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So hängen Lebensraum, Verbreitung und Vorkommen einer Art zusammen


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„Lebensraum“ ist ein Begriff der Humanwissenschaften und beschreibt dort den Raum, in welchem Menschen sich ansiedeln und leben. In der Zoologie, Biologie oder der Ökologie wird der Begriff „Lebensraum“ oft deckungsgleich zum Habitat einer Tierart, zum Standort einer Pflanzenart oder zum Biotop einer Lebensgemeinschaft verwendet. Die Bedeutung ist dann immer dieselbe: Es ist ein Raum, der von einer bestimmten Gruppe von Menschen, Tieren oder Pflanzen bewohnt wird.

Da der Begriff Lebensraum in der Zeit des Nationalsozialismus ideologisch missbraucht wurde, wird heute die Verwendung des Begriffs in den Kultur-, Sozial- oder auch Politikwissenschaften vermieden. Der Begriff Lebensraum kann als Biotop umschrieben werden. Räumlich verstanden ist ein Biotop der Lebensraum für bestimmte Lebensgemeinschaften. Im biologischen Sinne gibt es also keine unbelebten Biotope.

Lebensraum ist ein schlechter Begriff für Biologen

Ein Biotop kann für verschiedene Arten unterschiedliche Habitate und Standorte bereitstellen. Ist das Biotop beispielsweise eine Wiese, können darin viele verschieden Tier- und Pflanzenarten leben. Umgekehrt kann ein Habitat auch mehrere Biotope umfassen. Das ist zum Beispiel bei Zugvögeln der Fall, die sich zu verschiedenen Jahreszeiten in verschiedenen Biotopen aufhalten.

Das Habitat ist die Adresse, wo eine Art seine ökologische Nische bilden kann. Mit Nische ist die Rolle bzw. der Beruf gemeint, welchen eine Spezies im Ökosystem einnimmt.

Wie ist Beruf gemeint?
Nehmen wir als Beispiel eine Bachforelle. Diese lebt in Bächen und Flüssen mit geeigneter Strömung. Dort ernähren sie sich von Insekten, deren Larven und kleineren Fischen. Ihre ökologische Nahrungsrolle entspricht die eines Jägers bzw. Prädators. Die Adresse, wo die Bachforelle diese ökologische Nische ausfüllt, ist ein Fließgewässer – dessen Strömung es zulässt, dass Nahrung vorbeischwimmt.

Während der Fortpflanzung verlassen sie dieses Habitat und suchen geeignete Laichplätze. Nun unterscheiden sich Nahrungs- und Laichhabitat voneinander. In strömungsärmeren Gewässern werden kleine Löcher im Boden gegraben, wo das Weibchen den Laich ablegt – welcher anschließend vom Männchen befruchtet wird.

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Forelle, welche sich zum Laichen in eine Bucht zurückzieht

Man sieht, dass das Habitat dieser Fischart sehr von Umweltfaktoren – wie Strömungsgeschwindigkeit, Nahrungsangebot, aber auch Temperatur, Salzgehalt oder Sauerstoffgehalt des Wassers abhängig ist. Das jeweilige Habitat kann die Bachforelle nur dort einnehmen, wo die Umweltfaktoren für sie am besten geeignet sind. In einem Schwefelsee könnte diese Fischart nicht überleben. Dennoch ist auch dies ein Biotop und Lebensraum für Schwefelbakterien.

Unterscheidung Vorkommen und Verbreitung

Das Vorkommen einer Art bezieht sich auf ihr nachgewiesenes längerfristiges Vorhandensein an einem bestimmten Ort oder in einem bestimmten Gebiet. Wird das Vorkommen einer Tierart festgestellt, handelt es sich um sein Habitat. Der Standort einer Pflanzenart ist ihr spezieller Lebensraum und erklärt ihr Vorkommen an dieser Stelle.

Eng mit dem Vorkommen hängt die Verbreitung einer Tier- oder Pflanzenart zusammen. Das Vorkommen allein beweist nicht die Verbreitung einer Art. Es muss sich um eine längere oder sogar ständige Aufenthaltsdauer handeln, wenn von einer Verbreitung einer Art die Rede ist.

