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Wer war Abraham Maslow, Wofür ist er bekannt


Abraham Harold Maslow war ein US-amerikanischer Psychologe, welcher am 01. April 1908 in Brooklyn (New-York) geboren wurde und am 08. Juni 1970 in Menlo Park (Kalifornien) starb. Maslow war Begründer der Humanistischen Psychologie, stellte ein Entwicklungsmodell für die Hierarchie der menschlichen Bedürfnisse auf und führte die Positive Psychologie in der Wissenschaft ein.

Bekannt wurde er durch die Maslowsche Bedürfnispyramide, welche das Entwicklungsmodell der Bedürfnisse grafisch darstellt. Maslows Modelle gehen davon aus, dass sich das Erleben, Verhalten und Handeln des Menschen durch Erfahrungen beeinflusst werden, welche das Individuum zeitlebens macht. Diese Aspekte ließ Maslow in die Transpersonale Psychologie einfließen, deren Begründer er ebenfalls ist.

Kindheit und Jugend

Abraham Maslow wurde am 01. April 1908 als Sohn jüdisch-ungarischer Einwanderer in Brooklyn, New York geboren. Er hatte sechs jüngere Geschwister, aber keine glückliche Kindheit. Er schrieb später selbst, dass er keine Freunde hatte und dadurch viel Zeit in Bibliotheken verbrachte. Vielleicht half ihm das auch dabei später so erfolgreich zu werden. Denn die Ursachen seiner unglücklichen Kindheit zu erforschen, war ein Teil seiner Motivation für sein Studium. Durch die viele Zeit, die er mit lernen verbrachte, wurde er einer der besten Schüler seiner Klasse.

Studium in New York und Wisconsin

Nach seinem Schulabschluss studierte er zunächst Jura, merkte aber schnell, dass Psychologie seine eigentliche Leidenschaft war. Um hier die beste Ausbildung zu erhalten, verließ er New York und schrieb sich an der Universität von Wisconsin ein, einem Bundesstaat in den USA. Dort erhielt er nach dem Bachelor- und Magistergrad im Jahr 1934 seinen Doktortitel.

Während seines Studiums lernte er bei einem der berühmtesten Psychologen seiner Zeit: Harry Harlow. Mit diesem zusammen führte er psychologische Experimente an Affen durch, um daraus Erkenntnisse auch für menschliches Verhalten zu ziehen.

Professur

Nach seinem Abschluss arbeitete er zunächst als Lehrer an der Columbia University in seiner Heimatstadt New York. Dort fand ein reger Austausch mit dem berühmten Psychotherapeuten Alfred Adler statt, der auch ein Freund von Sigmund Freud war.

Im Jahr 1937 wurde er Professor am Brooklyn College der City University of New York, wo er auf weitere Größen der Psychologie traf, mit denen er sich austauschen konnte. Später wechselte er an die Brandeis University nahe Boston.

Während dieser Zeit konnte er ungestört forschen und entwickelte dabei seine revolutionären Theorien.

Maslows Werk

Maslow konzentrierte sich zunächst nicht, wie viele seiner Kollegen, auf einen Spezialbereich der Psychologie, sondern wollte ein von Grund auf neues Menschenbild entwickeln. Dabei war er ein großer Fan des Humanismus. Der Humanismus ist dabei ein Weltbild, das nicht mehr Gott in den Mittelpunkt stellt, sondern den Menschen. Der Mensch hat dabei sein Schicksal selbst in der Hand und wird nicht ausschließlich von Gott gesteuert. Die Grundprinzipien des Humanismus sind dabei Selbstverwirklichung durch individuelle Freiheit, Toleranz und Mitgefühl gegenüber anderen Menschen und der Verzicht auf Gewalt.

Menschenbild, Humanismus und positive Psychologie

Unter diesem Gesichtspunkt entwickelt Maslow die Theorie, dass der Mensch eine innere Natur hat, die nur bedingt verändert werden kann. Die Gesellschaft kann zwar Einfluss auf einzelne Menschen nehmen, aber ihren Charakter nicht grundlegend verändern. Wenn zu sehr auf die Natur des Menschen eingewirkt wird und dieser nicht mit seiner Natur akzeptiert wird, kann dies zu Krankheiten führen. Die Natur des Menschen sieht Maslow dabei als grundsätzlich gut oder neutral an. Der Mensch sollte nach seiner Meinung seine Natur frei ausleben können und so wie er ist, von der Gesellschaft akzeptiert werden. Dies würde Leid vermeiden.

