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Wofür ist Sigmund Freud bekannt


Sigmund Freud gilt als Begründer der Psychoanalyse. Er erforschte dazu die Seele des Menschen, die in aller Regel auch seine Patienten waren.

Der Wiener Nervenarzt entwickelte zum 20. Jahrhundert hin unterschiedliche Denkmodelle. Ausgehend von seinem Kollegen und späteren Freund Josef Breuer, verschrieb auch er seinen Patienten eine Redekur im Rahmen der Therapiesitzungen. Beispielsweise konnten sich Menschen mit Angstzuständen ihre Probleme von der Seele reden. Die Redekur galt für jede Form seelischer Belastungen.

Zuvor entdeckte Sigmund Freud das Unbewusste im Menschen. Diese unbewusste Komponente ist verantwortlich für unser Handeln.

Seit seinem Studienaufenthalt in Paris im Jahr 1885 befasste sich Freud intensiv mit den Teilen der menschlichen Psyche. An der Wende zum 20. Jahrhundert veröffentlichte er schließlich das grundlegende Werk mit dem Namen „Traumdeutung“. Dabei handelt es sich nach Freud um ein Instrument, mit dem sich das Unterbewusste für die Psychoanalyse erforschen lässt.

Worin bestand die Traumdeutung?

Sigmund Freuds Traumdeutung basiert auf einer Theorie. Dabei handelt es sich um den Zusammenhang zwischen persönlicher Lebenserfahrung und Lebensgeschichte und den daraus entstehenden Träumen. Durch die Traumdeutung sollte es möglich werden, verdrängte Konflikte ans Tageslicht zu bringen. Dem Patienten diese Konflikte bewusst machen: Darin bestand die therapeutische Methode.

Hintergrund der Arbeit: Im Traum kommen nach Freud Wünsche zum Vorschein, deren Erfüllung in der realen Welt nicht akzeptabel wären. Der Zensor im eigenen Kopf und der Zensor der Gesellschaft würden das verbieten. In Verbindung stehen die Wünsche häufig mit sexuellen Hintergründen und mit frühen Kindheitserlebnissen.

Weil sich aber Erregung störend auf den Schlaf auswirkt, „verschieben“ und „verdichten“ sich die Wünsche in ein verschleiertes Bild. Mit der psychoanalytischen Interpretation sollte es gelingen, den verborgenen inneren Zwiespalt aufzudecken.

Woraus besteht die menschliche Psyche?

Sigmund Freud entdeckte die Dreiteilung der menschlichen Psyche. Nach seiner Theorie besteht sie aus den Teilen:

  • Es
  • Über-Ich
  • Ich

Dabei weckt das Es die Triebe, während das Über-Ich für das Gewissen verantwortlich ist. Das Ich wägt zwischen dem Es und dem Über-Ich ab. Nach Freud hat ein Mensch ein gesundes Wesen, wenn zwischen den genannten psychischen Elementen ein Gleichgewicht besteht. Ist eine Ebene stärker ausgeprägt als die andere, kommt es zu einem Ungleichgewicht. Das kann psychische Störungen und in der Folge psychische Krankheiten verursachen.

Nach Freud führen die Teile Es, Über-Ich und Ich einen ständigen Kampf miteinander. Sie lenken das Handeln.

Die grundlegende Erkenntnisse zur Psychoanalyse verhalfen Freud zu einem Durchbruch. Bis in die 30er Jahre veröffentlichte der Wissenschaftler zahlreiche Werke, für die er auch Ehrungen bekam.

Obwohl viele seiner Theorien heute als widerlegt und umstritten gelten, wirken seine entwickelte Grundsätze in vielen Formen nach.

Wie wirkt Sigmund Freud heute noch nach?

Viele von Sigmund Freuds Theorien sind umstritten. Das liegt an der fehlenden empirischen Nachweisbarkeit. Das heißt: Die Anzahl von Freuds Patienten waren überschaubar und konnten aus heutiger Sicht kein ausreichendes Datenmaterial hervorbringen.

Die moderne Theorienforschung benötigt eine breite Masse beziehungsweise einen großen Pool an Versuchspersonen. Darüber hinaus sollte die Zusammensetzung dieser Gruppe repräsentativ für den Rest der Bevölkerung sein. Psychologie basiert dabei vor allem auf statistischen Auswertungsverfahren der Ergebnisse von Tests. Dafür braucht die moderne Wissenschaft Instrumente, die es zu Zeiten Freuds noch gar nicht gab.

Aus diesem Grund sind viele seiner aufgestellten Theorien angreifbar. Was angreifbar ist, darf für sich keine in Stein gemeißelte Allgemeingültigkeit beanspruchen. An der Theorie über die sexuelle Verwurzelung der meisten Probleme wird am meisten gerüttelt.

Dennoch gilt auch einiges von Freund als bewiesen. Zum Beispiel stimmt seine Theorie über die Verdrängung. Bewiesen ist, dass der Mensch unangenehme und schmerzhafte Erfahrungen verdrängt. Er schiebt sie auf die Ebene des Unterbewussten. Grund: Der Schutzmechanismus schaltet sich ein, damit der Mensch seelisch überleben kann und nicht zerbricht. Eine bedrohliche oder verbotene Vorstellung hält der Schutzmechanismus vom Bewusstsein fern.

Nachwirkungen von Freuds Arbeit zeigen sich auf in Bezug auf die Dreiteilung der Psyche. Auch sie findet in der modernen Welt der Psychoanalytiker noch Anerkennung. Viele aber sind auf die Verhaltenstherapie fokussiert, um dem Patienten möglichst alltagsnah und schnell zu helfen.

Fazit

Sigmund Freud hat wichtige Entdeckungen gemacht. Auch wenn viele seiner aufgestellten Theorie heute umstritten und teilweise widerlegt sind, hat er dennoch eine wichtige Basis geschaffen. Einige seiner wichtigen Erkenntnisse konnten aber mit den heutigen Instrumenten der Psychologie nachgewiesen werden. Sigmund Freud war somit eine der wichtigsten Figuren und Wegbereiter der Psychologie.


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