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Ist Floki ein Gott? – Der Vikingscharakter in Mythologien und Sagen


Floki auf den Spuren der Götter

Floki auf den Spuren der Götter – Bildquelle: Amazon


Floki ist eine Figur aus der Fernsehserie Vikings. In der Serie ist der Schiffsbauer den nordischen Göttern sehr zugewandt. Aber ist Floki vielleicht selbst ein Gott oder soll der Schiffsbauer als Märtyrer der Götter dienen? In diesem Beitrag erfährst du es.

Floki der Gottesfürchtige Schiffsbauer

In Flokis Biographie deutet sich bereits Vieles an. Der Schiffsbauer lebt außerhalb der Siedlung Kattegats, weil er – nach eigener Aussage – die Menschen meidet bzw. nicht mag. Hinzu kommt, dass dem eigentümlichen Mann Gedanken entspringen, welche ihn als verrückt erscheinen lassen. So hört den Bäumen zu, welche mit ihm sprechen. Aus deren Wortwahl erkennt Floki dann, welcher Baumstamm für ein neues Schiff geeignet wäre und welcher nicht.

Später in der Serie ist er dann mit Ragnar Lothbrok zerstritten, weil dieser – in seinen Augen – die Götter nicht genug würdigt. In dem Priester Athelstan sieht er eine Bedrohung für die Götter, weil dieser den Christenglauben nach Kattegat gebracht hat.

Weiterhin merkwürdig ist, dass Floki zwischenzeitlich verstoßen wurde – weil seine Glaubensbekenntnisse zu bedrohlich wurden. Als er dann den Priester Athelstan tötet, lässt ihn Björn Eisenseite in Ketten legen. Nachdem Ragnar ihm verzeiht und ihn begnadigt, sucht er den örtlichen Seher auf. Als der Seher, welcher den Willen der Götter sehen kann, Floki erblickt – entgegnet er, dass er schon lange auf ihn gewartet hat.

Floki erzählt außerdem seiner Frau Helga, dass er den Göttern zugewandt ist – aber eher den Dunkleren. Gemeint sind wahrscheinlich die Ungetüme in der nordischen Mythologie, welche der Feuergott Loki mit seiner ersten Frau Angrboda hervorgebracht hat.

Ist Floki nun ein Gott?

Im Wort Floki steckt das Wort Loki drin. Die Serienmacher verwendeten wahrscheinlich den Namen, um auf den Feuergott aus der nordischen Mythologie hinzuweisen. Denn hier existieren einige Parallelen zur Figur des Loki.

Loki gilt in der nordischen Mythologie als der listenreiche Gott. So inszeniert er – laut den nordischen Sagas – Intrigen, um die anderen Götter zu täuschen. Außerdem ist Loki sehr eifersüchtig auf den Gott Baldur gewesen, weil dieser unsterblich war. Denn normalerweise sind die nordischen Götter sterbliche Wesen, welche nicht unendlich lange leben. Und Baldur war nur unsterblich geworden, weil ihm alle Gegenstände und Lebewesen versprachen – dass sie ihm kein Leid antun würden.

Dies missfiel Loki dermaßen, dass er eine Pflanze fand – welche dieses Versprechen nicht geleistet hat. Aus dieser Mistel-Pflanze erschuf er einen Pfeil und brachte Hödur, Baldurs Bruder, dazu auf – auf den Unsterblichen zu schießen. Dadurch starb Baldur.

Eine ähnliche Eifersucht findet sich auch in Floki wieder, als er Athelstan tötet – weil er eifersüchtig auf den Priester und seinen Einfluss auf Ragnar ist. Hinterlistig agiert Floki auch, als er – im Auftrag Ragnars – König Horik ausspioniert und dann gegen ihn intrigiert.

Nach Athelstans Tod wird Floki gefangengenommen. Aber er kann fliehen. Dies ist wieder eine Parallele zur nordischen Sage von Loki. Denn auch der Feuergott floh vor den Göttern, nach Baldurs Tod. Er versteckte sich in einer Hütte und als er die Götter kommen sah, sprang er in einen Fluss. Dort verwandelte er sich in einen Lachs, um sich vor den Anderen zu verbergen.

Als Floki auf der Flucht vor Ragnars Kriegern ist, versteckt er sich ebenfalls in einem Fluss. Dort wird er allerdings von Ubba Ragnarsson entdeckt und verraten.

Die nächste Parallele zu den Göttern findet sich in der Bestrafung. Denn Loki wurde für den heimtückischen Mord an Baldur bestraft und Loki für den Mord an Athelstan. Und zwar auf die gleiche Weise. Denn nachdem die Götter den Feuergott fassen konnten, wurde er – zur Bestrafung – in eine Höhle gesperrt.

Dort wurde der Feuergott gefesselt und eine riesige Schlange wurde über Lokis Kopf positioniert. Aus deren Maul tropfte Gift und immer wenn dieses Gift den Feuergott traf, schrie er vor Schmerzen auf. Die Wikinger glaubten damals, dass Lokis Schreie der Grund für Erdbeben waren.

Um die Schmerzen zu lindern, hielt Lokis zweite Ehefrau Sygyn eine Schale über dessen Kopf. Damit konnte sie das Gift der Schlange auffangen. Dies tat sie Tag und Nacht, doch manchmal schlief sie – weswegen doch einige Tropfen auf Lokis Kopf landeten.

Auch diese Sage findest du in Vikings. Denn Ragnar lässt auch Floki – aufgrund des Mordes an Athelstan – in eine Höhle fesseln. Von deren Decke tropft ebenfalls irgendeine Flüssigkeit. Helga ist bestrebt diese Flüssigkeit aufzufangen. Immer wenn Floki von der Flüssigkeit berührt wird, schreit er vor Schmerzen auf.

Ob nun Floki ein Gott sein soll, wird nie ganz deutlich. Doch die Vorlage zur nordischen Mythologie kristallisiert sich später noch einmal heraus. Denn beim zweiten Parisüberfall wurde Helga im Lager verwundet. Floki sucht Kräuter, um daraus eine Salbe zu fertigen. Da erscheint Aslaug und schläft mit ihm. Dadurch werden Helgas Wunden geheilt.

Das weitaus Verwunderliche dabei ist, dass Aslaug sich nicht in Paris befand. Stattdessen blieb sie in Kattegat und schlief dort mit Harbard, welcher ebenfalls ein nordischer Gott gewesen sein soll. Denn dieser hat bereits die Schmerzen von Ivar geheilt und nun heilt er Helgas Schmerzen. Der Körper von Floki und Harbard wechselt in dieser Szene ständig. Wahrscheinlich gibt es eine Verbindung zwischen Harbard, Odin und Floki.

Ab Staffel 5 nehmen die Serienmacher allerdings Abstand von Flokis Göttlichkeit. Denn jetzt verwenden sie für Floki den historischen Rabenfloki, welcher Island entdeckt haben soll. Mehr zu Flokis Biographie>>


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