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Über einen Biotopverbund sollen zwei Lebensräume verbunden werden

Beispielweise können Tiere in einem Durchzugsgebiet vorkommen. Wenn sie da aber nicht leben, handelt es sich an dieser Stelle nicht um ein Verbreitungsgebiet. Eine Verbreitung hat dann stattgefunden, wenn sich die Tier- oder Pflanzenart in einem bestimmten Gebiet fortpflanzt und darin lebt.

Lebensraumdiversität soll Verbreitung einer Art erhöhen

Es gibt viele Lebensräume, deswegen spricht man auch von Lebensraumdiversität. Dieser Begriff steht für eine Vielfalt von Biotop- oder Lebensraumtypen. Je mehr Biotoptypen innerhalb eines bestimmten Gebiets vorkommen, desto größer ist die Lebensraumdiversität. Diese hat aber nicht automatisch eine Arten-Diversität zur Folge.

Wieso?
Am Beispiel der Bachforelle kann man erkennen, dass ein Fluss verschiedene Stellen mit unterschiedlichen Umweltfaktoren haben muss, damit eine Spezies dort leben kann. Wenn die Bachforelle bspw. kleinere Fischarten frisst, welche vorbeischwimmen – müssen diese nicht zwingend das gleiche Habitat bewohnen.

Deren Fortpflanzung und Ernährungsplätze unterscheiden sich genauso, wie das der Bachforelle. An irgendeiner Stelle im Fluss findet der Friedfisch solche geeigneten Lebensbedingungen vor, dass er dort gedeihen kann. Irgendwann zieht er weiter, dringt ins Habitat der Bachforelle ein und wird Futter.

Die Verschiedenheit der Lebensräume fördert somit indirekt die Anzahl der Arten bzw. den Artenreichtum.

Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, um Habitate zu erhalten

Seit dem 21. Mai 1992 gilt in der Europäischen Union die FaunaFlora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen. Es geht um den Schutz der biologischen Vielfalt, also der Biodiversität in Europa. Dazu soll ein Netz von Schutzgebieten entstehen („Schutzgebietsystem Natura 2000“).

Es wurden ca. 250 Lebensraumtypen und etwa 550 Tier- und Pflanzenarten ausgewählt, die schutzbedürftig sind. Darunter gibt es sogenannte prioritäre Lebensraumtypen und Arten, die einem besonderen Schutz unterliegen und bei der Auswahl bevorzugt berücksichtigt werden. Davon befinden sich etwa 85 Lebensräume und ca. 90 Arten in Deutschland.

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Schutzgebiet von Natura 2000 in Rzucewo, Pomerania / Polen – Teil des Naturschutzprojektes der EU

Das Besondere an der FFH-Richtlinie ist, dass nicht ein komplettes gemeldetes Gebiet gleichermaßen geschützt ist, sondern nur die Vorkommen der jeweiligen Tier- und Pflanzenarten und die Lebensraumtypen, die in der Richtlinie erfasst sind.

Der Schutz greift aber auch bei Eingriffen von außen auf das Gebiet. Es sind nur wenige, genau definierte Ausnahmen zugelassen. Geht es um den Schutz prioritärer Arten und Lebensraumtypen, können nur die öffentliche Sicherheit und Gesundheit mögliche Ausnahmen sein. Standortalternativen zu geschützten Gebieten müssen angemeldet und geprüft werden. Ausgleichsmaßnahmen wie etwa ein finanzieller Ausgleich sind nicht möglich.

Lebensraum entspricht nicht dem Vorkommen von Arten

Als Vorkommen wird in der Biologie das nachweisliche Vorhandensein einer Art an einem Ort bezeichnet. Dieser bestimmte Ort ist das Nist-, Nahrungs- oder Übergangshabitat einer Art, ihr Lebensraum bzw. ihr charakteristischer Aufenthaltsbereich. Hier sind die Umweltfaktoren so günstig, dass sich die Organismenart dort aufhalten. Überleben und entfalten kann.

