass die Mitmenschen die Nähe suchen, weil sie es wollen.
  • Das Aufgeben von Vorstellungen, falschen Rollenbildern, Status und anderen Problemfeldern führt zu einer größeren Freiheit, wodurch man selbst noch authentischer leben und sein kann.

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