Durch seine Theorien wurde er zusammen mit dem weltweit bekannten Psychotherapeuten, Carl Rogers, und der bedeutenden Familientherapeutin Virginia Satir zum Begründer der humanistischen Psychologie, die ihren Fokus auf die Fähigkeit des Menschen, sich weiterzuentwickeln und seiner individuellen Bestimmung zu folgen, legt. Gemeinsam gründeten sie die American Association for Humanistic Psychology (AHP). Maslow wurde im Jahr 1967 von der American Humanist Association zum Humanisten des Jahres ernannt.

Maslow prägte darauf aufbauend auch den Begriff der positiven Psychologie, den er erstmals 1954 aufwarf, der aber erst in den 1990er Jahren durch den Psychologen Martin Seligmann breite Aufmerksamkeit erhielt. Anders als die traditionelle Psychologie befasst sich die positive Psychologie nicht mit Mangel und Krankheit, sondern mit den positiven Aspekten des Menschseins, wie beispielsweise der Entstehung von Glück, Optimismus, individuellen Stärken und Solidarität.

Bedürfnispyramide

Weltweiten Ruhm und Bekanntheit noch bis in die moderne Psychologie, aber auch Erziehung und Managerschulung erhielt Abraham Maslow mit seiner Theorie der Bedürfnispyramide. Erstmalig ist er davon ausgegangen, dass Menschen strukturierte Bedürfnisse haben, deren Erfüllung unterschiedlich wichtig sind, beziehungsweise, dass zunächst bestimmte Bedürfnisse erfüllt sein müssen, bevor andere überhaupt wichtig sind. Die Pyramide ist dabei lediglich ein anschauliches Beispiel. Maslow selbst sprach von der Bedürfnishierarchie.

Die wesentlichen Bedürfnisse sind dabei folgende:

  • Physiologische Bedürfnisse: das meint die körperlichen Grundbedürfnisse eines Menschen, wie Wasser, Nahrung, ein Dach über dem Kopf, Schlaf und Fortpflanzung.
  • Sicherheitsbedürfnisse: wenn die dringenden körperlichen Bedürfnisse einigermaßen erfüllt sind, tauchen nach Maslows Theorie langfristigere Bedürfnisse nach Sicherheit auf. Darunter fallen zum Beispiel eine körperliche und seelische Grundsicherheit, eine sichere Arbeit und Wohnung, aber auch Familie und Gesundheit.
  • Soziale Bedürfnisse: auf der dritten Stufe strebt der Mensch vor allem nach sozialen Beziehungen, wie Freundschaft, Familien– und Liebesbeziehungen. Er braucht Zugehörigkeit zu einer Gruppe, Kommunikation, Austausch, Liebe und sexuelle Intimität.
  • Individualbedürfnisse: sind die vorgenannten Bedürfnisse weitgehend erfüllt, möchte der Mensch gern als Individuum, also eigenständige Person mit eigenen Charakterzügen wahrgenommen und akzeptiert werden. Es entsteht der Wunsch nach Anerkennung, Achtung, Bewunderung, Erfolg, aber auch Unabhängigkeit und Freiheit.
  • Selbstverwirklichung: an der Spitze der Pyramide sieht Maslow als höchstes Ziel des Menschen die Selbstverwirklichung. Damit meint er, dass der Mensch seiner von Geburt an gegebenen Bestimmung folgt, seine Talente und Potenziale dabei optimal entfalten und dabei seinem Leben einen Sinn geben kann.

Weiterer Einfluss

Darüber hinaus veröffentlichte Maslow im Laufe seines Lebens über 100 Werke, die vor allem die psychologische Fachwelt sehr beeinflussten. Sein Spektrum war dabei breit gestreut, sodass sich aus seiner Lehre Handlungsweisen unter anderem für die Erziehung, aber auch für das Management ableiten ließen und diese Grundlagen noch bis heute an Universitäten und in Seminaren für Eltern, Angestellte und Führungskräfte gelehrt werden.

In seinen letzten Lebensjahren wurde er zu einem der Mitbegründer der Transpersonalen Psychologie. Diese setzt sich mit der Erfahrung veränderter Bewusstseinszustände wie Ekstase, spirituellen Erlebnissen oder Grenzerfahrungen auseinander. In diesem Zuge nahm Maslow auch das Bedürfnis nach Transzendenz (übersinnliche Erfahrungen) als letzte Stufe seiner Bedürfnispyramide auf.

Abraham Maslow starb am 8. Juni 1970 im Alter von 62 Jahren an einem Herzinfarkt.


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