Eine Spezies kommt demnach immer an verschiedenen Orten vor. Es ist ähnlich wie beim Menschen. Denn auch der Mensch hat einen Ort zum Schlafen. Dies ist seine Wohnung oder Wohnstätte. Aber er hat auch einen Ort, um Ressourcen zu sammeln. In der modernen Zivilisation entspricht dies dem Arbeitsplatz. Außerdem hat der Mensch einen Lebensraum, um mögliche Fortpflanzungspartner kennenzulernen. Dies kann die Disco, der Club oder eine Bar sein. An all diesen Orten sind die Umweltfaktoren so günstig, dass dort auch der Mensch seine ökologische Nische ausfüllen kann.

Was ich sagen, will…
Ein Biotop oder Lebensraum bietet unterschiedlich Habitate an. So halten sich Wasservögel in der Nähe von Seen, Flüssen oder anderen Gewässern auf, um dort Nahrung zu suchen. Dies entspricht ihrem Nahrungshabitat. Aber die Nistplätze der Vögel sind an anderer Stelle – mitunter kilometerweit entfernt. Denn das Nisthabitat und die Anforderungen daran, sind ganz andere.

Lebensraumverkleinerung durch Abhängig vom Habitat

Ist eine bestimmte Art von einem bestimmten Habitat und dessen Umweltfaktoren abhängig, wird dies als Habitatspezifität bezeichnet. Kommen wir zurück zur Bachforelle. Denn diese ist sehr abhängig von den Umweltbedingungen im Gewässer. Nimmt die Wasserqualität bzw. das Vorhandensein wichtiger Umweltfaktoren ab – sinkt der Bestand an Bachforellen.

Denn jeder Spezies erträgt einen Umweltfaktor nur in einer bestimmten Intensität. Steigt bspw. der Salzgehalt im Gewässer, nimmt durch Osmose der Salzgehalt im Fisch zu. Durch Ausscheidung über Nieren regulieren die Fische den körpereigenen Salzgehalt in einem gewissen Maß. Doch diese Osmoregulation hat Grenzen.

Durch Pflanzendünger gelangen immer wieder Phosphate und Nitrate, also Salze in ein Gewässer – welche im Organismus einer Art einen Reiz für Nervensystem, Blutkreislauf und andere Organsystem auslöst. Diese Reize können im gewissen Maß ertragen werden. Aber jede Spezies hat ihre eigene artspezifische Toleranzschwelle – bezüglich jedes Umweltfaktors. Denn nur dadurch kann sie konkurrenzlos eine ökologische Nische bilden und ein geeignetes Habitat finden.

Noch einmal zurück zur Bachforelle. Denn diese reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen ihres Habitats. Deshalb nutzt man solche Spezies in der Ökologie auch, um festzustellen – wie gut es einem Ökosystem geht. Man bezeichnet diese Tiere und Pflanzen, welche als Indikatoren dienen, als Zeigerarten.

Nimmt das Vorkommen von Arten ab, gehen auch die Habitate zurück. Dann spricht man von einem Habitatverlust, der zumeist verursacht wird durch eine direkte Habitatzerstörung, durch Vertreibung, Vernichtung oder Landschaftsveränderungen.

Wie geht das?
Alles hängt zusammen. Denn die Bachforelle hat nicht nur die Rolle des Fischfressers und Prädators im Ökosystem, sondern ist auch an der Verbreitung von anderen Lebewesen und deren Erhalt beteiligt. In den Kiemen der Fische setzen sich Glochidien ab. Dies sind Larven der Teichmuscheln, welche als Parasiten an den Kiemen und Flossen des Wirtsfisches leben. Nach zwei bis drei Monaten setzen diese sich ab und wachsen zu Teichmuscheln heran. Ihre Adultform erreichen sie nur durch den zeitweiligen Schutz und Versorgung durch den Fisch.

Warum ist das wichtig?
Auch Muscheln erfüllen eine Rolle im Ökosystem. Sie sind nämlich Filtrierer und nehmen Kleinstpartikel aus dem Wasser auf. Sie säubern somit das Medium und tragen nachhaltig zur besseren Wasserqualität bei.

Es ist also eine Kettenreaktion
Stirbt die Bachforelle dann kann sich die Teichmuschel nicht verbreiten. Dies führt zur schlechteren Wasserqualität im Gewässer, wodurch die Überlebenschancen aller Arten sinken. Ökosysteme verschwinden und Biotop werden unbewohnbar.

Die Folge ist ein Verlust der Biodiversität. Habitatverluste bedeuten den Rückgang der Vorkommen von Tier- und Pflanzenpopulationen. Habitatvernichtung führt zu schlagartiger Artenreduktion oder Artenvernichtung. Artenvorkommen werden vernichtet und die Artenvielfalt wird reduziert.

Vernichtung von Artenvorkommen

Am Beispiel des Verlusts tropischer Regenwälder wurden im Jahr 2002 über 150 Fallstudien untersucht, um die Faktoren für Habitatsverlust zu ermitteln. Es geht in dieser Studie um die Folgen der wachsenden Holzwirtschaft. Die Gründe für die Vernichtung von Artenvorkommen sind vor allem zivilisatorischer Art:

  • wirtschaftliche (81 %)
  • politische (78 %)
  • technologische (70 %)
  • kulturelle und soziopolitische (66 %)
  • demografische (61 %)

Ältere Arten haben mehr Verbreitungsanspruch

Der Lebensraum, in dem eine Tier- oder Pflanzenart dauerhaft vorkommt, wird als deren Verbreitungsgebiet bezeichnet. Die Verbreitung einer Art ist von deren Lebensansprüchen abhängig. Ihre Verbreitungsgrenze ist da, wo diese Ansprüche nicht mehr erfüllt werden. Deswegen sind nur wenige Arten weltweit verbreitet. Es gibt Arten, die nur in extrem kleinen Arealen vorkommen, etwa auf einer bestimmten Insel, in einem bestimmten See oder in einer bestimmten Höhle.

Die sogenannte age-and-area-Regel besagt: Je älter eine Art ist, desto größer ist ihr Verbreitungsgebiet. Junge Arten, die sich über weite Gebiete verbreitet haben, wurden zumeist von Menschen verschleppt. Diese neuen Arten werden als invasiv bezeichnet, üben einen starken Konkurrenzdruck auf die etablierten Arten aus und verdrängen diese mitunter.

Konkurrenzsituation mit anderen Arten wirkt sich auf die Verbreitung im Lebensraum aus

Und wieder zur Bachforelle zurück…

Denn die Regenbogenforelle ist ebenfalls eine Fischart in heimischen Gewässern, welche in direkter Konkurrenz zur Bachforelle steht. Das bedeutet, dass sie die gleiche Nahrungsnische ausbilden – also sich am gleichen Nahrungsangebot bedienen – welches im Lebensraum nur an bestimmter Stelle vorkommt. Somit lebt die Regenbogenforelle im selben Nahrungshabitat – wie die Bachforelle.

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Die Regenbogenforelle ist im gleichen Habitat, wie die Bachforelle, vertreten.

Normalerweise können Bach- und Regenbogenforelle nicht im gleichen Habitat existieren.
Denn jede ökologische Nische kann dauerhaft nur von einer Art ausgefüllt werden. In einem Habitat können zwei Nischenkonkurrenten niemals dauerhaft nebeneinander existieren. Denn irgendwann sorgt die Evolution dafür, dass eine Art irgendeinen Vorteil hat und die Nische dominieren wird.

Wieso?
Mutationen finden permanent statt. Bei jeder Fortpflanzung oder jeder Zellteilung werden nicht 1 zu 1 Kopien angelegt. Stattdessen kommt es zu kleinen Kopierfehlern, wodurch ein Gen sich verändert. Diese Genveränderung nennt man Mutation. Solche Mutationen treten immer auf, sind wahllos und unterliegen keiner Absicht. Ach ja, sie sind außerdem vererbbar.

Mutationen tragen zur Verbreitung im Lebensraum bei

Denn diese Mutationen verändern das Spiel grundlegend. Solche Genveränderungen bekommen erst dann Bedeutung, wenn sie einen Vorteil darstellen. So könnte eine Genänderung bewirken, dass eine der beiden Forellenarten größer ist. Diese Körperlichkeit bewirkt mehr Dominanz, bessere Nahrungsversorgungen innerhalb der eigenen Art und auch gegenüber anderen Arten. Außerdem sendet die Größe ein Signal der Besserversorgung und Überlegenheit aus, welches als attraktiv von möglichen Fortpflanzungspartner wahrgenommen wird. Und Attraktivität wirkt anziehend, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit zur Reproduktion erhöht.

Mehr Fortpflanzung bedeutet mehr Nachkommen. Und mehr Nachkommen erhöhen die Wahrscheinlichkeit darauf, dass auch diese die veränderten Gene haben werden. Irgendwann – also über zig Generationen hinweg, setzt sich diese Genveränderung über die komplette Art durch. Dadurch ist sie in der Lage, die andere Art komplett aus dem Habitat zu drängen – indem sie einfach deren Nahrungsversorgung unterbindet und die Art in diesem Habitat ausstirbt.

Das Problem mit invasiven Arten

Das Problem bei der Regenbogenforelle ist, dass diese bereits größer ist. Und genauso dieses Merkmal war es, weshalb die Menschheit begann, diese Forellenart künstlich in Europa anzusiedeln.

Die Regenbogenforelle stammt ursprünglich aus Amerika. Dort erkannte man, dass dieser größere Speisefisch viel mehr Nutzen verspricht als die europäische Bachforelle. Und deshalb gab es „schlaue Menschen“, welche auf die Idee kamen – diese Forellenart auch in Europa anzusiedeln. Natürlich verstanden die Menschheit damals noch nicht, welche Nutzen die einheimische Bachforelle für das Gewässer ausübt.

Und so war es eine einfache Nutzengleichung, welche mehr Fisch für alle versprach. Einige Eier der Regenforelle wurden 1885 nach Deutschland gebracht, an Züchter verteilt – welche fortan künstliche Populationen anlegten. Dass diese Fischart das ökologische Gleichgewicht im Gewässer gefährden wird, war damals nicht klar.

Fortan verdrängt die größeren und aggressiveren Regenbogenforelle die kleineren Bachforellen und gefährden, ganz nebenbei, den Erhalt der Gewässer-Biotope.

Drei Arten der Verbreitung in einem Lebensraum

Die Arealkunde oder Chorologie unterscheidet eine kontinuierliche von einer disjunktiven Verbreitung. Eine kontinuierliche Verbreitung liegt vor, wenn eine Art in einem einheitlichen, zusammenhängenden Areal vorkommt. Von einer disjunktiven Verbreitung ist dann die Rede, wenn eine Art in mehreren getrennten Teilarealen vorkommt.

Eine dritte Verbreitungsart ist die von Reliktarealen. Es handelt sich dabei um kleine Verbreitungsgebiete einer Tier- oder Pflanzenart, deren ursprüngliches Verbreitungsareal sekundär zerlegt wurde, beispielsweise durch klimatische Prozesse wie Warmzeiten, in denen die durch das eiszeitliche Absinken des Meeresspiegels entstandenen Landbrücken wieder überspült wurden und versunken sind.

Verbreitungsschranken sorgen dafür, dass sich eine Art im Lebensraum weniger verbreiten kann

Die Biogeografie ist die Wissenschaft von der Verbreitung und Ausbreitung der Organismen auf der Erde. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Tier- und Pflanzengeografie (Zoogeografie und Phytogeografie).

Der Bestand der Arten, ihr Vorkommen und ihre Lebensräume werden erfasst und beschrieben. Die historische Biogeografie rekonstruiert die Verbreitungsgeschichte der Arten. Die ökologische Biogeografie beschäftigt sich mit den heutigen Zusammenhängen zwischen den Verbreitungsgebieten und den ökologischen Faktoren wie Klima oder Nahrungsverfügbarkeit.

Verbreitungsschranken, die es einer Art unmöglich machen, sich zu verbreiten, gibt es viele: ökologische, geografische oder auch klimatische:

  • ökologische Schranken sind beispielsweise: vorhandene Konkurrenten, fehlende Bestäuber, Fressfeinde, Parasiten, fehlende Futterpflanzen
  • geografische Schranken können sein: Flüsse, Meere, Gebirge, Wüsten, menschliche Infrastruktur
  • mögliche klimatische Schranken: Hitze, Dürren, Kälte, Überschwemmungen

Fazit

Das dauerhafte Vorkommen einer Art in einem bestimmten Areal zeigt ihre Verbreitung an und verweist auf ihren Lebensraum. Ein Areal ist nur dann ein Lebensraum, wenn sich eine Art dahin verbreitet hat und darin dauerhaft vorkommt.


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